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Aktivisten besetzen Tönnies-Fleischbetrieb

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Nach Corona-Ausbruch - Aktivisten besetzen Tönnies-Fleischbetrieb

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"Shut down Tierindustrie" - Aktivistinnen und Aktivisten haben vor dem Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück gegen Massentierhaltung demonstriert. Ähnliche Töne schlägt auch Söder an.

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Aktivisten haben am Samstag am Hauptstandort des in die Kritik geratenen Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen gegen Massentierhaltung protestiert. Vier Teilnehmer besetzten zeitweise das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Shut Down Tierindustrie" an.

Ähnliche Forderungen kamen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich in einer Videobotschaft für kleinere Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland stark machte. Der 53-Jährige sagte:

Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus - das könnte doch ein Weg sein für die Zukunft.

Protest des Bündnisses "Gemeinsam gegen Tierindustrie"

Bei den Protesten bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück blockierten Demonstranten die Hauptzufahrt der Fleischfabrik und verlangten auf Transparenten "Schlachthäuser schließen!" und "Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier, Natur". Zu dem Protest aufgerufen hatte das Bündnis "Gemeinsam gegen die Tierindustrie".

In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof, müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Vor der Fabrik demonstrierten nach Augenzeugenberichten knapp 100 Personen friedlich gegen die Tierindustrie.

Aktivisten vom "Bündnis gemeinsam gegen die Tierindustrie" haben am 04.07.2020 ein Dach der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück besetzt
Tierschützer besetzten das Dach eines Tönnies-Werkes und brachten ein Transparent an.
Quelle: dpa

Bayerns Ministerpräsident forderte derweil mehr Geld für die Landwirtschaft, "aber für eine Wende hin zu mehr Agrar-Ökologie", sagte Söder. Die Landwirte müssten mehr Möglichkeiten bekommen, ihre Ställe und das Tierwohl zu organisieren und trotzdem wirtschaftlich zu bleiben. Viele Bürger seien auch bereit, dann mehr Geld auszugeben.

Es soll so sein, dass Fleisch nicht unendlich teuer wird, es soll für jeden erschwinglich sein.
Markus Söder, Ministerpräsident Bayern

Corona-Ausbruch bei Tönnies

Der Fleischverarbeiter Tönnies hatte in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht, weil dort mehr als 1.500 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert worden waren. Die Bevölkerung in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hatte deshalb erneut weitgehende Einschränkungen des Alltags hinnehmen müssen. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz dort am Samstag bei 66,5. Die Kennziffer beschreibt, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende eines regionalen Lockdowns gilt der Wert 50.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage zuletzt bereits unter diesen Grenzwert gefallen.

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