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Wie sicher sind Türkei-Reisen?

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Pro und Contra - Wie sicher sind Türkei-Reisen?

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Für die Türkei gilt nach wie vor eine Reisewarnung, doch die Stimmen, die eine Aufhebung fordern, werden lauter. Was spricht dafür, was dagegen?

Archiv: Menschen mit Mundnasenschutz gehen an der Strandpromenade in Istanbus entlang.
Durch die Corona-Pandemie ist die Zahl der Türkei-Urlauber stark zurückgegangen.
Quelle: epa

Pro: Die Türkei ergreift viele Hygienemaßnahmen gegen das Coronavirus

Durch die Corona-Pandemie ist die Zahl der Türkei-Urlauber stark zurückgegangen. Hotels versuchen, mit zahlreichen Hygienemaßnahmen gegenzuwirken. "Die Maßnahmen sind wesentlich besser als in Italien, Spanien, Griechenland und sogar als in Deutschland", sagt Kadin Udur vom Reiseveranstalter Bentour Reisen dem ZDF.

Wärmebildkameras in Flughäfen und Hotels, Sicherheitsabstand am Strand, abgepackte Handtücher am Pool: Es gibt zahlreiche Richtlinien für den Tourismus. Alle Hotels mit über 50 Zimmern müssen sich verpflichten, das Zertifikat "Sicherer Tourismus" einzuholen. Die Zertifizierung wird hauptsächlich vom deutschen Tüv Süd vorgenommen.

Die Türkei ist das drittliebste Urlaubsland der Deutschen. Durch die Reisewarnung werden jetzt allerdings sehr viel weniger Deutsche an die Ägäis reisen als in den Vorjahren.

Beitragslänge:
2 min
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Contra: Die täglichen Infektionszahlen sind höher als in Deutschland

"Die Reisewarnungen sollten generell von den Corona-Zahlen abhängig gemacht werden", sagt die deutsch-türkische Beraterin Handan Roos. "Jeder sollte sich überlegen, ob derzeit Urlaubsreisen überhaupt angebracht sind." Sie wollte dieses Jahr im Sommer in die Türkei reisen, jetzt kommen für sie aber weder die Türkei noch EU-Länder wie Frankreich oder Spanien infrage.

Während in Deutschland in der vergangenen Woche im Schnitt täglich 430 neue Infektionen gemeldet wurden, liegt die Zahl in der Türkei deutlich höher: Hier gab es in der vergangenen Woche täglich mehr als 1.000 Neuinfektionen.

Pro: Nicht mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner

Wichtiges Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist die Frage, ob es in einem Staat in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. Das ist in der Türkei nicht das Problem.

Den größten Teil der Infizierten gab es der türkischen Botschaft zufolge außerdem in den Großstädten. Die türkischen Urlaubsorte seien genauso wenig betroffen gewesen wie die deutschen Küstenregionen.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Contra: Sorge nach Bericht um Zwangsbehandlungen bei Infizierten

Laut einem Bericht des "Spiegel" wurde die Reisewarnung bisher auch aufrechterhalten, weil sich Infizierte mit dem Malaria-Medikament Hydroxychloroquin behandeln lassen müssten. Die Wirkung gegen Covid-19 ist umstritten, in Deutschland ist es nicht zur Behandlung von Corona-Fällen zugelassen.

Die Außenminister haben vergangene Woche darüber gesprochen:

Es ist jetzt hier noch einmal sehr deutlich gesagt worden, dass in der Türkei im Infektionsfall keine Maßnahmen gegen den Willen von Infizierten getroffen werden; sowohl was den Behandlungsort angeht, als auch was die Behandlungsmedikation angeht.
Heiko Maas (SPD), Außenminister

Pro: Türkei nicht strenger behandeln als andere Länder

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), warnt davor, die Türkei strenger als andere Urlaubsländer zu beurteilen: "Mit jedem Land müssen wir fair und gerecht umgehen", sagte er dem Sender RTL.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der EU vor, die Corona-Krise politisch zu nutzen, um restriktiv gegen sein Land vorzugehen. "Ich denke schon, dass die Reisewarnung politisch ist", sagt auch die Deutschtürkin Roos.

Contra: Keine "politischen Deals" machen

Grünen-Politiker Cem Özdemir sieht das anders und warnt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem Drängen der türkischen Regierung bei der Reisewarnung nachzugeben:

Corona-Reisewarnungen sind in Deutschland keine Verhandlungsmasse für politische Deals - sie dienen dem Gesundheitsschutz, und das muss auch Präsident Erdogan begreifen.
Cem Özdemir (Grüne), Mitglied des Bundestags

Er findet, die Reisewarnung für die Türkei müsse so lange aufrechterhalten werden, wie die Türkei vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen wird.

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