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Warum der Anstieg noch keine zweite Welle ist

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Corona-Infektionszahlen - Warum der Anstieg noch keine zweite Welle ist

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In Deutschland steigen die Corona-Infektionszahlen und mit ihnen die Sorge vor einer zweiten Welle. Experten entgegnen, dass wir davon noch entfernt sind.

Das RKI warnt vor einer erneuten Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland. Präsident Lothar Wieler zeigt sich angesichts der steigenden Fallzahlen besorgt. Die Pandemie sei nicht vorbei, sondern wir seien mittendrin.

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In aller Munde ist gerade die Sorge vor der sogenannten zweiten Welle der Corona-Pandemie. Angst vor Infektionszahlen, die solch eine Eigendynamik entwickeln, dass erneut Maßnahmen im ganzen Land verschärft werden müssen.

Für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist "die zweite Welle schon da" und auch das Robert-Koch-Institut äußerte sich am Dienstag besorgt über die Lage:

 

Wir sind mitten in einer sich rasch entwickelnden Pandemie.
RKI-Präsident Lothar Wieler

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zeigt sich das Robert-Koch-Institut alarmiert und erinnert an die Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Überall im Land nehme die Zahl an Neuninfektionen wieder zu und man dürfe keinen Leichtsinn walten lassen.

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Aber bedeuten diese steigenden Zahlen tatsächlich bereits eine zweite Welle?

Was ist die aktuelle Lage?

Seit einigen Tagen steigen in vielen Regionen die Infektionszahlen pro 100.000 Einwohner langsam an. In den Landkreisen Hof und Dingolfing-Landau wurden die Obergrenzen für Neuinfektionen durchbrochen.

Massenhafte Infektionen wie im März zu Karneval oder Einzelevents wie in der Fleischindustrie im Juni sind aktuell noch selten, die Zahlen insgesamt weiterhin deutlich niedriger als im Frühjahr.

Zudem sei auf vielen Intensivstationen inzwischen eine gewisse Routine bei der Behandlung von Covid-19-Patienten eingekehrt, betonte Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Eppendorf bereits im Juni. Eine Zunahme schwerer Erkrankungen wird das Gesundheitssystem also erst später an seine Leistungsgrenzen bringen als noch im Frühjahr.

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Was macht eine Welle aus?

Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen betont, dass es keine einheitliche wissenschaftliche Definition von Infektionswellen gibt:

Das ist mehr ein Bild als eine wissenschaftliche Kategorie.

Ein exponentieller Anstieg der Neuinfektionen und eine hohe Dynamik der Verbreitung seien gemeinhin die wichtigsten Eigenschaften einer solchen Welle, erklärt Zeeb. "Gerade sind wir aber verglichen mit März noch immer bei sehr niedrigen Ausgangswerten und einzelnen isolierten Vorfällen, sogenannten Spikes", sagt der Epidemiologe.

Er würde deshalb noch nicht von einer zweiten Welle sprechen.

Trotzdem sinnvoll, vor einer zweiten Welle zu warnen

Dass Begriffe mit sehr komplexen oder gar fehlenden Definitionen viel Raum in öffentlichen Debatten einnehmen, sei "ein grundsätzliches Problem von Wissenschaftskommunikation", betont Zeeb. "Es sind ja häufig keine Wissenschaftler, die von einer zweiten Welle sprechen."

Es sei aber dennoch sinnvoll, auch jetzt schon eine mögliche zweite Welle zu thematisieren. "Das hält die Aufmerksamkeit der Menschen hoch", so Zeeb. Alarmismus sei aber unangemessen:

Ich weiß nicht, was damit geholfen ist, die zweite Welle jetzt schon auszurufen.
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