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Infektion trotz Antikörpern : Was Sie über die Reinfektionen wissen müssen

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Meldungen über erneut infizierte Corona-Patienten werfen viele Fragen auf. Wichtig sei aber vor allem der Verlauf der Erkrankung, erklären Virologen gegenüber ZDFheute.

Betten in Corona-Krankenhaus in Messehalle in Berlin
Aktuell sind viele Betten im Corona-Krankenhaus in Berlin leer.
Quelle: ZDF

An Corona erkrankt und das zum zweiten Mal? Die Meldungen werfen Fragen auf. Nach einem ersten Fall in Hongkong berichten nun auch Forscher in Belgien und den Niederlanden von Nachweisen einer erneuten Corona-Infektion bei von der Krankheit Genesenen. Was bedeutet das für die Corona-Pandemie? Erschwert es den Kampf gegen das Virus und Covid-19 oder handelt es sich um eine normale Reaktion des Immunsystems, um mit der Gefahr einer Infektion fertig zu werden?

Wie sind diese neuen Corona-Fälle zu bewerten?

"Entscheidend ist nicht, ob sich jemand erneut infiziert, sondern ob jemand bei erneuter Infektion erkrankt", erklärt Thomas Mertens vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Ulm. Deshalb sei es so wichtig, immer zwischen Infektion und Erkrankung zu differenzieren.

Der kritische Faktor am Anfang der Pandemie war stets die Sorge, dass das Gesundheitssystem mit zu vielen Erkrankten überlastet sein würde.

Verändert sich durch die Reinfektionen die Dynamik der Corona-Pandemie?

Eine wirkliche Sicherheit, nach einer durchlebten Covid-19-Erkranung für immer immun zu sein, habe es ohnehin nie gegeben, meint der Immunologe Thomas Jacobs vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Bei den nun bekannt gewordenen Fällen sei vor allem wichtig, dass die zweite Erkrankung milder verlaufen sei als die erste. Das ließe auf eine Teilimmunität schließen, die vor einer schweren Erkrankung schützt, so Jacobs.

Handelt es sich bei derartigen Fällen um eine übliche Reaktion des Immunsystems?

Eine erneute Infektion nach einer Erkrankung sei bei vielen Viren durchaus möglich, sowohl nach einer natürlichen Infektion als auch nach einer erfolgreichen Impfung, so Virologe Mertens. Eine wirklich "sterile Immunität", bei der keine weitere Infektion mit demselben Erreger mehr möglich ist, sei eher selten.

Eine Re-Infektion ohne Erkrankung muss auch nicht schlecht sein, sie ermöglicht unter Umständen den Erhalt der Immunität.
Thomas Mertens, Universitätsklinikum Ulm

So wurde etwa bei Erkrankungen mit Röteln bereits vor vielen Jahren untersucht, dass Reinfektionen möglich sind, aber eben ohne Erkrankung. Auch eine Impfung soll zunächst nur die Erkrankung verhindern und nicht unbedingt die Infektion.

Wenn die Infizierten symptomfrei sind, können sie dann nicht unbemerkt andere anstecken?

Das könne durchaus ein Problem sein, meint Infektionsmediziner Jacobs. Nach den bisherigen Erkenntnissen zum Coronavirus und Covid-19 sei er aber nicht sicher, ob ein Infizierter mit milden Symptomen und einer geringen Virenlast besonders ansteckend ist. Es sei unwahrscheinlich, dass sich solche Patienten zu sogenannten Superspreadern entwickeln, die viele Menschen infizieren.

Ähnlich schätzt auch Virologe Mertens die Lage ein: Es hänge davon ab, ob nach einer Reinfektion erneut eine nennenswerte Virusausscheidung erfolgt. "Wenn dies der Fall ist, dann stellen Reinfektionen tatsächlich ein epidemiologisches Problem dar", da diese Personen die Infektion weitergeben können. Das wisse man bei SARS-CoV-2 aber noch nicht genau und müsse es weiter untersuchen.

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