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Wegen Corona-Krise - Einmalige Oscar-Chance für Streaming-Filme

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Nur im Kino könne man die "Magie des Films" erleben, meint die Oscar-Academy. Doch die Kinos sind leer - und die Academy macht eine Ausnahme: Zu den Oscars dürfen Streaming-Filme.

Archiv: Der leere Kinosaal des geschlossenen Delphi Filmpalasts am Zoo, aufgenommen am 20.03.2020 in Berlin
Leere Kinos in der Corona-Krise.
Quelle: dpa

Wegen der Coronavirus-Pandemie können in diesem Jahr auch Filme in die Oscar-Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschließlich bei Streaming-Diensten zu sehen sind. Das teilte die Academy in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles mit.

Vorübergehende Ausnahme von den Academy-Regeln

Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung für die Filmpreise infrage zu kommen. Alle Kinos in Los Angeles sind aber seit mehr als einem Monat wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Nach einer Wiederöffnung der Kinos gelte die vorübergehend gelockerte Regel nicht mehr, hieß es von der Academy.

Die nächste Oscar-Verleihung ist für den 28. Februar 2021 geplant.

Streaming-Dienste wie Netflix hatten bisher ihre Exklusiv-Produktionen zumindest in wenige Kinos gebracht, damit sie ins Rennen für einen Oscar gehen konnten. "Die Akademie ist der festen Überzeugung, dass es keine bessere Möglichkeit gibt, die Magie des Films zu erleben, als ihn in einem Kino zu sehen", sagten Academy-Präsident David Rubin und Geschäftsführerin Dawn Hudson. Dennoch mache die Pandemie eine vorübergehende Ausnahme von den Regeln erforderlich.

Streit über Animationsfilm "Trolls World Tour"

Unterdessen entbrannte anlässlich des Online-Erfolgs des Animationsfilms "Trolls World Tour" ein Streit in der Branche. Traditionell werden neue Filme erst im Kino gezeigt und stehen erst einige Monate später zum Kauf oder Ausleihen sowie Streaming zur Verfügung. Dieses Zeitfenster ist in den vergangenen Jahren bereits kürzer geworden, und es gab auch Ideen, Filme zeitgleich zu ähnlichen Preisen wie beim Kinobesuch einer Familie online zu verleihen.

Die Schließung der Kinos in der Corona-Krise schob nun Kinostarts auf - einige Filme wie die "Trolls"-Fortsetzung gingen aber direkt in den sogenannten Premium-Online-Verleih für knapp 20 Dollar in den USA und 15 Euro in Europa. Für Universal zahlte sich das aus: In drei Wochen spielte der Film allein im US-Markt knapp 100 Millionen Dollar ein, wie das "Wall Street Journal" berichtete.

"Wir gehen davon aus, dass wir Filme in beiden Formaten veröffentlichen werden, wenn die Filmtheater wieder öffnen", kündigte Jeff Shell, Chef von NBCUniversal, daraufhin an. AMC, die weltgrößte Kinokette, konterte mit einem offenen Brief. "Ab sofort wird AMC keinen Film von Universal in einem seiner Kinos in den USA, Europa oder dem Mittleren Osten vorführen", schrieb AMC-Chef Adam Aron. Genauso werde der Kinokonzern auch gegen jedes andere Studio vorgehen, das den Exklusiv-Zeitraum für Filmtheater nicht einhalten wolle.

Kinos stehen angesichts des Streaming-Booms der vergangenen Jahre bereits unter Druck und hielten sich unter anderem dank Blockbustern wie den "Marvel"-Comic-Verfilmungen über Wasser.

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