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Risiko von Corona-Infektionen - Wie gefährlich sind die Proteste?

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Tausende protestierten am Samstag gegen Rassismus und Polizeigewalt - oft ohne Masken und ausreichend Abstand zueinander. Experten warnen vor steigenden Infektionszahlen.

Teilnehmer einer Kundgebung gegen Rassismus und Polizeigewalt
Allein in Berlin kamen 15.000 Teilnehmer zu einer Kundgebung gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Quelle: dpa

Berlin, Alexanderplatz am Samstagnachmittag. Insgesamt 15.000 meist junge Menschen sind gekommen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Sie zeigen Gesicht - und viele ohne Maske. Schon nach kurzer Zeit sperrt die Polizei den Alexanderplatz ab. Es ist zu voll. Auch, weil die Menchen noch versuchen, Abstand zu halten. Hinter den Absperrungen drängen sich die Demonstranten dann aber noch dichter. Nun ganz ohne Abstand.

Ähnliche Proteste gab es gestern auch in Frankfurt, Stuttgart und Mannheim. In München kamen statt der angemeldeten 200 Demonstrationsteilnehmer rund 25.000. "Wir haben permanent Durchsagen gemacht, um auf die Einhaltung der Abstandsregeln hinzuweisen", sagt ein Polizeisprecher. Trotzdem gab es zahlreiche Verstöße gegen die Sicherheitsauflagen. Doch wie gefährlich sind diese Demonstrationen?

Großveranstaltungen verbreiten das Virus

Generell spielen Großveranstaltungen nach Einschätzung von Virologen eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus, weshalb weltweit Konzerte, Sportveranstaltungen oder Volksfeste abgesagt wurden. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), solche Großveranstaltungen zu unterbinden "scheint am ehesten was gebracht zu haben".

Die größten Bedenken der Experten: Dass Demonstrationen zu Superspreading-Ereignissen werden könnten - dass also im dichten Gedrängel mit lauten Protestrufen einige wenige Infizierte eine große Anzahl von Menschen in ihrer direkten Umgebung anstecken.

Auch draußen kann es Superspreader-Ereignisse geben

Auch wenn diese Gefahr draußen deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen, hat es auch schon unter freiem Himmel solche Superspreader-Ereignisse gegeben. Darauf wies auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei Twitter hin:

Ich teile den Anlass des Protests voll und ganz. Aber trotzdem sind die Abstände zu klein. Gefahr der Coronapandemie ist nicht gebannt. Es gab auch einige Superspreader-Ereignisse draussen, in Italien und Spanien.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

So stiegen beispielsweise die Infektionszahlen deutlich an, nachdem sich bei einer Großkundgebung zum Internationalen Frauentag in Madrid am 8. März Zehntausende Teilnehmerinnen versammelt hatten.

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Spahn: "Gedrängte Menschenmengen besorgen mich"

Auch in den USA sind die Behörden angesichts der Massenproteste besorgt. Andrew Cuomo, der Gouverneur von New York, fürchtet einen Anstieg der Infektionszahlen: "Nach allem, was wir getan haben, infizieren diese Menschenansammlungen wahrscheinlich Hunderte um Hunderte."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb bei Twitter: "Der Kampf gegen Rassismus braucht unser gemeinsames Engagement. Jeden Tag. Doch dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie besorgen mich."

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Ob es durch die Proteste tatsächlich zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommt, wird wohl erst in etwa zwei Wochen sichtbar sein. Nach Protesten gegen die staatlich verordneten Corona-Schutzmaßnahmen kam es in der Vergangenheit allerdings nicht zu einem merklichen Anstieg der Corona-Infektionen. Die Demonstrationen fielen in der Regel jedoch deutlich kleiner aus.

Dem Autor auf Twitter folgen: @OliverKlein

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