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Höhere Corona-Infektionszahlen - Warum es in Europa nicht mehr Todesfälle gibt

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Die Corona-Fallzahlen steigen wieder in Europa, die Sorge vor der zweiten Welle auch. Doch die Todesfälle bleiben unverändert auf niedrigem Niveau. Wie kommt das?

Ein leeres Bett steht im März 2020  in der Intensivstation eines Hospitals
Ein leeres Bett in der Intensivstation eines Hospitals.
Quelle: dpa

Es sah so aus, als hätten die von der Corona-Pandemie stark betroffenen Länder in Europa das Virus unter Kontrolle gebracht. Doch seit Ende Juli steigen die Infektionszahlen in Italien, Frankreich, Spanien und auch Großbritannien wieder stark an. Auch in Deutschland werden wieder mehr Corona-Fälle festgestellt, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Doch trotz der wieder steigenden Fallzahlen bleiben die gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den europäischen Ländern im niedrigen einstelligen Bereich:

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Woran liegt es also, dass die Fallzahlen wieder steigen, die Todesfälle aber niedrig bleiben?

Zum einen seien die Infektionszahlen hochgegangen, weil sehr viel mehr getestet werde und das in allen europäischen Ländern, meint Prof. Dr. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen:

Wir sind in Deutschland jetzt bei etwa 1,4 Millionen Tests pro Woche, damit greifen wir sicherlich deutlich mehr von der Dunkelziffer ab.
Hajo Zeeb

Es kann also sein, dass die Infektionszahlen auch über den Sommer höher als registriert waren, durch die Massentests von Urlaubsrückkehrern in Europa werden sie jedoch besser dokumentiert. Bei den Todesfällen gab es dagegen nie größere Dunkelziffern in Europa.

Es infizieren sich vermehrt jüngere Menschen

Das Coronavirus und die damit einhergehende Erkrankung Covid-19 können vor allem für ältere Menschen tödlich sein. Im bisherigen Verlauf der Pandemie sind laut Daten des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 5.810 Menschen im Alter zwischen 80 und 99 Jahren im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. In der Altersgruppe von 30 bis 49 waren es lediglich 105 Tote.

Jüngere Menschen haben bei einer Erkrankung in der Regel günstigere Verläufe, und jünger heißt in diesem Fall bis in die 50er hinein.
Hajo Zeeb

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Auch bei den Jüngeren gebe es schwere Verläufe, aber das seien Einzelfälle, so Zeeb. Trotzdem sei es wichtig, dass auch Jüngere aufpassten, sich nicht zu infizieren. Früher oder später würden sie es sonst auch wieder an Ältere weitergeben, sei es nun im Kontakt mit den Eltern oder Großeltern oder bei der Arbeit.

Zahlreiche Menschen mit Masken sind auf der Schildergasse, einer der Haupteinkaufsstrassen in Köln, unterwegs.

Coronavirus - "Sterberate bei Älteren zehnmal so hoch" 

Viele Reiserückkehrer bringen unabsichtlich eine Corona-Infektion mit heim. Darum sei es, erklärt Expertin Protzer, gerade jetzt wichtig, auf Risikogruppen Rücksicht zu nehmen.

Behandlung von Patienten ist besser geworden

Ein entscheidender Faktor für die niedrige Zahl der Todesfälle ist auch, dass Mediziner das Coronavirus und Covid-19 immer besser verstehen und behandeln können.

Die Medizin hat im vergangenen halben Jahr eine steile Lernkurve hingelegt.
Harald Renz, Uniklinik Marburg

"Wir haben jetzt ein besseres Bild davon, was das Virus im menschlichen Körper anrichtet. Und wir wissen, dass es eine Risikopopulation gibt, die gefährdet ist für schwere Verläufe", erklärt Harald Renz, ärztlicher Geschäftsführer der Uniklinik Marburg gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.

Außerdem haben sich auch einige Medikamente bei der Behandlung von Covid-19-Patienten bewährt: So kann Remdesivir die Vermehrung der Viren im Körper eindämmen. Kortikosteroide, wie zum Beispiel Dexamethason, können die Überlebensrate von schwer Erkrankten um bis zu 20 Prozent verbessern, indem sie die Immunreaktion des Patienten unterdrücken.

Wie sieht es mit der Übersterblichkeit aus?

Eine der entscheidenden Größen bei der Betrachtung von Todesfällen in einer Pandemie ist die Übersterblichkeit. Sie ist ein Indikator für die Schwere eines Infektionsgeschehens. Dabei werden die Todesfälle mit einem historischen Mittelwert verglichen, der über mehrere Jahre hinweg die durchschnittlichen Todesfälle pro Tag errechnet.

Im Moment sind diese Zahlen bis zum 9. August 2020 darstellbar. Im März 2020 ist bei einer monatsweisen Betrachtung kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar. Im April lagen die Sterbefallzahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre; seit Anfang Mai bewegen sich die Sterbefallzahlen wieder etwa im Durchschnitt.

Düsterere Aussichten in den USA

Und wie sieht es im Rest der Welt aus? Außerhalb Europas verbreitet sich das Coronavirus weiterhin wesentlich unkontrollierter. Indien meldet täglich über 1.000 Corona-Tote. In den USA gehen Experten davon aus, dass sich die Todesfälle durch Covid-19 bis zum Jahresende etwa verdoppeln. Das Gesundheitsinstitut der University of Washington geht davon aus, dass die Totenzahl auf 410.000 steigen wird. Allein im Dezember könnten täglich 3.000 Menschen an dem Coronavirus sterben.

Die Zahl der Toten könnte jedoch um 30 Prozent gesenkt werden, sollten mehr Amerikaner einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Jedoch nutzten immer weniger Menschen eine Maske.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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Corona kann Auswirkungen auf Organe wie Herz, Niere und Hirn haben. Auch bei weiteren Organen wie beispielsweise Leber, Haut, Magen und Darm wurden erste Auswirkungen festgestellt.

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Radikalisierte Impfgegner planen, Michael Kretschmer (CDU) wegen dessen Corona-Politik umzubringen. Eine Gruppe aus Dresden will dafür bereits Waffen besorgt haben.

von Arndt Ginzel, Henrik Merker und Christian Rohde
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