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So geht Reisen in Corona-Zeiten

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Tipps vom Reiserechtsexperten - So geht Reisen in Corona-Zeiten

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Für 160 Länder gelten noch Reisewarnungen - aber das sind keine Reiseverbote. Reiserechtsexperte Kay Rodegra erklärt, wie man mit gebuchtem Urlaub in Risikogebiete umgeht.

Leerer Strand bei Antalya (Archivbild)
Leerer Strand bei Antalya: Für die Türkei, das drittliebste Reiseland der Deutschen, gilt noch eine Reisewarnung.
Quelle: dpa

ZDFheute: Welche Folgen kann es haben, wenn man in ein Land reist, für das eine Reisewarnung besteht?

Kay Rodegra: Erstmal gibt es keine Rückholaktion mehr, sollte es zu gravierenden Verschlechterungen im Land kommen, das hat unser Außenministerium ganz klar gesagt. Dann muss man bedenken, dass bei solchen Reisen oft der Reiseversicherungsschutz entfällt - viele Auslandskrankenversicherungen garantieren keine Deckung mehr.

Und man muss immer bedenken, wenn man in ein Land mit einer Reisewarnung fährt, dass man bei der Wiedereinreise nach Deutschland sehr wahrscheinlich eine Quarantäne von 14 Tagen durchlaufen muss. Man sollte sich also auch vor Reiseantritt darüber informieren, ob sein Reiseland auf der Corona-Risikoliste des RKI steht.

ZDFheute: Ägypten, Türkei, Tunesien - beliebte Reiseziele, für die bis zum 31. August ebenfalls eine Reisewarnung besteht. Was kann man konkret tun?

Rodegra: Kurz gesagt: abwarten oder stornieren. Derzeit besteht für diese Ziele eine Reisewarnung bis zum 31. August 2020. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass für diese beliebten Reiseziele außerhalb der EU vorzeitig eine Aufhebung der Reisewarnung erfolgen wird, aber darauf kann man sich heute noch nicht verlassen.

Wer eine Reise gebucht hat, kann seine Pauschalreise kostenfrei stornieren, sollte sein Reisestart in den Reisezeitraum einer Reisewarnung für das Zielland fallen.

ZDFheute: Kann man auch unabhängig von einer Reisewarnung kostenfrei stornieren?

Rodegra: Ja, wenn es im Rahmen der Pauschalreise zu erheblichen Beeinträchtigungen am Zielort oder in dessen Nähe kommt oder diese zu erwarten sind und von denen bei Buchung nichts bekannt war.

Ebenso, wenn vertragliche Leistungen umfangreich nicht erbracht werden, also zum Beispiel ein Wellness-Bereich ist geschlossen, gebuchte Sportangebote können gar nicht zur Verfügung gestellt werden: Dann liegt eine erhebliche Beeinträchtigung vor und der Reisekunde kann kostenfrei vom Reisevertrag zurücktreten. 

Für 160 Länder gilt noch immer eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Diese bedeutet kein Reiseverbot - Risiken und Nachteilen sollte man sich aber unbedingt bewusst sein.

Beitragslänge:
3 min
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ZDFheute: Wo sehen Sie momentan die Reisesicherheit wegen Corona-Ansteckungen am ehesten gefährdet?

Rodegra: Die größte Gefahr sehe ich derzeit nach wie vor beim Fliegen, denn da ist die Enge zwischen den Passagieren so groß, dass meines Erachtens hier nicht hundert Prozent gewährleistet ist, dass eine Ansteckung auszuschließen ist.

Die Meinungen von technischen und medizinischen Fachleuten gehen da zwar auseinander, aber wir hören jeden Tag: "Abstand halten, Abstand halten, Abstand halten." Und das ist beim Fliegen meines Erachtens einfach nicht zu gewährleisten. Auch für Reisebusse habe ich da meine Bedenken.

ZDFheute: Was raten Sie Frühbuchern?

Rodegra: Wen jetzt die Reiselust überkommt, der kann natürlich schon für den Winter oder das nächste Frühjahr eine Reise buchen. Man sollte die aktuellen Informationen über die Reiseländer aber immer im Blick haben.

Zudem sollte man die gute alte Pauschalreise buchen, denn da ist man schlichtweg besser geschützt, sollte es erneut zur Reisewarnungen oder Beeinträchtigungen in den Zielgebieten kommen.

Das Interview führte Jenifer Girke. Der Autorin auf Twitter folgen: @JeniferGirke.

Tipps vom Reiserechtsexperten -
Urlaub trotz Corona: Was Sie wissen müssen
 

Reisen in Corona-Zeiten: Kann ich stornieren, auch wenn die Reisewarnungen aufgehoben werden? Worauf sollte ich beim Buchen achten? Reiserechtsexperte Kay Rodegra mit Antworten.

von Jenifer Girke
Videolänge:
1 min

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