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Corona-Tests - noch viel Luft nach oben

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Eine Bestandsaufnahme - Corona-Tests - noch viel Luft nach oben

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Mehr und schneller auf Corona testen: Die Kapazitäten dafür sollen massiv ausgebaut werden, obwohl zuletzt weniger als die Hälfte der vorhandenen genutzt wurden. Woran liegt das?

Ein medizinischer Mitarbeiter nimmt einen Rachenabstrich bei einer Frau, um sie auf das Coronavirus zu testen.
Seit Wochen geht die Anzahl der durchgeführten Corona-Tests zurück.
Quelle: Reuters

Es gleicht einem Kurswechsel, der vom Robert-Koch-Institut am vergangenen Freitag verkündet wird. Die Testkapazitäten sollen massiv ausgeweitet werden - in einem internen Arbeitspapier des Gesundheitsministeriums war die Zahl von 4,5 Millionen Corona-Tests pro Woche genannt worden, davon distanzierte sich ein Sprecher allerdings später.

Laut RKI soll sich jeder, der mit einer Atemwegsinfektion zu kämpfen hat, testen lassen. Das sei von den Kapazitäten her möglich, versichert das Institut.

Mitte April nur 40 Prozent der Testkapazitäten genutzt

Warum wurden die Testkapazitäten bisher nicht ausgeschöpft? Seit vier Wochen geht die Anzahl der durchgeführten Corona-Tests zurück, obwohl gleichzeitig die Kapazitäten ausgebaut werden. Mitte April wurden nur 40 Prozent der Kapazitäten genutzt.

Auf Nachfrage heißt es vom RKI, dass die Zahl der Tests gesunken sein könnte, weil die Zahl der Covid-19-Erkrankungen und damit auch die Zahl der Verdachtsfälle zurückging. Auch der Anteil der akuten Atemwegserkrankungen habe abgenommen.

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Wolf Frederic Kupatt, Geschäftsführer von Amedes - einer der größten deutschen Diagnostik-Anbieter - sieht das ähnlich: "Die Kapazitäten wurden in den vergangenen Wochen sukzessive erhöht, um dem anfänglich sehr hohen Probenaufkommen gerecht zu werden und zudem schnell auf eine weiter steigende Nachfrage reagieren zu können."

Krankenkassen sollen Massentests zahlen

Zudem sorgen die RKI-Richtlinien bislang für ein sehr gezieltes Vorgehen bei der Testanforderung: Bisher wurde der Rachenabstrich (PCR-Test) dann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn dieser - laut RKI-Richtlinie - bei Menschen mit typischen Corona-Symptomen durchgeführt wurde. Das soll auch weiter so bleiben.

Nach aktuellen Plänen des Bundesgesundheitsministeriums sollen die Krankenkassen künftig zusätzlich auch Corona-Tests zahlen, wenn die Betroffenen keine Symptome zeigen.

Coronavirus-Tests - eine Bestandsaufnahme

In solchen Fällen würde man von Reihenuntersuchungen oder Massentests sprechen. Diese fielen bisher in die Verantwortung des Staates bzw. der Bundesländer, da es sich um den Schutz der Bevölkerung handelt und nicht um die medizinische Versorgung von Kranken, heißt es dazu vom Spitzenverband der GKV.

Kassenverband: Geld für Massentests vom Staat

"Zur Eindämmung einer Pandemie und zum Schutz der Menschen ohne Symptome sind Massentests sicher richtig und hilfreich", sagt Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. "Das ist aber eine staatliche Aufgabe und nicht die der gesetzlichen Krankenversicherung." Diese könne eine solche Aufgabe als Auftragsleistung in der aktuellen Krise übernehmen, "damit das organisatorisch gut funktioniert, erwartet aber eine Finanzierung aus Steuermitteln".

Laborfirmen wie Amedes sprechen von anfänglichen Lieferengpässen bei den für die Diagnostik notwendigen Reagenzien. "Diese Situation hat sich zwar zusehends entspannt, aber der Einsatz muss weiterhin gut gesteuert und engmaschig im Blick behalten werden", betont Geschäftsführer Kupatt.

Die Nachfrage in seinen sechs Laboren war zuletzt deutlich gesunden. Mit den Testerhöhungen durch das RKI werde die Zahl allerdings wieder deutlich ansteigen, vermutet er.

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