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Corona-Neuinfektionen - Kurve flacht ab - Dunkelziffer steigt wohl

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter, wenn auch weniger stark. Woran liegt das - und was bedeutet das für den Teil-Shutdown?

Besonders auf den Intensivstationen spitzt sich die Situation weiter zu. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch zu, so das Robert Koch-Institut.

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Wie entwickeln sich die Corona-Zahlen?

Sie steigen weiterhin. "Das Infektionsgeschehen nimmt immer noch praktisch in ganz Deutschland zu", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, auf einer Pressekonferenz (hier komplett im Video). Heute meldete sein Institut 21.866 Neuinfektionen.

Dabei ist wichtig zu wissen: Die heute gemeldeten Corona-Patienten haben sich wahrscheinlich letzte oder sogar vorletzte Woche angesteckt. Es dauert, bis der Test gemacht und ausgewertet ist, die Zahlen vom Gesundheitsamt ans RKI gemeldet und dort veröffentlicht werden.

Die Fallzahlen seien nach wie vor "sehr hoch", sagte Wieler - und viele Infizierte können auch viele weitere Menschen anstecken.

Flacht die Kurve ab?

Ja. Um den Anstieg zu beurteilen, bietet es sich an, die Zahlen nach Wochentagen zu vergleichen - also zum Beispiel die heutigen mit denen vom vergangenen Donnerstag. Denn sie schwanken über die Woche deutlich. Sonntags und montags sind die Fallzahlen meist niedriger, unter anderem, weil am Wochenende weniger getestet wird.

Heute liegt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen um 1.876 beziehungsweise 9,38 Prozent über denen vom vergangenen Donnerstag. Am 25. und 26. Oktober betrug das Plus noch 100 Prozent. Zugleich gab es im vergangenen Monat nur einen Tag, an dem die Zahl der Neuinfektionen unter der der Vorwoche lag: An diesem Dienstag wurden 20 Fälle weniger gemeldet als sieben Tage zuvor, das entspricht einem Minus von 0,13 Prozent.

"Die Fallzahlen nehmen etwas weniger stark zu", sagte Wieler. Es sei jedoch noch nicht abzusehen, ob sich diese Entwicklung fortsetze.

Warum flacht die Kurve ab?

Dafür nennen die Experten zwei mögliche Gründe. "Das kann daran liegen, dass die strengeren Maßnahmen beginnen zu wirken", sagte Ute Rexroth, Leiterin des RKI-Lagezentrums. Aber: "Das kann auch mitverursacht sein dadurch, dass die Laborkapazitäten langsam ausgeschöpft sind." Sprich: Es kann nicht mehr jeder getestet werden, dadurch könnten Covid-Fälle unentdeckt bleiben, die früher aufgefallen wären. Der Anteil der positiven Tests steigt weiter:

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Antikörper-Studien haben ergeben, dass sich etwa vier- bis fünfmal so viele Menschen mit Corona angesteckt haben wie offiziell gemeldet. RKI-Chef Wieler geht davon aus, dass die Dunkelziffer in den vergangenen Wochen gestiegen ist. Und sie dürfte sich weiter erhöhen, da seit vergangener Woche neue Testkriterien des RKI gelten. So soll nicht mehr jeder mit Erkältungssymptomen auf Corona untersucht werden, um die Laborkapazitäten zu schonen.

Was heißt das für die Lage insgesamt?

Mit Blick auf die abflachende Neuinfektionskurve zeigt sich Wieler "vorsichtig optimistisch". Sorgen bereitet ihm jedoch die Lage in den Krankenhäusern. Fast die Hälfte der Kliniken melde Engpässe, vor allem beim Personal. Das liege auch daran, dass immer mehr Ärztinnen und Pfleger mit Corona infiziert oder vorsorglich in Quarantäne seien. Zugleich werden mehr Pflegekräfte gebraucht: "Die Zahl der schweren Verläufe und der Intensivpatienten wird weiter steigen."

Auch die Zahl der Todesfälle werde weiter zunehmen, sagte Wieler.

Wirkt der Teil-Shutdown, der seit 2. November gilt? Wie können wir Weihnachten feiern? Für diese Fragen ist es laut Wieler noch zu früh. Aktuell liegt die Inzidenz bei 139 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt. Der Zielwert liegt bei maximal 50. So eine Senkung sei im Winter besonders schwer zu erreichen, sagte Wieler: "Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenbeißen."

Intensivbetten auf der Intensivstation.

Nachrichten | Politik -
Intensivstationen ohne Personal
 

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