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Nguyen-Kim zu Corona und Klima - Generationen-Solidarität in Krisen gefordert

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Jung und Alt bräuchten in der Corona- und Klimakrise eine Solidarität der Generationen untereinander, erklärt Wissenschaftsjournalistin Nguyen-Kim im ZDF-Interview.

Während die Infektionszahlen vielerorts ansteigen, scheint es, als ob die Jungen Corona nicht ernst nehmen. Autorin und Wissenschaftsjournalistin Nguyen-Kim mit einer Einschätzung.

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Die Zahlen der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen in Deutschland steigen rasant an. Inwieweit kann man die jüngere Generation dafür verantwortlich machen? Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim im ZDF-Interview:

ZDF: Ist es überhaupt auf Fakten basiert, wenn man der jungen Generation in dieser Phase der Pandemie jetzt doch eine Menge Verantwortung auf ihre Schultern packt?

Mai Thi Nguyen-Kim: Zumindest muss man davon ausgehen, dass sich mehr jüngere Leute anstecken. Das sieht man daran, dass die Infektionszahlen steigen, aber wir haben nicht so viele Todesfälle wie Anfang des Jahres. Das spricht eben dafür, dass sich gerade vor allem junge, gesunde Menschen anstecken.

ZDF: Nun gibt es einen Appell an junge Leute auf das zu verzichten, was Lebensinhalt von jung sein ist: Nämlich sich zu treffen mit Gleichaltrigen, häufig abends sich auch nahe zu kommen. Ist das überhaupt zumutbar?

Nguyen-Kim: Es ist natürlich ein Unterschied, ob ich mich auf Distanz mit Freunden treffe, oder ob man jetzt einfach Feiern geht. Und ich finde es ganz interessant, wenn man die Debatte jetzt vergleicht mit der Klimakrise zum Beispiel. Also wenn man jetzt sagt: "Bei der Klimakrise brauchen wir die Älteren, die solidarisch sind mit den Jüngeren und dafür bei der Corona-Krise die Jüngeren, die solidarisch sind mit den Älteren."

Und da würde ich nur gerne dazu sagen, dass bei der Klimakrise ist es ja tatsächlich noch so, dass mancher, je nachdem wie alt man ist, gewisse Folgen der Klimakrise tatsächlich nicht mehr miterleben wird.

Und bei der Corona-Krise dürfen jetzt die Jüngeren aber nicht auf den Trugschluss reinfallen, zu glauben, dass das einen selbst nicht betrifft. Also auch wenn ich jetzt jung bin und gesund und vielleicht medizinischer weniger gefährdet bin, Covid-19 zu bekommen, heißt es noch lange nicht, dass ich nicht auch selbst unter steigenden Infektionszahlen leiden werde.

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Videolänge
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von Dominik Rzepka

ZDF: Nun ist das ja gesicherte, wissenschaftliche Erkenntnis, aber das scheint offenbar nur zum Teil durchzukommen bei einer Generation, die beim Thema Klima aber absolut verlangt, dass man auf die Wissenschaft hört und endlich politisch handelt. Warum fällt das so auseinander bei diesen beiden Themenkreisen?

Nguyen-Kim: Naja, ich weiß es nicht, oder ich denke nicht, dass man sagen kann, wenn jetzt manche Jüngere jetzt gerade feiern gehen ohne Rücksicht auf Menschen aus Risikogruppen – eben darunter auch viele ältere, aber auch nicht nur – das sind ja nicht zwingend dieselben Personen, die sich jetzt bei Fridays for Future engagieren.

Also überhaupt, die junge Generation ist ja nicht nur Fridays for Future. Das ist eine ganz heterogene Generation.

Aber ich hoffe, dass wir – wie gesagt – in der Corona-Krise verstehen, dass es weniger darum geht, dass einer dem anderen einen Gefallen tut, sondern, dass wir gemeinsam im selben Boot sitzen.
Mai Thi Nguyen-Kim

Das Interview führte heute-journal-Moderator Claus Kleber. Sehen Sie das gesamte Gespräch im obigen Video.

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