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Steinmeier besucht Italien - "Freundschaft muss gepflegt werden"

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Italien hat besonders unter der Corona-Krise gelitten - und fühlte sich von anderen EU-Staaten im Stich gelassen. Jetzt will Bundespräsident Steinmeier ein Zeichen setzen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinemier. Archivbild
Bundespräsident Frank-Walter Steinemier will wieder gut machen, was in der Corona-Krise verpasst wurde: Der Ärger über wenig deutsche Hilfe war in Italien groß.
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will ein Zeichen der Solidarität setzen - und besucht das von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffene Norditalien. Er wird an diesem Donnerstag für zwei Tage in Mailand erwartet. Norditalien wurde früher und härter von der Pandemie getroffen, als andere europäische Länder - und fühlte sich von anderen EU-Staaten im Stich gelassen.

Steinmeier kommt mit Präsident Sergio Mattarella zu Gesprächen zusammen. Zudem sind Treffen mit Ärzten und Pflegekräften geplant, die über ihre Erfahrungen in der Corona-Krise Auskunft geben.

Kritik an unterlassener Hilfeleistung

Zu Beginn der Corona-Krise hatte es Verstimmungen gegeben, weil Deutschland - wie andere EU-Länder - bei der Versorgung Erkrankter kaum Hilfe für Partnerstaaten angeboten hat. Die Verstimmung legte sich, nachdem Patienten aus überlasteten italienischen Krankenhäusern in deutschen Kliniken aufgenommen wurden.

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Zudem setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der EU ein 750 Milliarden Euro schweres Wiederaufbauprogramm durch. Es sieht nicht nur Kredite vor, sondern auch Zuschüsse gerade für die von dem Coronavirus betroffenen Regionen.

Kein Misstrauen zwischen Italien und Deutschland

Unmittelbar vor dem Besuch widersprach der Bundespräsident Darstellungen, zwischen Italienern und Deutschen bestehe ein grundsätzliches Misstrauen. Das Gegenteil sei der Fall:

Wir sind uns in enger Freundschaft und Partnerschaft verbunden. Aber Freundschaft ist eben keine Selbstverständlichkeit, sie muss gepflegt werden.
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Der Bundespräsident verwies auf mehr als 400 Städtepartnerschaften, womit Unterstützung organisiert worden sei. "Dieser Austausch hat Mut und Hoffnung gemacht", sagte Steinmeier der Tageszeitung "La Repubblica". Diese Tradition sollte wieder neu belebt werden.

Corona-Virus nur zusammen besiegbar

Steinmeier machte deutlich, dass zu Beginn der Krise durchaus nationale Egoismen erkennbar gewesen seien. In Deutschland und anderen EU-Staaten habe es eine eher reflexhafte Orientierung nach innen gegeben.

Die Schließung der Grenzen habe "für Kritik gesorgt und die Beziehungen untereinander durchaus belastet". Sehr schnell sei aber klar geworden, dass kein Land das Virus allein besiegen könne.

Mattarella und ihm sei in dieser Phase bewusst gewesen: "Wenn wir die Freundschaft zwischen unseren Ländern nicht gefährden wollen, dann müssen wir solidarisch sein, dann müssen wir zusammenarbeiten."

In einer Kirche in Serina im Norden Italiens sind mehrere Särge aufgebahrt. Das Land verzeichnete mit 800 Toten an einem Tag einen neuen Opfer-Höhepunkt. Die Regierung ordnete daher den Stopp aller nicht lebensnotwendigen Produktioen an.

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