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So läuft das Konzert mit Tim Bendzko ab

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Corona-Testlauf in Leipzig - So läuft das Konzert mit Tim Bendzko ab

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Testlauf für Großveranstaltungen: Tim Bendzko spielt heute in der Arena Leipzig. Forscher*innen der Uni Halle wollen herausfinden, was in Corona-Zeiten möglich ist.

Sänger Tim Bendzko steht bei der Verleihung zur "Sportlerin des Jahres» auf der Bühne in Baden-Baden.
Tim Bendzko hat nicht so viele Proband*innen wie gewünscht nach Leipzig gelockt. Trotzdem erhoffen sich die Wissenschaftler*innen wichtige Erkenntnisse zu Großveranstaltungen in Corona-Zeiten.
Quelle: dpa

Das Forschungsprojekt RESTART-19 lädt zum Tim Bendzko-Konzert in die Arena Leipzig. 4.000 freiwillige Proband*innen sollten daran heute eigentlich teilnehmen. Ganz so viele werden es nicht sein - trotz einer Verlängerung der Anmeldefrist bis Freitagabend.

Gerechnet wird trotzdem mit mehr als 2.200 Teilnehmer*innen. Auf die Aussagekraft der Studie habe die geringere Teilnehmerzahl aber keine Auswirkungen, sagen die Verantwortlichen.

Das Ziel: Herauszufinden, wie und ob Großveranstaltungen in Innenräumen auch während der Corona-Pandemie ohne hohes Risiko stattfinden können.

Wie läuft das Experiment ab?

Insgesamt werden drei verschiedene Szenarien simuliert. Während allen Szenarien wird Künstler Tim Bendzko ein Konzert geben, um den Forscher*innen realitätsnahe Rückschlüsse auf das Zuschauerverhalten zu ermöglichen. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei Einlass, Abstand und Zuschauerzahl.

Studienleiter Stefan Moritz erklärt, wie genau die Szenarien ablaufen:

Drei Szenarien sollen den Forscher*innen helfen, Unterschiede zwischen verschiedenen Abstands- und Kontaktkonzepten zu erkennen.

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Was wird untersucht?

Den Wissenschaftler*innen ist es wichtig herauszufinden, wie Menschen sich auf Veranstaltungen verhalten und welche Kontakte zwischen den Besucher*innen entstehen.

Mit technischer Hilfe messen die Forscher*innen die Dauer und den Abstand bei Kontakten. Dazu tragen die Besucher*innen einen "Contact Tracer", der auch Bewegungsprofile der Teilnehmer*innen erstellen kann:

Es sei wichtig zu wissen, wo die Kontakte stattfinden, um die Hygienekonzepte erarbeiten zu können, sagt Studienleiter Stefan Moritz.

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Zusätzlich zu den Bewegungs- und Kontaktprofilen wird auch mit flouriszierenden Desinfektionsmitteln gearbeitet. So kann nach der Veranstaltung ausgewertet werden, welche Flächen die Besucher*innen besonders oft angefasst haben und wo eine ausgiebigere Desinfektion notwendig ist.

Immer öfter rücken die sogenannten Aerosole in den Fokus der Wissenschaft. So auch in Leipzig. Das Lüftungssystem in der Arena wird deshalb genau analysiert, um den Flug der möglicherweise infektiösen Flüssigkeitspartikel nachvollziehen zu können.

Die Beobachtung beginnt aber nicht erst in der Arena. Um das Verhalten der Besucher*innen auf der Anreise beobachten zu können, beginnt die Studie schon auf dem Park and Ride-Parkplatz, von dem aus die Teilnehmer*innen dann in Straßenbahnen zur Arena gebracht werden.

Studie selbst ein Risiko?

Wie gefährlich ist das Experiment selbst? Reichen die Vorkehrungen, damit sich vor Ort niemand ansteckt? Studienleiter Moritz ist von dem Sicherheitskonzept des Projektes überzeugt:

"Es ist eine Herausforderung in Pandemie-Zeiten 2.000 Menschen in eine Halle zu führen", sagt Stefan Moritz. Vertraut aber auf das Sicherheitskonzept: "Das Übertragungsrisiko ist extrem gering."

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Kann zu Großveranstaltungen zurückgekehrt werden?

Die Studie soll der von der Corona-Krise stark gebeutelten Veranstaltungsbranche Möglichkeiten aufzeigen, wie wieder große Konzerte, Sport- und Kulturveranstaltungen in Innenräumen stattfinden könnten. Doch viele Wissenschaftler*innen sind noch skeptisch, was die Rückkehr zu Großveranstaltungen angeht.

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz sagte zum Beispiel gegenüber der Deutschen Presseagentur, die Daten der Studie allein würden noch nicht ausreichen und fügt angesichts der aktuellen Infektionslage hinzu:

Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen - auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.
Markus Scholz, Epidemiologe Universität Leipzig

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hingegen hält eine Rückkehr zu Großveranstaltungen grundsätzlich für möglich. Das jeweilige regionale Infektionsgeschehen sei dabei aber entscheidend:

Ich würde daher für ein flexibles Modell plädieren, das sich an das Infektionsgeschehen in einer Region anpasst
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Mit Material von dpa, afp und ZDF, zusammengestellt von Svenja Bergerhoff.

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