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Ramadan und Corona - Ein Zuckerfest unter strengen Auflagen

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Weltweit haben Muslime im Ramadan auf Essen und Trinken verzichtet. Nun startet mit dem Zuckerfest die Zeit des gemeinsamen Feierns - eigentlich. Denn es gibt strenge Auflagen.

Nach entbehrungsreichen Wochen ist für Millionen Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen. Am Sonntag begann das mehrtägige Fest des Fastenbrechens, das in der Türkei auch Zuckerfest genannt wird, jedoch im Schatten der Corona-Pandemie.

Sonst kommen zu dieser Zeit Muslime in Moscheen und mit ihren Familien zusammen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. Doch um eine Ausbreitung von Corona zu verhindern, haben viele Länder strikte Ausgangsbeschränkungen erlassen, sodass die Gläubigen zu Hause bleiben müssen.

"Eid al-Fitr" - das Ende des Ramadans

Die Moscheen sind in den allermeisten Ländern seit Wochen geschlossen. Die einflussreiche Al-Azhar-Lehranstalt in Kairo stufte Feiertagsgebete zu Hause wegen der Pandemie als "zulässig" ein. Eine staatlich betriebene Moschee durfte dort am Sonntag aber öffnen, wo sich einige wenige Gläubige versammelten.

"Wir sehnen uns danach, wieder in Moscheen zu beten", sagte ein Kleriker in einer Predigt laut einer Übertragung im ägyptischen Staatsfernsehen.

Um die Krise in den Griff zu bekommen, kündigte Saudi-Arabien zum Ende des Ramadans eine strenge mehrtägige Ausgangssperre an. Die gesamte Gesellschaft müsse "diese besonderen Umstände verstehen", sagte König Salman. Auch die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ordneten Gebete zu Hause an.

Ausgangsbeschränkungen an den Festtagen

Katar forderte die Öffentlichkeit auf, an Eid al-Fitr niemanden zu besuchen und auch keinen Besuch zu empfangen. Auch Ägypten intensiviert die bestehenden Ausgangsbeschränkungen an den Festtagen. Der öffentliche Nahverkehr wird in dieser Zeit teilweise eingestellt. Restaurants, Parks und Strände bleiben geschlossen.

"Seit dem Morgen sind keine Kinder aufgetaucht", sagte Spielzeughändler Nasim Sadik der Deutschen Presse-Agentur in Tunesiens Hauptstadt Tunis. Moscheen blieben in Tunesien ebenfalls geschlossen.

Eid ist dieses Jahr anders.
Nasim Sadik, Spielzeughändler

In der Türkei wurde eine viertägige Ausgangssperre über die Feiertage verhängt. Nur Senioren ab 65 Jahre - die seit Wochen komplett zu Hause bleiben müssen - dürfen mit einer Sondergenehmigung in ihre Heimatprovinzen reisen.

In Saudi-Arabien droht zudem die große Wallfahrt Hadsch, die Ende Juli beginnt, in diesem Jahr auszufallen. Normalerweise kommen dann fast zwei Millionen Gläubige aus dem Ausland in die für Muslime heilige Stadt Mekka und bescheren dem Land hohe Einnahmen.

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