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Virologin Ulrike Protzer - Bei Biontech-Impfstoff noch "offene Fragen"

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Ulrike Protzer, Virologin an der TU München, hält die Impfstoff-Ergebnisse von Biontech für vielversprechend. Dass bald jeder geimpft werden könne, sei aber unrealistisch.

Erstaunt, aber auch erfreut – so reagiert die Virologin Ulrike Protzer von der TU München auf die Studienergebnisse, die Biontech und Pfizer zu ihrem Corona-Impfstoff vorgestellt haben. Der Impfstoff soll zu über 90 Prozent wirksam sein. Noch im November wollen die beiden Firmen in den USA die Zulassung beantragen.

"Das Ganze klingt sehr vielversprechend", so Protzer im ZDF. Bisher gebe es aber nur Pressemitteilungen zu dem Impfstoff und keine Daten, die andere Forscher überprüfen könnten.

Impfstoff-Studie geht noch weiter

Es sei nicht gezeigt, sagte Protzer weiter, dass der Impfstoff auch die Verbreitung des Coronavirus eindämmen oder für schwächere Krankheitsverläufe sorgen könne. Wie lange hält der Schutz an? Sind einige Menschen besser geschützt als andere? Auf Fragen wie diese gibt es laut der Virologin noch keine Antworten.

Die Studie von Biontech und Pfizer läuft aber weiter. Die jetzigen Ergebnisse seien nur ein Zwischenstand.

Was wir jetzt wissen: Derjenige, der sich impfen lässt, ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vor der Infektion geschützt.
Ulrike Protzer, Virologin

Bis zur Zulassung in Deutschland könnte es laut Protzer noch bis Anfang nächsten Jahres dauern. "Ich persönlich glaube nicht, dass die Impfung noch einen signifikanten Effekt auf die Welle hat, die wir jetzt im Moment haben und die uns ja sicher bis einschließlich Februar, vermutlich bis in den März hinein, begleiten wird."

Impfung nicht sofort für alle verfügbar

Doch auch, wenn es dann im kommenden Jahr tatsächlich einen Impfstoff geben sollte – dass direkt jeder geimpft werden kann, der das möchte, hält Protzer für unrealistisch. "Das wären zwei Millionen Menschen pro Monat, das ist eine riesige logistische Leistung, wenn man das hinbekommen will", so die Virologin.

Dass wir alle Ende nächsten Jahres immun sind, das glaube ich noch nicht.
Grippeschutzimpfung in einer Klinik. Archivbild

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von Dominik Rzepka
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