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"Schnelltests können großen Beitrag leisten"

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Virologin Eckerle - "Schnelltests können großen Beitrag leisten"

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Corona-Schnelltests sollen Labore entlasten. Kontaktnachverfolgung beschleunigen. Und unbesorgte Altenheimbesuche ermöglichen. Virologin Eckerle spricht sich klar für sie aus.

Virologin Isabella Eckerle im "heute-journal" zu Corona-Schnelltests

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7 min
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Der Winter naht und damit auch die Frage, wie es dann mit dem Coronavirus weitergeht. Seit einiger Zeit ist die Rede von Schnelltests. "Die werden sicher noch mal einen ganz großen Benefit bringen bei der Kontrolle der Pandemie", erklärt Isabella Eckerle, Virologin an der Universität Genf, im heute journal. Labore würden dann entlastet und eine schnellere Kontaktnachverfolgung und Isolierung werde möglich.

Zahlreiche solcher Tests befinden sich derzeit in Entwicklung, einige sind bereits erhältlich. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat angekündigt, noch im September einen Antigen-Test auf den Markt zu bringen, der laut Hersteller-Angaben mit hoher Genauigkeit eine Infektion erkennt.

Eckerle: Schnelltests nicht für Hausgebrauch geeignet

Allerdings dürfe man sich das nicht vorstellen wie einen Schwangerschaftstest, den man zuhause macht, sagt Eckerle:

Die, die im Moment gute Ergebnisse zeigen, die brauchen immer noch einen Nasen-Rachen-Abstrich und das ist etwas, was man nicht selber durchführen kann.
Isabella Eckerle, Uni Genf

Dennoch könne man, so die Professorin weiter, etwa in einer Schule oder in einem Pflegeheim "mit einer Schwester oder jemandem, der das eben gelernt hat, ein ganz einfaches Testzentrum aufbauen, wo man innerhalb von kürzester Zeit Ergebnisse hätte".

Die meisten dieser Schnelltests seien "weniger sensitiv" als PCR-Tests, erklärt Eckerle. Dies sei aber nicht unbedingt ein Nachteil - sondern eventuell sogar ein Vorteil, "weil man damit vor allem die Infizierten rausfischt, die gerade eine besonders hohe Viruslast haben". Die Tests könnten laut Eckerle "einen großen Beitrag leisten" - vorausgesetzt, dass sie in ausreichender Zahl verfügbar sind. "Weil natürlich die ganze Welt auf diese Schnelltests hofft und die auch haben möchte."

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Drosten betont Rolle von Corona-Schnelltests

Zuvor hatte Virologe Christian Drosten die Bedeutung der Schnelltests betont. Man müsse jetzt bei den sogenannten Antigen-Tests weiterkommen, sagte er am Dienstag in seinem NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Im Fall einer Infektionswelle im Winter werde man diese Tests brauchen. Sie seien zwar nicht perfekt, trotz Abstrichen bei der Zuverlässigkeit gebe es Vorteile wie Schnelligkeit und Verfügbarkeit vor Ort.

Zum Beispiel an der Eingangstür eines Seniorenwohnheims könnten solche Tests "unglaublich viel Gutes" tun, sagte Drosten mit Blick auf Besuchsmöglichkeiten bei Älteren. Wichtig sei allerdings, nicht irgendwelche "Quatschtests" zu nutzen, und es sei zu klären, wer sie durchführen darf.

Kekulé für Corona-Selbsttests - Labormediziner warnt

Der Virologe und Mikrobiologe Alexander Kekulé sagte hingegen vor einigen Tagen im MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass", jeder könne den Nasen-Abstrich im Prinzip selbst machen. Er sehe keinen Grund, warum das nur ein Arzt machen solle:

Meines Erachtens, sich selbst eine Probe vorm Spiegel zu nehmen, muss in Pandemie-Zeiten halt geübt werden wie das Zähneputzen im Kindergarten.
Alexander Kekulé

Die Genauigkeitsangaben für diese Tests hörten sich gut an, sagte kürzlich Matthias Orth, Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin im Marienhospital in Stuttgart. Grundsätzlich seien solche Schnelltests aber mit Bedacht zu bewerten. "Ein Antigen-Test ist nie so genau wie ein PCR-Test." Schnelltests seien in manchen Bereichen eine sinnvolle Ergänzung - könnten aber die PCR-Testung nicht ersetzen.

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von Tai Becker
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