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Virologe warnt vor Pilzen in Alltagsmasken

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Faktencheck - Virologe warnt vor Pilzen in Alltagsmasken

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Der Virologe Hendrik Streeck warnt beim Gebrauch von Alltagsmasken davor, dass sich bei falscher Anwendung Pilze und Bakterien bilden könnten. Ein Faktencheck.

Archiv: Selbstgenähte Masken für Mund und Nase in großer Auswahl und verschieden Farben werden in einem Geschäft in Charlottenburg angeboten
Viele Menschen tragen im öffentlichen Raum selbstgenähte Masken für Mund und Nase, so genannte Alltagsmasken.
Quelle: picture alliance/dpa

Der Virologe Hendrik Streeck hat vor einem falschen Gebrauch von einfachem Mund-Nasen-Schutz gewarnt. "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.
Hendrik Streeck

Schimmelbildung möglich

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor Schimmelbildung, nachdem Masken durchfeuchtet sind. Es empfiehlt: "Die Maske sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel oder ähnlichem luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden."

Auch ohne die Aufbewahrung in einem luftdichten Beutel kann feuchter Stoff schimmeln. Wird er über längere Zeit feucht aufbewahrt, vermehren sich Bakterien und Pilze. Streecks Warnung vor der Bildung von Pilzen und Bakterien in Masken scheint also berechtigt.

15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig - 2,5 Millionen Menschen davon tragen Hörgeräte. Durch das Tragen eines Mundschutzes ist die Kommunikation für diese Personen besonders schwierig.

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3 min
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Nach einmaliger Nutzung waschen

Der Virologe kritisiert auch, dass Masken mehrere Wochen lang benutzt und dabei nicht gewaschen werden würden. Das BfArM gibt ihm Recht und empfiehlt: "Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden." Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergänzt: "Eine Alternative bietet auch das Auskochen für 10 Minuten in einem Topf mit Wasser."

Maske ja oder nein? Der Virologe Kekulé hält sie für unverzichtbar. Hätte man sie frühzeitig eingeführt, hätte man "möglicherweise den Lockdown nicht gebraucht", sagt er im ZDF.

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7 min
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Masken nicht zurechtzupfen

Streeck kritisiert auch, dass die Masken oft angefasst werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, dass die Masken durchgehend eng über Mund und Nase anliegen und auch während des Tragens nicht zurechtgezupft werden sollen. Denn sowohl an den Händen wie auch an der Außenseite der Maske kann sich das Virus befinden, so das BfArM.

Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum wird vom Robert-Koch-Institut als ein Baustein im Kampf gegen das Virus empfohlen. Durch das Tragen der Alltagsmasken könne die Ausbreitung eingedämmt werden - "allerdings nur, wenn weiterhin Abstand (mind. 1,5 Meter) von anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden."

Fazit

Streecks Warnung vor einem falschen Gebrauch von Alltagsmasken scheint berechtigt. Masken sollten nach einmaliger Nutzung bei 95 Grad gewaschen oder ausgekocht und anschließend getrocknet werden. Ein Zusammenknüllen von nassen Stoffmasken in Hosentaschen und das wiederholte Tragen dieser durchnässten Stoffknäuel sollte vermieden werden.

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