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Coronavirus: Kein Konzert, Geld zurück?

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Absage von Großveranstaltungen - Coronavirus: Kein Konzert, Geld zurück?

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Ob Fußballspiel, Reise, Konzert oder Messe - wenn etwas wegen Coronavirus abgesagt wird, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Wer kommt für den Ticketpreis auf?

Ein Mensch im Schutzanzug desinfiziert die Reihen einer Konzerthalle in Taiwan wegen des Coronavirus.
Ein Mensch im Schutzanzug desinfiziert die Reihen einer Konzerthalle in Taiwan wegen des Coronavirus.
Quelle: dpa

Konzerte, Bundesligaspiele, Festivals - die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Großveranstaltungen über 1.000 Menschen wegen des Coronavirus abzusagen, betrifft eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Bayern verbietet bis einschließlich 19. April alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern - Ministerpräsident Markus Söder forderte, das bundesweit auszudehnen.

Wer für bereits gekaufte Tickets haftet und was eine Absage für die Veranstalter bedeutet: ein Überblick.

Bekommt man das Geld zurück, wenn eine Veranstaltung wegen des Coronavirus abgesagt wird?

"Ja, das muss der Veranstalter zahlen", sagt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Ticketkauf sei ein Vertrag mit gegenseitigen Pflichten - wenn die Leistung nicht erbracht werden kann, müsse das Geld eben erstattet werden.

Alle Vertragsverhältnisse, die wegen einer behördlichen Anordnung unmöglich geworden sind, seien rückabzuwickeln, sagt Jens Michow, Präsident des Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV). Auch der Künstler verliere seinen Honoraranspruch. "Jede Partei bleibt dabei auf ihren Kosten sitzen", sagt Michow. Werbeaufträge, Personalverpflichtungen, oder Anmietungen müsse der Veranstalter ebenfalls auch bei einer Absage bezahlen.

Welche Versicherung was zahlt bei Coronavirus - mehr dazu in der WISO-Sendung:

Auswirkungen für Hausärzte, Wirtschaft und Verbraucher

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Was ist, wenn ein Konzert verschoben werden soll wegen des Coronavirus?

"Wenn das Datum der Veranstaltung festgestanden hat und es wird verschoben, muss man den neuen Termin nicht wahrnehmen", sagt Husemann. Dann könne man sein Ticket erstatten lassen. Zunächst funktioniere das so, dass alle Tickets ihre Gültigkeit bewahren. Passt einem der neue Termin nicht, könne man sich mit dem Veranstalter in Verbindung setzen und sein Geld zurückverlangen.

Jedoch seien zeitnahe Verlegungen häufig gar nicht möglich, warnt Michow. Oft sei es schwierig, Künstler, Hallen und alle übrigen vertraglichen Voraussetzungen für einen Ersatztermin zusammenzubringen.

Das chinesische Shanghai Symphony Orchestra muss schon seit einem Monat Konzerte absagen. Einige Musiker verbreiten deshalb "Hausmusik" über Twitter:

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Gilt da nicht, dass das Coronavirus eben "höhere Gewalt" ist?

Die Klausel "höhere Gewalt" spiele nur bei Reisen eine Rolle, sagt Husemann. Für Großveranstaltungen gelte das nicht. Bei Reisen betreffe das aber auch nur die Ausgleichszahlungen, die bei bei "höherer Gewalt" nicht gezahlt werden müssen - für die Ticketkosten muss die Fluggesellschaft dann trotzdem aufkommen oder zumutbar umbuchen.

Wie viele Großveranstaltungen könnten betroffen sein?

"Hunderte", vermutet Michow vom BDKV. "Es sind ja nicht nur die Konzertveranstalter, sondern auch die größeren Clubs betroffen." Deshalb könnten es auch ganz schnell mehr als 1.000 Veranstaltungen werden, die wegen des Coronavirus laut der Empfehlung von Spahn abgesagt werden müssten.

Mehr zu Jens Spahns Empfehlung im Video:

Gesundheitsminister Spahn reagiert auf die steigenden Zahlen der durch das Coronavirus infizierten Deutschen und bekräftigt erneut Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern abzusagen.

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Droht der Veranstaltungsbranche dann nicht der Bankrott?

"Zahlreichen Veranstaltungsunternehmen droht der wirtschaftliche Kollaps, wenn flächendeckend Veranstaltungen aufgrund behördlicher Anordnungen abgesagt werden", sagt Michow.

Daher hoffe der BDKV, dass die Gesundheitsbehörden jeden Fall sehr behutsam prüfen, ob eine Absage zwingend erforderlich ist. Bayern hat jetzt alle Veranstaltungen über 1.000 Besucher verboten - bei Veranstaltungen ab 500 sollen die Gesundheitsämter ein Verbot von einer Risikobewertung abhängig machen.

"Es besteht innerhalb der Branche zur Zeit eine große Ratlosigkeit", sagt Michow. Er wünsche sich, dass die Diskussion etwas versachlicht wird. Die Besucher könnten auch selbst entscheiden, ob sie ein Konzert besuchen oder nicht.

Und: "Wenn wir Konzerte absagen, müsste auch der Besuch von Kaufhäusern, der öffentliche Bahn- oder Flugverkehr, ja sogar der Besuch eines Marktes verboten werden. Ist die dort bestehende Gefahr wirklich so viel geringer als der Besuch eines Konzertes?", merkt Michow an.

Wann wird eine Reise rückerstattet?

Für Flüge und Pauschalreisen mit Reiserücktrittsversicherung gelte: Sobald eine Reisewarnung besteht, wird alles zurückgezahlt. "Aber Angst vor Ansteckung ist kein Grund", sagt Husemann. Ohne offizielle Warnung vom Auswärtigen Amt, müsse der Kunde selbst für die Kosten aufkommen.

"Trotzdem bieten viele Reiseveranstalter aus Kulanz Umbuchungen an", sagt Husemann. Sie empfiehlt, Reisenden in vom Coronavirus betroffene Regionen, sich auf jeden Fall mit dem Reiseveranstaler in Verbindung zu setzen.

Lufthansa bietet zum Beispiel zusätzliche Umbuchungsmöglichkeiten ein: Neu erworbene Tickets können noch bis Jahresende kostenfrei auf ein neues Datum umgebucht werden.

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