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Während Corona-Pandemie - Massive Waldzerstörung in den Tropen

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Die Waldzerstörung in den Tropen hat laut einer Studie von WWF in der Corona-Krise deutlich zugenommen. Die Naturschutzorganisation spricht vom "Corona-Effekt".

Brasilien - Abholzung in Amazonien
Abholzung in Brasilien: Die Naturschutzorganisation WWF warnt in einer Studie vor illegalen Fällungen, die in der Corona-Zeit massiv zugenommen hätten.
Quelle: dpa

Der Waldverlust in den Tropen ist laut der Naturschutzorganisation WWF während der globalen Corona-Pandemie massiv angestiegen. Die Waldzerstörung in 18 untersuchten Ländern sei im März 2020 im Vergleich zu den Vorjahren um durchschnittlich 150 Prozent angestiegen, erklärte der WWF Deutschland am Donnerstag unter Berufung auf eine eigene Studie.

Insgesamt seien damit allein im März dieses Jahres rund 645.000 Hektar Tropenwälder verschwunden, was etwa der siebenfachen Fläche Berlins entspricht. Es gebe eindeutige Indizien dafür, dass Entwaldung und Pandemie miteinander zusammenhängen.

Am meisten betroffen waren im März demnach Indonesien mit mehr als 1.300 Quadratkilometern, der Kongo mit 1.000 Quadratkilometern und Brasilien mit 950 Quadratkilometern.

Wegen illegaler Brandrodungen brannte vergangenes Jahr der brasilianische Regenwald. Jetzt schlagen Umweltschützer und Menschenrechtsvertreter erneut Alarm: Im Schatten der Corona-Pandemie hat die Abholzung wieder stark zugenommen.

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Corona-Effekt während des Lockdowns

"Alles weist darauf hin, dass wir es bei der explodierenden Waldzerstörung mit einem Corona-Effekt zu tun haben", sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland: "In vielen Ländern hat sich der Staat während des Lockdowns aus dem Waldschutz zurückgezogen, was illegale Holzeinschläge und die Plünderung anderer Ressourcen begünstigt."

Auch indigene Territorien und Naturschutzgebiete würden vielerorts schlechter gesichert und fielen Kriminellen leichter zum Opfer, so Heinrich. Polizei, Ranger und andere staatliche Kontrolleure seien deutlich weniger präsent und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen säßen meist im Home-Office fest.

Brasilien rutscht weiter an die Spitze der Corona-betroffenen Staaten. Präsident Bolsonaro sieht das Virus dennoch nicht als Gefahr.

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Nachfrage nach Holz

Kriminelle Energie und Profitstreben sind laut WWF jedoch nicht der alleinige Treiber der Umweltzerstörung in Corona-Zeiten. Vielerorts hätten wegbrechende Einkommen die Menschen in eine schwierige Lage gebracht. In mehreren afrikanischen Ländern sei der legale Holzhandel und die Verarbeitung des Holzes zum Erliegen gekommen.

Ein großer Anteil der Holzprodukte des Kongobeckens werde nach China und Vietnam exportiert. Durch die Schließung der Häfen sei dieser Handelsweg unterbrochen worden. Die Wälder verlören dadurch schlagartig ihren Wert und das Risiko einer Umwandlung des Waldes steige an.

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Sozial- und Umweltstandards als mächtigste Hebel

Zum Schutz der Wälder der Welt fordert der WWF eine Unterstützung der Entwicklungs- und Schwellenländer. Technische und finanzielle Hilfe könnte dazu beitragen, die illegale Entwaldung einzudämmen. Dazu gehöre nicht nur die bessere Durchsetzung von Gesetzen, sondern auch die Schaffung alternativer Einkommensquellen und die Abmilderung sozialer Probleme durch Folgen der Corona-Pandemie, hieß es.

Der mächtigste Hebel seien jedoch die internationalen Handelsbeziehungen. Hier brauche es dringend bessere und verbindliche Sozial- und Umweltstandards, insbesondere zu entwaldungsfreien Lieferketten.

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