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USA: Coronavirus trifft Minderheiten stärker

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Afroamerikaner und Latinos - USA: Coronavirus trifft Minderheiten stärker

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Das Coronavirus breitet sich in den USA weiter aus. Es gibt mehr als 400.000 Infektionen. Erste Daten deuten darauf hin, dass Minderheiten besonders stark betroffen sind.

In den USA sind fast 2000 Menschen innerhalb von 24 Stunden infolge einer Corona-Infektion gestorben. Afroamerikaner erkranken und sterben häufiger an Covid-19 als Weiße.

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So wie der Umgang mit dem Coronavirus insgesamt ist auch die Sammlung der damit verbundenen Daten in den USA national nicht einheitlich. Doch Daten aus einzelnen Städten und Regionen deuten darauf hin, dass Afroamerikaner unverhältnismäßig stark vom Virus betroffen sind. In Chicago, Milwaukee und Louisiana, zum Beispiel, sind über 70 Prozent der Covid-19-Todesfälle Schwarze, obwohl Afroamerikaner jeweils nur ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Pandemie trifft auf strukturelle Ungleichheit

Auch wenn die vorhandenen Daten noch nicht ausreichen, um allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen, kommen sie doch nicht überraschend. Denn die Pandemie trifft in den USA auf bereits existierende tiefe Ungleichheiten. Überdurchschnittlich viele Afroamerikaner sind gesundheitlich vorbelastet - sie leiden mehr als andere Bevölkerungsgruppen unter Diabetes, Fettleibigkeit und Asthma - alles Covid-19-Risikofaktoren.

Gleichzeitig sind mehr Schwarze nicht krankenversichert und haben weniger Zugriff auf medizinische Versorgung. Bereits zu Normalzeiten ist die Lebenserwartung eines Schwarzen in Chicago fast neun Jahre unter der eines Weißen, in Milwaukee sind es sogar 14 Jahre.

Das soziale Umfeld erschwert diese Situation. Unverhältnismäßig viele Schwarze haben Jobs, die es ihnen unmöglich machen, zu Hause zu bleiben, sind von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig und haben keinen Zugang zu Apps um sich, zum Beispiel Lebensmittel liefern lassen zu können. So sind es genau die Empfindlichsten der Gesellschaft, die potentiell dem Virus am stärksten ausgesetzt sind.

Die Ärmsten in den USA leiden besonders. Corona ist längst eine soziale Frage in den Vereinigten Staaten. Wir zeigen, wie Schulkinder auch ohne Schule versorgte werden und wie sich die Menschen in Zeiten von Krise und Arbeitslosigkeit durchschlagen.

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Verstärkte Aufmerksamkeit

Am Dienstag wurde diese Frage erstmals bei der täglichen Corona Pressekonferenz des Weißen Hauses thematisiert. Auch Generalstabsarzt Dr. Jerome Adams, selbst afroamerikanischer Herkunft, sprach die Problematik auf sehr persönliche Weise an. Er erwähnte seine eigene gesundheitliche Vorbelastung durch Asthma, Herzprobleme und Diabetesrisiko:

Ich verkörpere, was es bedeutet in Amerika arm und schwarz groß zu werden.
Generalstabsarzt Dr. Jerome Adams

Der verstärkte Druck hat nun die nationale Seuchenkontrollinstanz CDC dazu veranlasst, in Zukunft verstärkt Daten zum ethnischen Hintergrund von Infizierten und Verstorbenen in ihre Berichte aufzunehmen.

Erhöhtes Risiko auch für Latinos

Sowie mehr Informationen zur Verfügung stehen, ist zu erwarten, dass sich auch andere Minderheiten als verstärkt betroffen erweisen. Vor allem Latinos teilen viele der Risikofaktoren der afroamerikanischen Bevölkerung. Doch kommt hier häufig noch ein prekärer Aufenthaltsstatus hinzu, was Zugang zur Gesundheitsversorgung oder auch nur notwendiger Information zusätzlich erschwert.

Coronavirus-Illustration.

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