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Statistiken zum Coronavirus - Das Problem mit den Zahlen zur Sterblichkeit

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Wirkt sich das Virus auf die Gesamtzahl der Todesfälle in Deutschland aus? Diese Frage stellen sich aktuell viele Menschen. Sie zu beantworten, ist nicht so leicht.

Kaum eine Zahl interessiert die deutsche Bevölkerung aktuell so sehr wie die der Coronavirus-Toten. Der Blick auf die Statistik der Neuverstorbenen ist zur täglichen Routine geworden. Zurzeit zählt die Johns-Hopkins-Universität mehr als 2.300 bestätigte Covid-19-Todesfälle in Deutschland - eine Steigerung um mehr als 300 Menschen im Vergleich zum Vortag.

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Diese Zahlen sind nicht unumstritten. Erstens, weil alle Menschen, die Corona-positiv sind und sterben, als Todesfälle in die Statistik einfließen - unabhängig davon, ob die Todesursache wirklich die Krankheit oder doch eine andere Vorerkrankung war. Im Gegenzug bleiben auch viele Tote unentdeckt.

Deutsche Todeszahlen nur bedingt zu vergleichen

Zweitens sind die deutschen Zahlen nur bedingt vergleichbar mit Todeszahlen und -raten in anderen Ländern. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Je nach Staat stehen unterschiedlich viele Intensivbetten zur Verfügung, die Gesundheitssysteme sind unterschiedlich gut auf die Fälle vorbereitet.
  • Das Durchschnittsalter der Infizierten variiert von Land zu Land, in Deutschland sind die Erkrankten im Mittel etwa jünger als in Italien. Ältere Menschen sterben eher infolge des Virus als jüngere.
  • Die Todesrate variiert je nachdem, wie die Länder testen. Je intensiver Länder auf das neuartige Virus hin testen, desto mehr Infizierte - auch ohne Symptome - fallen auf wie etwa in Deutschland. Das senkt den prozentualen Anteil der Toten gerechnet auf die Gesamtzahl der Infizierten.

Übersterblicheit in Deutschland wegen Corona?

Und drittens sagen die aktuellen Todeszahlen wenig darüber aus, ob in Deutschland mehr Menschen sterben als sonst zu diesem Zeitpunkt. "Aktuell befinden wir uns in der Krisenbewältigung der Pandemie, sodass mit verlässlichen Erkenntnissen erst mit hinreichendem zeitlichen Abstand zu rechnen ist", antwortet das Statistische Bundesamt auf eine entsprechende Anfrage von ZDFheute.

Für eine Übersterblichkeit mit auffälligen Abweichungen nach oben in den Monaten Januar bis März 2020 haben wir aktuell keine Hinweise.
Statistisches Bundesamt

Schwer zu vergleichen sind die Zahlen zurzeit deshalb, weil die Todesfälle von Januar bis März von Jahr zu Jahr wegen der Grippesaison variieren. So gab es im März 2018 während einer besonders schweren Grippewelle über 100.000 Tote. 2017 verzeichnet das Statistische Bundesamt im März dafür "nur" knapp über 82.000 Tote, im März 2019 waren es über 86.000.

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Laut Statistischem Bundesamt lassen sich die Sondereffekte der Corona-Pandemie also nach der Grippesaison leichter erkennen. Nach Ostern sollen zunächst tagesgenaue Sterbefallzahlen veröffentlicht werden.

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Grafiken

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Corona-Sterblichkeit ist nicht alles

Unabhängig davon, ob es in Deutschland schon eine Übersterblichkeit infolge des Coronavirus gibt oder wann sie erkennbar sein wird, besteht Handlungsbedarf. Denn das Virus gilt als besonders infektiös und könnte, wenn ihm nicht entgegengewirkt wird, auch ein Gesundheitssystem wie das deutsche schnell überlasten.

Anders als etwa bei der Grippe gibt es zudem noch keine Impfung gegen den neuen Sars-Cov-2-Erreger und bisher wurde kein wirksames Medikament gegen Covid-19 gefunden.

Um eine angemessene Reaktion auf die Pandemie zu finden, reicht es also nicht, alleine darauf schauen, wie viele Menschen bereits in Deutschland gestorben sind.

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