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Warum Sars-CoV-2 so gefährlich ist

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Virologin Brinkmann erklärt - Warum Sars-CoV-2 so gefährlich ist

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Viele Infektionen verlaufen mild - trotzdem oder gerade deshalb ist das Coronavirus so schwer einzudämmen. Virologin Melanie Brinkmann erklärt, was das Virus so gefährlich macht.

Melanie Brinkmann
Melanie Brinkmann erklärt die Eigenheiten von Covid-19 kurz und knapp.
Quelle: Reuters

In 280 Zeichen auf Twitter zu erklären, warum das Coronavirus so gefährlich ist? Nicht gerade einfach. Doch Virologin Melanie Brinkmann hat den Versuch unternommen - mit einer Reihe von Tweets - und ist damit erfolgreich. Bereits nach wenigen Stunden sammelt die Tweet-Kette knapp 1.000 "Gefällt mir"-Angaben und wurde über 300 Mal geteilt.

Warum Sars-CoV-2 so gefährlich ist

Diese Frage wirft Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung auf. Sehr tödliche Viren wie das Ebola-Virus seien meist deutlich leichter einzudämmen als das neuartige Coronavirus, merkt die Virologin an und stellt dar, warum das so ist. [In einer interaktiven Grafik erklären wir, wie sich Covid-19 von Grippeviren unterscheidet.]

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Warum Covid-19 so schwer einzudämmen ist

"Weil [tödliche Viren] ihren Wirt so schwer erkranken lassen, dass er sich nicht mehr unter Menschen begibt. Sprich: der Infizierte kann nicht mehr viele Menschen anstecken und das Virus so weiterreichen", erklärt Brinkmann.

Wenn das Virus Pech hat, stirbt die infizierte Person - Sackgasse für das Virus.
Melanie Brinkmann

Beim neuartigen Coronavirus ist dies jedoch anders: Viele Infizierte weisen keine Symptome auf. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht ansteckend sind. Auch bereits vor den ersten Symptomen ist man infektiös.

Was Sars-CoV-2 so "erfolgreich" macht

Gerade diese Tatsache macht es dem Virus einfach, sich auszubreiten. "Die erfolgreichsten Viren sind allgemein die, die den Wirt am Leben lassen und möglichst wenig beeinträchtigen - je länger das Virus seinen Wirt für die Produktion neuer Viruspartikel ausnutzen kann, desto besser die Chancen, an den nächsten Wirt weiter gereicht zu werden", schreibt Brinkmann auf Twitter.

Warum das Coronavirus für das Gesundheitssystem so gefährlich ist

"Durch die rasche Verbreitung von Sars-CoV-2 und den rasanten Anstieg der Infiziertenzahlen haben wir dann in kurzer Zeit sehr viele schwer kranke Menschen, obwohl sie nur einen kleinen Teil der Infizierten ausmachen", schildert Brinkmann.

"Und wenn die Krankenhäuser mit Covid-Patienten voll sind, dann ist auch die gewohnte medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet mit dramatischen Auswirkungen für alle, die eine Behandlung benötigen."

Warum nicht nur Intensiv- und Sterbefälle zählen

In vielen Ländern ist dies bereits zu beobachten. In Italien warnen Mediziner vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems und Personalmangel. Regionen in Belgien, Großbritannien und Tschechien haben ihre Kapazitätsgrenzen bereits erreicht.

In Deutschland sind am Freitag laut DIVI-Intensivregister bundesweit 3.299 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 1.859 Menschen invasiv behandelt.

Doch Brinkmann verweist auch darauf, dass es nicht nur um Intensivfälle und Sterbefälle geht. Auch für andere Krankenhausstationen und Hausärzte verschärfe sich die Lage.

In Deutschland sind auch viele Gesundheitsämter am Limit. Nun helfen auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Intensivbetten auf der Intensivstation.

Nachrichten | Politik -
Intensivstationen ohne Personal
 

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