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Freiwillige Corona-Tests an allen Flughäfen

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Reisende aus Risikogebieten - Freiwillige Corona-Tests an allen Flughäfen

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Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben Corona-Testzentren an allen deutschen Flughäfen beschlossen. Die Kosten für diese Tests sollen übernommen werden.

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückreist, soll sich künftig am Flughafen freiwillig kostenlos testen lassen können. Darauf haben sich die Gesundheitsminister geeinigt. Sonst gilt ohne negativen Befund weiterhin Quarantänepflicht.

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Am Freitag trafen sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Bonn zu erneuten Beratungen über Corona-Tests für zurückkehrende Reisende aus Risikogebieten. Dabei beschlossen sie folgende Kernpunkte:

  • In allen deutschen Flughäfen mit relevantem Reiseverkehr sollen Teststellen eingerichtet werden
  • Mitarbeiter der Bundespolizei sollen Reisende aus Risikogebieten auf die Teststellen hinweisen, eine Pflicht gibt es jedoch nicht
  • Rückreisende aus Nichtrisikoländern sollen sich außerhalb der Flughäfen testen lassen
  • Die Kosten für sämtliche Tests für Rückreisende sollen durch die Krankenkassen und die Bundesländer übernommen werden

Weiterhin gültig bleiben diese bestehenden Beschlüsse:

  • Menschen, die aus Risikoländern einreisen, sind zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet
  • Nur mit einem negativen Testbefund kann diese Quarantäne beendet werden
Corona-Test-Abstriche. Symbolbild

Reiserückkehrer -
Das haben die Gesundheitsminister beschlossen
 

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben über den Umgang mit Urlaubsrückkehrern in der Corona-Krise beraten. Die wichtigsten Ergebnisse.

Die Gesundheitsminister stellten fest, dass bereits jetzt Infektionsketten "in beachtlicher Anzahl auf Reiserückkehrende zurückzuführen" seien, so die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf einer Pressekonferenz.

Der Bund wird die Nationale Teststrategie so ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können. Für Einreisende aus Risikogebieten sollen die Tests direkt an den Flughäfen angeboten werden.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Vor dem Treffen hatten sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für verpflichtende Tests stark gemacht. Damit konnten sie sich nun nicht duchsetzen.

Welche Länder zählen zu den Risikogebieten?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat weltweit mehr als 100 Staaten als Gebiete eingestuft, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dazu gehören derzeit unter anderem:

  • Ägypten
  • Israel
  • die Türkei
  • Südafrika
  • USA

Bisher müssen Menschen, die aus diesen Ländern zurückkehren, in Deutschland zunächst 14 Tage in häusliche Quarantäne - sofern sie nicht einen negativen Corona-Test vorweisen können, der höchstens 48 Stunden alt ist. Außerdem müssen sie sich bei ihrem jeweiligen Gesundheitsamt melden.

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Wer könnte die Tests an Flughäfen durchführen?

Schon jetzt werden an einigen deutschen Flughäfen bereits Testzentren für Reisende betrieben. Das sind teils privatwirtschaftliche Kooperationen wie etwa am Frankfurter Flughafen, wo das Unternehmen Centogene zusammen mit Betreiber Fraport und der Lufthansa seit Ende Juni ein kommerzielles Testzentrum anbietet.

Am Flughafen Köln-Bonn hingegen sind die Johanniter im Auftrag der Stadt Köln mit einem mobilen Testzentrum zugegen. Diese Tests erfolgen jedoch freiwillig. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen betont, dass die Mitarbeiter der Flughäfen nicht befugt seien, Passagiere auf ihren Gesundheitsstatus hin zu überprüfen. In jedem Fall gilt:

Sollten die Gesundheitsbehörden einen (...) Schnelltest anordnen, müsste dieser von den Behörden durchgeführt werden.
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen

Am Frankfurter Flughafen hatten die Tests bislang je nach Wartezeit 59 Euro beziehungsweise 139 Euro gekostet. In München bislang 190 Euro. Viele dieser Tests werden für Reisende durchgeführt, die von diesen Flughäfen abfliegen, um zu verhindern, dass sie sich am Ziel in Quarantäne begeben müssen. Manche Airlines lassen gar nur Passagiere an Bord, die einen negativen Test vorlegen können.

Sind die Testanbieter auf einen steigenden Andrang vorbereitet?

"Wir haben vom Start weg festgestellt, dass es einen hohen Bedarf gibt. Aktuell sind es über Tausend Menschen, die täglich unser Angebot am Frankfurter Flughafen nutzen", sagt Peter Bauer von Centogene ZDFheute. Auf steigende Passagierzahlen sei man vorbereitet. "Mit unseren Laborkapazitäten vor Ort sind bis zu 12.000 Proben täglich analysierbar", so Bauer. Bislang bewegte sich der Anteil der positiven Corona-Tests am Frankfurter Flughafen im "mittleren Promillebereich", sagt Bauer.

An zahlreichen Standorten laufen nun Verhandlungen zwischen Testanbietern, Flughafenbetreibern und Gesundheitsbehörden über die Einrichtung dieser Testzentren.

Wie soll die Einhaltung der Regeln überprüft werden?

Nicht nur für Flugreisende aus dem Ausland, sondern auch für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Schiff, Bus und Bahn werden laut Senatorin Kalayci Aussteigekarten wieder eingeführt. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland komme, müsse ein solches Formular ausfüllen und abgeben.

Außerdem verständigten sich die Gesundheitsminister demnach darauf, dass "in grenznahen Einreisepunkten" des Straßenverkehrs "stichprobenartige Kontrollen" durchgeführt werden. Wenn dabei herauskomme, dass jemand aus einem Corona-Risikogebiet komme, werde auf die Quarantänepflicht hingewiesen.

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