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Unter welchen Regeln sind Konzerte möglich?

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Studie mit Tim Bendzko - Unter welchen Regeln sind Konzerte möglich?

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Bei einem Tim-Bendzko-Konzert wurde untersucht, unter welchen Bedingungen Veranstaltungen trotz Corona möglich sind. Jetzt sind die Ergebnisse da. Wie aussagekräftig sind sie?

Wissenschaftler des Uniklinikums Halle zeigten die Ergebnisse zur Studie Restart-19

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Kommende Woche fährt Deutschland herunter. Von Montag an gelten die neuen Corona-Beschränkungen. Kontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden, Gastronomen müssen schließen. Konzerte, Fußballspiele, Kulturveranstaltungen dürfen einen Monat lang nicht mehr stattfinden.

Auch deshalb blickte vor allem die Veranstaltungsbranche am Donnerstag gespannt nach Halle an der Saale. Die dortige Uniklinik hat ihre Restart-19-Studie vorgestellt. Sie hat bei einem Konzert von Sänger Tim Bendzko in Leipzig untersucht, unter welchen Bedingungen Hallenveranstaltungen mit Publikum wieder stattfinden könnten.

Ergebnis: Konzerte könnten unter strengen Regeln stattfinden

Das Konzert fand Ende August statt, jetzt präsentierten die Experten der Uniklinik Halle ihr Ergebnis: Unter Einhaltung von Hygienekonzepten und mit begrenztem Publikum können Veranstaltungen auch in der Pandemie durchaus stattfinden. Wichtig seien dabei:

  • Keine Veranstaltung mit voller Kapazität
  • Keine Stehkonzerte - nur Sitzkonzerte
  • Anzahl der Einlass-Schleusen erhöhen
  • Maskenpflicht in der Halle
  • Essen und Getränke nur am Sitzplatz verzehren
  • Adäquate Raumlufttechnik

Großveranstaltungen in Corona-Zeiten sind nicht erlaubt. Tim Bendzko hat in Leipzig dennoch ein Konzert als Teil einer wissenschaftlichen Studie gegeben.

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Veranstalter sehen sich durch Restart-19-Studie bestärkt

Karsten Günther, Geschäftsführer des Handballvereins DHfK Leipzig, erklärte bei der Pressekonferenz am Donnerstag, dass es für die Veranstaltungsbranche auch dank dieser Studie nun möglich sei, "wieder mit gutem Gewissen loszulegen". Der Erstliga-Verein war Partner der Studie. "Jetzt heißt es, aus Wissen Nutzen zu machen", sagte Günther.

Das gelte auch für die Politik, "um mutig auf den heute basierenden Daten und Fakten Entscheidungen zu treffen und mit uns gemeinsam einen Plan zu entwickeln, wie wir den Veranstaltungbetrieb in Sport und Kultur und im Freizeitbereich wiederaufnehmen können", so sein Blick aus der Persepektive der Veranstalter.

Wie viel Aussagekraft hat die Restart-19-Studie?

Es wird jedoch noch zu prüfen sein, wie hoch die Aussagekraft dieser Studie ist, die auch im Interesse der Veranstaltungsbranche entstand und von einer Leipziger Eventfirma unterstützt wurde. Denn die Restart-19-Studie hat den Peer-Review-Prozess noch nicht durchlaufen. Die Wissenschaftsgemeinde wird sich die vorgestellten Modelle zu Aerosolen, Belüftungstechnik und Kontakten noch kritisch anschauen müssen.

Die Ergebnisse stehen also zunächst unter Vorbehalt. Zudem erklärte der Studienleiter Stefan Moritz mit Blick auf den Versuchsaufbau: "Wir hatten es natürlich ideal organisiert." Das bedeutet im Umkehrschluss, dass solche idealen Bedingungen nicht zwingend auf andere Städte oder Konzertsituationen übertragen werden können.

In der Realität kann es zu unvorhergesehenen, längeren Kontakten kommen - und somit trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einem erhöhten Übertragungsrisiko. Ungeklärt bleibt auch die Frage, was passiert, wenn es im Publikum einen oder sogar mehrere Superspreader gibt, also Menschen, die - ohne es zu Wissen - deutlich ansteckender sind als andere Sars-Cov-2-Infizierte.

Eine Infizierte Person steckt ihr Umfeld an.

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"Mit Hygienekonzept Risiko sehr gering"

Die Restart-19-Studie bleibt also zunächst eine Versuchsanordnung, die zeigt: Mit konsequenten Hygiene-, Kontakt- und Lüftungskonzepten sind Veranstaltungen in der Pandemie denkbar. Entsprechend sagte Epidemiologe Rafael Mikolajczyk bei der Vorstellung der Studie:

Veranstaltungen haben das Potenzial, Epidemie zu befeuern, aber wenn ein Hygienekonzept eingehalten wird, ist das Risiko sehr gering.

Die Ergebnisse müssen sich aber an der Realität messen - und dort ist nicht alles immer so planbar wie in einem Modellversuch. Politik und Veranstaltungsbranche werden also noch viel Gesprächsbedarf haben.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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