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Warum das Virus außer Kontrolle gerät

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Neuinfektionen in den USA - Warum das Virus außer Kontrolle gerät

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In den USA steigt die Zahl der Corona-Infektionen von Tag zu Tag. Ob von Demokraten oder Republikanern regiert, das Virus breitet sich in fast allen Staaten weiter aus.

Archiv: Greg Abbott mit Schutzmaske, Gouverneur von Texas
Greg Abbott, Gouverneur von Texas, USA.
Quelle: AP

Über 50.000 neue gemeldete Corona-Fälle an nur einem Tag, das ist im Moment der traurige Rekord in den USA. Die Zahlen sind damit höher als noch im April und Mai, dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie.

Vor allem der Süden, Staaten wie Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien sind betroffen. Präsident Trump spielt währenddessen diese Entwicklung weiter herunter und hält Veranstaltungen mit mehreren tausend Menschen ab.

Im Gegensatz zu US-Präsident Trump sei für die Mehrheit der Amerikaner "die Bekämpfung der Pandemie das Wichtigste", so ZDF-Korrespondentin Ines Trams aus Washington.

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3 min
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Kehrtwende: Doch Maskenpflicht in Texas

Die Bekämpfung des Virus ist vielen Staaten zu einem Politikum geworden. Auf der einen Seite stehen Anhängerinnen des Präsidenten, die seinem Beispiel folgen und häufig keine Maske tragen wollen. Noch im Juni sagte der republikanische Gouverneur von Texas Greg Abbott, die Regierung könne nicht vorschreiben, dass Einzelpersonen Gesichtsmasken tragen müssten.

Abbott und sein Amtskollege in Arizona, der Republikaner Doug Ducey, verhinderten bis Mitte Juni, dass Städte und Bezirke strengere Pandemie-Regeln veranlassen können. Abbott machte angesichts der neuen Zahlen nun eine Kehrtwende. Er ordnete am Donnerstag eine Maskenpflicht für alle Bezirke mit 20 oder mehr Corona-Fällen an.

Neuer Rekord -
Coronavirus-Fälle in den USA steigen stark an
 

In den USA ist das Coronavirus weiter auf dem Vormarsch. Binnen eines Tages wurden mehr als 53.000 Neuinfektionen festgestellt - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Videolänge:
2 min

Die Gründe für den rasanten Anstieg in Florida, Arizona, Kalifornien

Doch die Gründe für den rasanten Anstieg in den USA sind vielfältig und lassen sich nicht nur auf einen Regierungsstil zurückführen. Es gibt auch Bundesstaten, die schärfere Corona-Beschränkungen eingeführt hatten und nun trotzdem mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen haben, wie beispielsweise Kalifornien.

Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom erließ dort einige der strengsten Pandemieregeln. Noch Mitte Mai stand der Staat so gut da, dass der Gouverneur viele Maßnahmen wieder gelockert hatte, diese nimmt er nun wieder zurück.

Flickenteppich von lokalen Regeln

Newsom hatte mit dem Wiedereröffnungsprozess mehr Kontrolle an die einzelnen Bezirke abgegeben, die so entscheiden konnten, wer oder was unter welchen Umständen öffnen darf. Dies führte zu einem Flickenteppich von lokalen Regeln. So war in einem Ort, das Tragen von Masken in Geschäften Pflicht, im Nachborort dagegen nicht.

Ein weiteres Problem, das Kalifornien, aber auch das ganze Land betrifft, sind die hohen Infektionszahlen unter einkommensschwachen Menschen. Häufig sind es Migranten, die es sich schlicht nicht leisten können, sich krank zu melden und in beengten Wohnverhältnissen leben. Expertinnen und Experten fordern schon lange mehr Aufklärung und Unterstützung, damit Erkrankte sich tatsächlich isolieren und in Ruhe genesen können.

Corona kann jeden treffen

Auch ein falsches Gefühl von Sicherheit soll ein Grund für den starken Anstieg in Kalifornien gewesen sein. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde der Staat mehr oder weniger verschont bleiben, sodass viele nicht mehr gründlich genug auf Abstand geachtet hätten, sagt Mark Ghaly, der im Auftrag des kalifornischen Gesundheitsministeriums tätig ist. Nun wurde der Staat, aber auch das ganze Land eines Besseren belehrt: Corona kann jeden treffen.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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