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Risikogruppe Senioren - Wie Heime mit dem Coronavirus umgehen

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Senioren sind durch das Coronavirus besonders bedroht. In Sigrid Rieters Einrichtung in Mainz gibt es noch keinen Corona-Fall. Damit das so bleibt, geht sie auf Abstand.

Archiv: Eine Pflegekraft begleitet am 22.02.2013 in Köln die Bewohnerin eines Altenheims beim Gang über den Flur
Eine Pflegekraft begleitet eine Bewohnerin eines Altenheims (Archivbild).
Quelle: dpa

Ein Gespräch mit Sigrid Rieter ist derzeit nur über eine Art Graben möglich, der zwischen dem Zimmer der 80-Jährigen und dem Garten ihres Seniorenheims verläuft. "Ich werde mit dieser Situation gut fertig, weil ich weiß, dass das eine vorübergehende Sache ist", sagt sie von ihrem Fenster im ASB-Seniorenzentrum Mainz aus. Sie hat noch ein paar Minuten Zeit, bevor es - pünktlich um 12 Uhr - Mittagessen gibt.

Rieters Tochter, die ganz in der Nähe arbeitet, darf ihre Mutter ebenfalls nur vom Garten aus sprechen, mit dem nötigen Sicherheitsabstand. Es falle ihr schon schwer, sagt Rieter. Seit gut zwei Wochen gilt in der Einrichtung ein striktes Besuchsverbot. Rieter findet das angemessen. "Es hat keinen Zweck, dass jemand das Virus rein trägt."

Desinfektionsspray auf die Türklinke

Ältere Menschen sind durch das Virus besonders gefährdet, sie gehören zur Risikogruppe. Immer mehr Seniorenheime melden Corona-Fälle. In einem Wolfburger Heim und einer Würzburger Seniorenresidenz starben bereits mehr als 20 Menschen. In Sigrid Rieters Einrichtung, in der knapp 100 Senioren leben, gibt es noch keine Infizierten.

Damit das so bleibt, hält die Seniorin Abstand zu anderen. Sie frühstückt in ihrem Zimmer und sitzt beim Mittagessen nur noch zu Zweit an einem Tisch - obwohl es ein Vierer-Tisch sei. "Meine Türklinke müsste eigentlich schon einen Zentimeter dünner sein", sagt sie, so oft, wie sie die desinfiziere.

Was sich Sigrid Rieter in der Corona-Krise wünscht:

Isolation in der Seniorenresidenz: Für Senioren wie Sigrid Rieter eine einsame Zeit. Sie hofft, dass das Coronavirus bald vorüberzieht - und Umarmungen wieder möglich sind.

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Dass die Bewohner trotz des Besuchsverbots Kontakt zu ihren Angehörigen halten können, darum kümmert sich Iris Faber. Sie leitet das Betreuungsangebot im Heim. Derzeit richtet sie Skype ein, damit Videotelefonie möglich wird. Auch sei ein mit der Kamera aufgezeichnetes Gymnastikprogramm per Großleinwand im Gespräch.

Was sich Iris Faber noch überlegt hat:

Iris Faber ist Leiterin der Betreuung im ASB-Seniorenzentrum Mainz. Für die Zeit des Coronavirus wird dort ein buntes Programm für die Bewohner organisiert.

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Unterhaltung mit Sicherheitsabstand

Die Sozialpädagogin sucht auch kreative Lösungen, weil die rund 20 Ehrenamtlichen nun größtenteils ausfallen. Montags komme zwar weiterhin der singende Clown Ralf Stumpf, der die Bewohner nun vom Garten aus unterhält. Andere Angebote versucht Faber mit den Angestellten zu ersetzen.

Auch während der Corona-Krise sorgt Ralf Stumpf für Unterhaltung unter den Bewohnern von Seniorenheimen.

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"Wir warten täglich auf Lieferungen."

Auch Faber hält die Maßnahmen für angemessen. Das Coronavirus stelle eine "lebensbedrohliche Situation" dar, eine Infektion im Heim müsse unbedingt verhindert werden. Sollte es einen Corona-Fall geben, sei man aber vorbereitet. Im Haus würden Betten und Zimmer vorgehalten, in die man Infizierte zunächst unterbringen könne.

Sie selbst trägt Mundschutz und desinfiziere sich ständig die Hände. Doch es fehle, wie derzeit überall im Gesundheits- und Pflege-Bereich, an Hilfsmitteln. "Wir warten täglich auf Lieferungen und hoffen auch sehr, dass die kommen", sagt sie.

Bewohner zu ihrem Selbstschutz wegzusperren, wie nun teilweise gefordert wird, hält Faber für falsch. Sigrid Rieter darf weiterhin das Heim verlassen und nutzt das auch für ihren Mittagsspaziergang. Wenn sie dabei jemandem begegnet, sei sie jedoch vorsichtig und mache immer "einen großen Bogen" um die Person.

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