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Leben retten am Strand - in Corona-Zeit

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Rettungsschwimmer und Corona - Leben retten am Strand - in Corona-Zeit

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Rettungsschwimmen auf Abstand - geht das? Irgendwie schon. DLRG & Co. sichern auch in Coronazeiten Deutschlands Badestrände ab.

Auch in der Pandemie müssen die Menschen vor dem Ertrinken bewahrt werden. Aber wie lässt sich Lebensrettung mit Social Distancing vereinbaren?

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Morgens um neun Uhr in Kölpinsee auf Usedom: Während die Urlaubsgäste gerade ihr Frühstück genießen, bereitet das Team der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Posten an dem zweieinhalb Kilometer langen Strand für den Tag vor. Boote und Rettungsboards ans Wasser, Materialcheck, Lagebesprechung. Wachleiter Raik Schäfer teilt 13 Rettungsschwimmer auf drei Wachtürme und den Hauptturm auf.

Trotz Corona kaum weniger Besucher auf Usedom

"Bei gutem Wetter sehen wir rechts bis Swinemünde und links bis Rügen", sagt Schäfer. Das Wichtige spielt sich jedoch direkt vor ihm ab: das Leben am Ostseestrand. "Bei Sommerwetter sehen wir aktuell fast so viele Besucher wie in den Vorjahren." Und doch ist das Bild anders, sagt Schäfer:

Sonst gab es eine Menge Windschutze zwischen den Strandkörben. Das geht in diesem Jahr nicht mit dem nötigen Abstand.
Raik Schäfer, DLRG

Raik Schäfer (55) gehört zu den Erfahrenen im Team. Schon als Kind war der Arzt mit seinen Eltern auf Usedom. Mit 16 Jahren dann Rettungsschwimmer - und das bis heute. In Kölpinsee. Und auch wenn der gebürtige Jenaer schon lange in Hamburg lebt, ist er im Herzen "Wahl-Usedomer".

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Schulungen - jeden Tag

150 Meter vom Ufer entfernt markieren Bojen das Ende des Badebereichs. Die Rettungsschwimmer haben ebenso den gesamten Strandbereich im Blick.

Hier am Strand passiert am meisten. Herzinfarkte, Verletzungen, verlorene Kinder. Wir sind Ansprechpartner bei allen möglichen Problemen.
Raik Schäfer, DLRG

In täglichen Schulungen macht sich das Team für alle Fälle fit. "Unsere Rettungsschwimmer lernen ihr Handwerk zu Hause in ganz Deutschland. Aber das Meer mit Strömungen und Wellen ist dann doch noch anders. Wir üben hier viel, Skispringen lernt man ja auch nicht in der Sahara", sagt Raik Schäfer.

Wie retten in Zeiten des Virus?

Üben für den Ernstfall - jemanden aus der Ostsee retten. Wie geht das eigentlich mit Abstands- und Hygieneregeln? "In den meisten Situationen können unsere Rettungsschwimmer vom Rettungsbrett oder vom Boot aus den Hilfebedürftigen die Hand reichen und sie aufs Brett oder ins Boot ziehen. Außerdem können wir auch mit einem Gurt auf Abstand retten", sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese.

Wenn ein Schwimmer nicht mehr reagieren könne, sei natürlich immer noch das klassische persönliche Retten erlaubt. Und auch das geht mit zumindest ein wenig Abstand: "Wir nähern uns schwimmerisch möglichst von hinten. So lässt sich vermeiden, dass man dem anderen direkt ins Gesicht atmet", sagt Wiese. Hand an den Kopf, abschleppen, mit wenig Körperkontakt gerettet.

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Mund-zu-Mund-Beatmung? Nur im Notfall

Und wenn jemand bewusstlos ist? "Jetzt in der Corona-Krise gibt die "Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe" die Empfehlung, dass unsere Ersthelfer keine Atemspende geben sollen", sagt der DLRG-Sprecher: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei 90 Prozent der Reanimationen eine Druckmassage ohnehin ausreichend ist." Und wenn nicht…?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Rettungsschwimmer einem bewusstlosen Kind im Zweifelsfall eine Atemspende verwehren würden.
Achim Wiese, DLRG-Sprecher

Sorge, dass Zahl der Badeunfälle steigt

950 Mal haben die Retter der DLRG im vergangenen Jahr Menschen vorm Ertrinken gerettet. Aktuelle Zahlen dieser Saison gibt es noch nicht. Tatsächlich macht man sich bei Hilfsorganisationen aber Sorgen über mehr Badeunfälle in der Zukunft.

"Wenn mehr Deutsche bei uns im Land den Urlaub verbringen und gleichzeitig wegen Corona die Hallenbäder geschlossen sind und keine Schwimmausbildung stattfinden kann, besteht das Risiko, dass es zu mehr Unfällen kommen könnte", sagt Andreas Paatz, Bundesleiter der Wasserwacht (DRK). Viele Tausend Rettungsschwimmer versuchen genau das zu verhindern - so wie Raik Schäfer. Im Urlaub von 9 bis 18 Uhr im Einsatz. Für Kost, Logis "und eine tolle Gemeinschaft".

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