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Studie zu Übertragung auf Baby - Was bedeutet Corona für Schwangere?

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Eine Studie weist erstmals eine Corona-Übertragung von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind während der Schwangerschaft nach. Eine wichtige Frage lässt sie aber unbeantwortet.

Der Bauch einer schwangeren Frau. Symbolbild
Corona-Übertragung im Mutterleib - das hat ein Ärzte-Team in Frankreich nachgewiesen.
Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn/dpa

Ärzte in Frankreich haben nachgewiesen, dass sich das Coronavirus in der späten Phase einer Schwangerschaft von der Mutter auf ihr Ungeborenes übertragen kann. Die Fallstudie wurde am Dienstag im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Das Virus habe sich von der Plazenta der Mutter durch die Nabelschnur auf das Baby übertragen, so der Studien-Leiter Daniele De Luca.

Die schwangere 23-Jährige war im März mit Fieber und schwerem Husten in das Antoine Béclère Krankenhaus nahe Paris gebracht worden. Sie befand sich in der 35. Woche ihrer Schwangerschaft, die bis dahin normal verlaufen war. Im Krankenhaus wurde bei ihr das Coronavirus nachgewiesen.

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Viruslast in Plazenta am höchsten

Weil sich die Herztöne des Babys verschlechterten, wurde der Junge per Kaiserschnitt geholt. Während und nach dem Eingriff entnahmen die Ärzte Proben - darunter von der Plazenta, dem Fruchtwasser, dem Blut sowie aus Nase und Rachen der Mutter und des Säuglings. Das Ergebnis: Die Proben waren positiv und die Viruslast in der Plazenta am höchsten.

Eine Corona-Übertragung nach der Geburt schließen die Ärzte aus, denn sie brachten den Jungen direkt getrennt von der Mutter unter. Auch sei die positiv getestete Lungenflüssigkeit des Babys ein Indiz für eine Übertragung noch im Mutterleib, weiß Mario Rüdiger vom Uniklinikum Dresden.

Die Lungenflüssigkeit bildet sich bei Kindern vor der Geburt - bei dem Jungen ist eine Virus-Übertragung nach der Geburt daher auszuschließen.
Mario Rüdiger, Leiter Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin Uniklinikum Dresden

Symptome wie bei Erwachsenen

Bei dem Säugling traten nach seiner Geburt schwere Symptome auf, darunter eine Hirnschwellung, versteifte Muskeln und neurologische Symptome, wie sie auch bei infizierten Erwachsenen vorkommen. Die Symptome klangen jedoch wieder ab, bevor die Ärzte mit einer Behandlung begannen.

Innerhalb von drei Wochen erholte sich das Neugeborene wieder, die Mutter war laut der Studie nach drei Monaten symptomfrei.

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"Methodisch einwandfrei"

Frühere Untersuchungen hatten bereits auf eine mögliche Corona-Übertragung von Müttern auf Ungeborene hingewiesen. Doch es war nicht ganz klar, wann und wie sich die Babys infiziert hatten.

Das Team aus Frankreich habe nun den "ersten methodisch einwandfrei durchgeführten Nachweis" für eine Corona-Übertragung vor der Geburt erbracht, attestiert Rüdiger.

Wie gefährlich ist Corona für Neugeborene?

Mit Blick auf Schwangerschaften ist die Corona-Forschung noch in einem vergleichsweise frühen Stadium. Zahlen deuten aber darauf hin, dass Übertragungen im Mutterleib, verbunden mit einem schweren Verlauf, eher eine Ausnahme sind. Rüdiger verweist auf das Corona-Schwangerschafts-Register der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin, in dessen Vorstand er sitzt.

Dort sind aktuell 137 Schwangere registriert, die positiv auf das Virus getestet wurden. 88 von ihnen haben bereits entbunden und lediglich bei fünf Kindern wurde das Coronavirus nachgewiesen. "Die fünf Babys waren nicht schwer erkrankt", so Rüdiger. 118 Kliniken beteiligen sich an dem Register.

Auch die Medizinprofessorin Marian Knight von der Universität Oxford wies gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf die geringe Wahrscheinlichkeit einer Übertragung hin. Unter den Tausenden Babys, die infizierte Mütter geboren haben, seien nicht mehr als ein oder zwei Prozent positiv auf das Virus getestet worden - und noch weniger zeigten ernsthafte Symptome.

Wie gefährlich ist Corona für Schwangere?

Auch für Schwangere sei die Gefahr einer Corona-Infektion nicht unbedingt höher, so Alexander Hein, Stellvertretender Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Erlangen.

Die bisherigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass die Erkrankung bei Schwangeren ähnlich schwer verläuft wie bei nicht schwangeren Frauen.
Alexander Hein, Uniklinikum Erlangen

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC wies jedoch vor Kurzem darauf hin, dass Schwangere einen schwereren Krankheitsverlauf haben könnten als Nicht-Schwangere. Vieles sei aber auch noch nicht erforscht.

Was die Studie nicht zeigt

Die Mutter hatte sich im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft infiziert. Wie sich eine Erkrankung und Übertragung in früheren Stadien der Schwangerschaft auf Mutter und Kind auswirkt, ist dagegen noch nicht gut erforscht.

Die Uni Erlangen führt deshalb derzeit eine Studie mit 2.400 Schwangeren durch. Es soll insbesondere um Auswirkungen in den frühen Schwangerschaftswochen gehen.

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