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Kein erhöhtes Ansteckungsrisiko in Schulen

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Neue Corona-Studie - Kein erhöhtes Ansteckungsrisiko in Schulen

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Eine neue medizinische Studie aus Sachsen stellt fest, dass Schulen keine "Corona-Hotspots" sind. Die Schulöffnungen seien vorerst unter bestimmten Bedingungen richtig.

Mecklenburg-Vorpommern ist als erstes Bundesland in das neue Schuljahr gestartet. Bundesweit wird nun über eine Maskenpflicht an Schulen diskutiert.

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Zu Beginn der Corona-Pandemie haben Gesundheitsexperten Kindern und Jugendlichen eine Hauptrolle beim Übertragen des Virus zugeschrieben; ähnlich wie bei der Grippe. Das war im März das Hauptargument, um Schulen zu schließen. Neue medizinwissenschaftliche Erkenntnisse zeichnen allerdings ein anderes Bild.

"Kein erhöhtes Risiko einer Ansteckung"

Im Vergleich zum sonstigen öffentlichen Raum scheine es in den Schulen "kein erhöhtes Risiko einer Ansteckung" mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu geben, heißt es in einer am heutigen Montag veröffentlichten Studie der Universitätsklinik Leipzig.

Studienleiter Professor Dr. Wieland Kiess und sein Team formulieren ihre Ergebnisse wegen weiteren Forschungsbedarfs zwar bewusst vorsichtig, gleichzeitig plädiert Kiess im Gespräch mit ZDFheute aber dafür, "Kindern nun so schnell wie möglich wieder einen möglichst normalen Schulbesuch zu ermöglichen." Vorausgesetzt, die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln würden eingehalten.

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Tendenz einer geringeren Infektionsrate bei Kindern

Der Kinder- und Jugendmediziner verweist darauf, dass man in der im Mai/Juni durchgeführten Untersuchung an fast 2.700 Schülern und Lehrern in mehreren sächsischen Städten keinen Hinweis darauf gefunden habe, "dass Kinder und Jugendliche besonders häufig den Virus in sich tragen oder getragen haben".

Im Studienfazit heißt es weiter: "Ebenso scheint es auch keine erhöhte unerkannte (symptomfreie) Infektionshäufigkeit bei Kindern zu geben, da keines der an der Studie teilnehmenden Kinder einen positiven Rachenabstrich aufwies." In der Tendenz könne man sogar eher eine geringere Infektionsrate bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen erkennen.

Leipziger Studie ist wichtiges Indiz

Gérard Krause, Leiter der Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, sieht die Leipziger Studie in einer Reihe ähnlicher internationaler Untersuchungen. Für die Bewertung des Infektionsgeschehens enthalte die Studie eine wichtige Information.

"Denn es verdichtet auch mit diesem Ergebnis mehr und mehr die Evidenz, dass Kinder im Vergleich zu Erwachsenen eher weniger als stärker an der Übertragung des Virus beitragen", sagte Krause im Gespräch mit ZDFheute.

Wenn Kinder infiziert sind, dann haben sie sich die Infektion eher bei Erwachsenen geholt. Es ist eher nicht so, dass Kinder dazu beitragen, dass Erwachsene Infektionen bekommen. Das ist eine wichtige Erkenntnis.
Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Die politische Schlussfolgerung, in den Schulen vorerst zum Regelbetrieb zurückzukehren, hält Krause für "absolut nachvollziehbar".

Mediziner besorgt über "Verlust der Lebensqualität" bei Kindern

Die Leipziger Studie untersuchte auch, wie sich die Zeit der Schulschließung auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt hat. Wieland Kiess berichtet von einem "allgemeinen Verlust der Lebensqualität" und "großen Sorgen" der Kinder.

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Vor allem Mädchen zeigten sich demnach sehr besorgt um ihre Familien und die Gesellschaft im Allgemeinen. Mehr als Dreiviertel aller Schulkinder wünschten sich, wieder "normal" in die Schule gehen zu können. "Der Kontakt zu Gleichaltrigen hat den Kindern gefehlt, sie wünschen sich menschliche Nähe", so Kiess. 

Direkt nach den Sommerferien und nach den Herbstferien soll die Studie der Uniklinik Leipzig an sächsischen Schulen fortgesetzt werden.

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