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Anti-Corona-Maßnahmen - Ganz Spanien liegt im "Winterschlaf"

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Alle zwei Minuten ein Corona-Toter, den Intensivstationen droht der Kollaps: Spanien ist schwer von der Virus-Krise betroffen. Seit heute gilt eine verschärfte Ausgangssperre.

Spanien hat seit Tagen knapp alle zwei Minuten einen Corona-Toten zu beklagen. Um die Krise einzudämmen, tritt eine umstrittene Verschärfung des Ausgangsverbots in Kraft - "Operation Winterschlaf".

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Um die Eindämmung der Krise in Spanien zu beschleunigen, hat die linke Regierung eine drastische Verschärfung des Ausgangsverbots beschlossen, die am Dienstag voll in Kraft trat. Zum Ärger vieler Unternehmer und Politiker, die deshalb den bisher trotz einiger Fehler geschonten Ministerpräsidenten Pedro Sánchez nun gnadenlos attackieren.

"Winterschlaf" legt Wirtschaft lahm

Bisher durften in Spanien alle Bürger, die nicht im Homeoffice arbeiten konnten, trotz der seit dem 15. März und noch bis zum 11. April geltenden Ausgangssperre zum Arbeitsplatz fahren. Das ist nun vor allem in weiten Teilen der Industrie und im Bausektor für die nächsten knapp zwei Wochen vorbei. Die betroffenen Arbeitnehmer sollen ihr Gehalt zwar weiterhin beziehen, die nicht geleisteten Stunden aber später nachholen. Nur die Menschen, die in "wesentlichen Sektoren" tätig sind, dürfen weiterhin das Haus verlassen, um ihren Jobs nachzugehen.

Das Blatt "El Mundo" schrieb, der "Winterschlaf", wie Madrid die Aktion nennt, werde für die viertgrößte EU-Volkswirtschaft "tödlich" sein. "Man treibt uns in den Bankrott", schimpfte neben unzähligen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch der Präsident des spanischen Selbstständigenverbandes ATA, Lorenzo Amor.

Der konservative Oppositionsführer Pablo Casado, der bislang das Krisenmanagement von Sánchez unterstützt hatte, reihte sich in die Reihen der Kritiker ein. "Loyalität ist kein Blankoscheck", erklärte der Chef der Volkspartei (PP). "Die Kosten (der Krisenbewältigung) dürfen nicht den Unternehmen aufgebürdet werden, sie müssen vom Staat getragen werden", forderte er.

Chancen des Virus auf Ausbreitung werden reduziert

Allein die Baubranche, die nach eigenen Angaben 1,27 Millionen Menschen beschäftigt und einen Anteil von zehn Prozent am spanischen Bruttoinlandsprodukt hat, dürfte in den nächsten zwei Wochen vier Milliarden Euro einbüßen. Durch das Stilllegen weiterer Wirtschaftssektoren bleiben aber zusätzlich viele Millionen Menschen zu Hause - die Chancen des Virus auf Ausbreitung werden drastisch reduziert.

Bisher hatte der Ministerpräsident in den Augen vieler Spanier nicht alles richtig gemacht. Nach einer Umfrage des Instituts NC Report meinten mehr als 80 Prozent, Sánchez habe zu spät auf die Krise reagiert. Für Unmut sorgte unter anderem auch, dass die Regierung Zehntausende mangelhafte Testkits kaufte. Mehr Fehler darf sich Madrid nicht leisten, warnte "El Mundo": Die Verschärfung des Ausgangsverbots sei Sánchez' "letzte Kugel".

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von Lukas Petry

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