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Halbe Klassen in Corona-Hotspots?

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Kritik vom Lehrerverband - Halbe Klassen in Corona-Hotspots?

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Eigentlich empfiehlt das RKI Schulen bei hohen Infektionswerten eine Abkehr vom Regelbetrieb. Dass dies trotz der aktuellen Zahlen nicht geschieht, kritisiert der Lehrerverband.

Hamburg: Schüler einer 13.Klasse der Oberstufe der Stadtteilschule Niendorf sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Deutsch-Unterricht.
Wie sollen Schulen auf die steigenden Corona-Zahlen reagieren?
Quelle: dpa

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert den Umgang mit den steigenden Infektionszahlen in vielen deutschen Regionen. Vielerorts wird inzwischen der Risikowert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übertroffen.

Der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung" dazu: "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Dies würde aber in den meisten Kommunen nicht geschehen.

Gegenüber ZDFheute erklärt Meidinger, er beziehe sich auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Empfehlung des RKI bei mehr als 50 Neuinfektionen lautet: Verkleinerung der Klassen "durch Teilung oder Wechselunterricht", so dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Wechselbetrieb in Bayern und Berlin in Reaktionsplänen

Zwar habe nicht jedes Bundesland den Wechselbetrieb explizit in die eigenen Reaktionspläne aufgenommen, einige aber durchaus, so zum Beispiel Bayern und Berlin.

Wir kritisieren, dass man Richtwerte hat, aber sich nicht daran hält.
Heinz-Peter Meidinger, Deutscher Lehrerverband

Es sorge ihn, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert würden, "um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten."

Meidinger: Vorsicht ist notwendig

"Die Lehrkräfte wollen Unterricht halten", so Meidinger, aber man müsse eben auch vorsichtig agieren. Wohin es sonst führen kann, sehe man derzeit im Berchtesgadener Land. Dort wurden zuletzt mehr als 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner gezählt. Die Schulen mussten daraufhin komplett schließen.

Die Corona-Fallzahlen steigen in einigen Bundesländern rasant an - etwa in Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Wir schaffen einen Überblick.

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3 min
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Das sollte die Ausnahme bleiben, wenn man der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Stefanie Hubig folgt. Sie sagt: "Angesichts der sehr heterogenen Situation in Deutschland kann aber niemand ernsthaft wollen, dass alle Schulen und Kitas wieder komplett schließen müssen." Es gelte, vor Ort die Lage sehr genau zu analysieren und passende Maßnahmen anzuordnen, so wie es auch das RKI empfehle. Es mache einen Unterschied, ob ein Infektionsgeschehen eng eingrenzbar oder in der Gesellschaft breit gestreut sei. Auch Meidinger sagt:

Wir sind gegen einen Automatismus.
Heinz-Peter Meidinger, Deutscher Lehrerverband

Grundsätzlich sollten die Richtwerte aber gelten. Derzeit sei es aber genau andersherum, so Meidinger. In der Regel halte man sich eben nicht an die Richtwerte.

Kritik an Plänen der Kultusministerkonferenz

Bildungsgewerkschaften und der Bundeselternrat kritisierten außerdem das Rahmenkonzept der Kultusministerkonferenz für Infektionsschutz und Hygiene an den Schulen. Dieses halte sich nicht an die Empfehlungen des RKI. Zwar werden in dem Konzept Stufen festgelegt, etwa für das Maske-Tragen im Unterricht. Da diese aber nicht an feste Infektionszahlen gekoppelt werden, würden sie ihren Sinn verfehlen.

Das Konzept der Kultusministerkonferenz ist ohnehin lediglich eine Empfehlung. Die Reaktion auf das Pandemiegeschehen liegt in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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von Robert Meyer
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