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Schulen vor enormen Herausforderungen

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Hygiene und Logistik - Schulen vor enormen Herausforderungen

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Auch wenn der 4. Mai angepeilt ist: Bis der Unterricht wieder richtig losgeht, dürfte es dauern. Die Schulen haben jetzt erstmal einen Berg an Hausaufgaben zu erledigen.

Bis Ende April soll es ein Konzept der Kultusminister geben, wie Schulen Hygienestandards einhalten können. Wichtig seien vor allem die Themen Masken und Desinfektion.

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Trotz der prinzipiellen Übereinkunft von Bund und Ländern über eine behutsame Wiederöffnung der Schulen geht die SPD-Vorsitzende Saskia Esken von einem langen coronabedingten Notbetrieb aus.

"Es wird auf lange Sicht keine Rückkehr zum gewohnten Unterrichtsgeschehen geben", sagte die frühere baden-württembergische Landeselternvertreterin dem "Handelsblatt". Weiter betonte sie:

Das Gebot der Stunde heißt also weiterhin digital gestütztes Lernen.
SPD-Chefin Saskia Esken

An diesem Donnerstag befassen sich mehrere Landeskabinette mit der praktischen Umsetzung der Beschlüsse. Für die Wiedereröffnung der Schulen sind nach Einschätzung der Lehrer-Gewerkschaft GEW zwei Wochen Vorlauf nötig.

Schulen brauchen Vorbereitungszeit

"Dafür braucht es eine sorgfältige Vorbereitung", erklärte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse". Die Schulen müssten Unterricht in Kleingruppen organisieren, damit der Abstand eingehalten werden könne. Die Gesundheitsämter müssten Gesundheitschecks vornehmen: "Es braucht ausreichend Seife und Einmalhandtücher. Die Toiletten müssen mehrmals am Tag gereinigt, Türgriffe desinfiziert werden."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die geplante schrittweise Öffnung von Schulen - fordert dafür aber ein umfassendes Hygienekonzept: "Geld darf jetzt keine Rolle spielen", so die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe.

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Ähnlich sieht das die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Das Ziel sei es aber, "dass alle Schüler und Schülerinnen vor der Sommerpause auch noch mal in die Schule gehen können", sagte Dreyer im Deutschlandfunk. Gleichzeitig betonte sie: "Aber das wird natürlich abhängig sein vom Infektionsgeschehen."

Bundeselternrat zweifelt an schneller Öffnung der Schulen

Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, zweifelt an der Umsetzbarkeit in so kurzer Zeit. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:

Es ist ausgeschlossen, dass die Schulen ihre oft maroden sanitären Einrichtungen bis zum 4. Mai so in Ordnung bringen, wie es in dieser Pandemie-Situation nötig wäre.
Stephan Wassmuth, Bundeselternbeirat

Es fehle oft schon an warmem Wasser in den Toilettenräumen. "Von Waschbecken in den Klassenräumen möchte ich gar nicht sprechen."

Bildungsministerin: "Enorme Herausforderung"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte dem RND: "Es sind viele komplexe Fragen zu lösen, ohne eine Erhöhung der Infektionsrate zu riskieren." Auch sie sprach von einer "enormen Herausforderung".

Pädagogisch hätte GEW-Chefin Tepe ein altersmäßig umgekehrtes Vorgehen als nun geplant empfohlen: "Wir sollten eher mit dem Unterricht der Kleinen in Teilgruppen beginnen und mit den Grundschulen und den Klassen fünf und sechs starten. Die älteren Schüler können schon mehr im Fernunterricht daheim leisten."

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Wie es in den Klassenzimmern weitergehen soll

Vorgesehen ist jedoch etwas anderes. Die am Mittwoch von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder gefassten Beschlüsse für Schulen im Überblick:

  • Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai schrittweise beginnen.
  • Zuerst sollen Abschlussklassen, die Jahrgänge davor und die obersten Grundschulklassen wieder in die Schulen kommen.
  • Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen können schon vorher stattfinden. So will NRW damit bereits nach einer kurzen Vorbereitungszeit nach dem 20. April beginnen.
  • Andere beginnen später: Das von der Pandemie besonders betroffene Bayern will den Schulbetrieb erst ab 11. Mai schrittweise wieder aufnehmen. Allerdings dauert dort wegen des späten Sommerferienbeginns das Schuljahr auch noch länger, sodass der Zeitdruck weniger groß ist. Ab 27. April dürfen lediglich die Abschlussklassen zurück an die Schulen. Dabei sollen nur zehn bis 15 Schüler im Klassenzimmer sein, gegebenenfalls solle in den Schulen ein Schichtbetrieb organisiert werden.
  • Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) soll bis 29. April ein Konzept vorlegen, "wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann".

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