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Dem Virus schutzlos ausgeliefert

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Obdachlose in den USA - Dem Virus schutzlos ausgeliefert

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Nirgends gibt es so viele Corona-Infizierte wie in den USA. Das Virus bedroht alle, aber vor allem die, die wenig haben. Ein Arzt in Virginia versucht zu helfen.

Die USA sind aktuell das Epizentrum der Corona-Pandemie. Das Virus ist für Menschen, die auf der Straße leben, besonders gefährlich.

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Um sechs Uhr morgens stehen sie bereits Schlange vor der Washington Street Kirche in Alexandria, Virginia. Hier gibt es warmen Kaffee zum Aufwärmen nach der kalten Frühlingsnacht und etwas zu essen. Und hier wartet auch schon Doktor Mazzella auf seine Patienten.

Bevor er seinen regulären Dienst als Internist im Krankenhaus beginnt, behandelt er die Menschen hier kostenlos. In Zeiten von Corona noch öfter als sonst.

In den USA hat ein Berater des Präsidenten bereits im Januar vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Präsident Trump streitet ab, davon gewusst zu haben.

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Obdachlose können sich nicht einfach die Hände waschen

Social Distancing, Maske tragen, häusliche Quarantäne und regelmäßig Hände waschen - an diese Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus kann sich nur halten, wer auch ein Zuhause hat.

Menschen ohne Wohnung und Möglichkeiten sich zu schützen, sind in diesen Tagen besonders gefährdet.

Viele meiden inzwischen die Notunterkünfte und sind lieber ganz auf der Straße, berichtet Doktor Mazzella. Abstand halten in den Schlafsälen - fast unmöglich.

Gleichzeitig sind die Menschen dadurch mehr der Kälte ausgesetzt, was sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt, erklärt Mazzella. Er dreht nun noch häufiger seine Runden und hält Ausschau nach hilfsbedürftigen Mitmenschen.

Häufig hat er selbst geschmierte Brote und Seife dabei, die er verteilt. Viele fragen ihn auch nach Desinfektionsmittel, aber das findet selbst der Arzt in diesen Tagen in keinem Supermarktregal.

Die Ärmsten in den USA leiden besonders. Corona ist längst eine soziale Frage in den Vereinigten Staaten. Wir zeigen, wie Schulkinder auch ohne Schule versorgte werden und wie sich die Menschen in Zeiten von Krise und Arbeitslosigkeit durchschlagen.

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Mazzellas Alltag ist durch das Virus schwieriger geworden. Masken und Handschuhe sind auch in den USA sehr knapp. Er benutzt nun zwei, eine einfache Mund-Nasen-Schutzmaske und eine Maske aus Stoff, die er wäscht und mehrfach verwendet.

Nicht nur morgens, auch nach Feierabend geht Doktor Mazzella häufig noch zu Essensausgabestellen und bietet medizinische Hilfe an. Die Menschen hier vertrauen ihm.

Auch hier muss Hilfe schnell gehen

Vor einer Obdachlosen-Unterkunft treffen wir auf eine Frau, die der Arzt schon lange kennt. Etwas stimmt nicht, das merkt er sofort.

"Du siehst krank aus. Du hast wahrscheinlich eine Infektion, auch deine Nase läuft. Du hast klassische Anzeichen für Covid-19. Mein Rat wäre, dich jetzt in die Notaufnahme zu bringen. Lass uns den Notarzt rufen", sagt Mazzella.

Und dann geht alles ganz schnell, der Notarzt trifft nur wenige Minuten später ein und bringt die Frau in die Klinik.

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Virus gefährdet gerade die Menschen auf der Straße

Das Virus ist für Menschen, die auf der Straße leben, ohne Schutz, ohne Rückzugsort, noch gefährlicher. Nur Dank Helfern wie Doktor Mazella finden auch sie Hilfe. Nachher ist er erleichtert, dass er vor Ort war, um die Frau zu untersuchen.

Er weiß, dass ohne seinen Einsatz viele Menschen nicht behandelt werden würden. Seine Tage bräuchten im Moment mehr Stunden, sagt der Arzt. Morgen wird wieder so einer sein.

Alica Jung ist Reporterin im ZDF Studio in Washington. Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung.

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