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Coronavirus in den USA - "Die nächste Krise heißt Zwangsräumungen"

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Wegen steigender Infektionen werden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft, keine guten Aussichten für den Arbeitsmarkt. Arbeitslosen droht zudem noch eine Krise: Obdachlosigkeit.

Norma und ihr Lebensgefährte leben in Washington. In der Corona-Krise verloren sie ihre Jobs. Nun reicht das Geld nicht einmal mehr für die Miete.

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Von weitem sieht es aus wie ein fröhliches Nachbarschaftsfest - lateinamerikanische Musik, mexikanisches Essen, spielende Kinder und bunte Plakate. Doch der Grund für das Zusammenkommen in Columbia Heights im Norden von Washington, D.C. ist Ernst. Wer näher kommt kann lesen, worum es eigentlich geht: "Setzt die Miete aus", fordert die Hausgemeinschaft und "Essen nicht Miete". Sie haben sich zum Streik getroffen und wollen auf ihre Lage aufmerksam machen.

Viele hier können schon seit Monaten die Miete nicht mehr bezahlen und fürchten sich nun vor Kündigungen und Zwangsräumungen. Norma kommt aus El Salvador, sie und ihr Lebensgefährte sind arbeitslos. Viele Latinos und auch Schwarze arbeiten in der Dienstleistungsbranche, die besonders hart durch das Coronavirus getroffen wurde. Die meisten Geschäfte in Washington sind noch immer geschlossen. Die Mieter fordern ein Aussetzen der Zahlungen, doch das einzige Angebot der Eigentümer ist: Wer am Ersten des Monats nicht zahlen kann, hat Zeit bis zum Zehnten.

Rund 2,8 Millionen Menschen haben sich in den USA bislang mit dem Coronavirus angesteckt, über 130.000 sind an den Folgen gestorben. Krankenhäuser kommen an ihre Kapazitätsgrenzen.

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Hilfspaket läuft aus

"Das ist sinnlos, wer kein Einkommen hat, kann auch nicht später zahlen", meint Paul. Eigentlich arbeitet er als freiberuflicher Veranstaltungstechniker. Seine Branche lebt von Events mit vielen Menschen. Nun fürchtet er, dass die Aufträge noch sehr lange ausbleiben. Noch bekommt Paul Geld aus dem Corona-Hilfspaket, 600 Dollar die Woche. Allerdings werden diese Zahlungen - Stand jetzt - Ende des Monats eingestellt.

Ich zahle aktuell nicht, nicht weil ich nicht will, sondern weil ich nicht anders kann.
Paul

Seine Nachbarin Patricia lebt allein und sagt, sie könne zur Not noch an ihr Erspartes gehen, um die Miete zu bezahlen.

Der Mieterbund, der das Solidaritätsfest organisiert hat, ist besorgt, dass das alleinige Aufschieben der Miete der Zukunft vieler Menschen langfristig schadet. "Wenn sich Mieter auf einen Deal mit dem Vermieter einlassen, der festlegt, dass sie beispielsweise erst nächstes Jahr zahlen müssen, dann unterschreiben sie damit quasi ihre eigene Räumungsklage", meint Roger Williams aus dem Vorstand des DC Mieterbunds.

Er wohnt selbst in dem Haus und versucht, seine Nachbarn aufzuklären und zu organisieren. Im Moment sind die Gerichte im Distrikt zwar noch geschlossen und Räumungsklagen ausgesetzt - Roger fürchtet aber, dass sich das bald ändern könnte.

Angst vor Zwangsräumungen

Mieterschutzorganisationen in der ganzen Stadt veranstalten in diesen Tagen Informationsveranstaltungen, um den Betroffenen bestmöglich beizustehen. Daniel del Pielago von Empower DC warnt: Sobald alles wieder öffne, könnten die Gerichte sehr schnell mit den Verhandlungen anfangen. Denn viele Vermieter hätten bereits Klagen eingereicht und nur noch nicht die Möglichkeit gehabt, vor Gericht zu ziehen. "Das ist das einzige, was viele Mieter aktuell davor bewahrt obdachlos zu werden". Sie alle sind sich einig, der einzige Schutz ist: Setzt die Miete aus.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

Nicht nur in den USA bringt das Coronavirus Mieter in Schwieirgkeiten. Auch in Deutschland is der Corona-bedingte Kündigungsschutz Ende Juni ausgelaufen:

Die Corona-Krise bedroht viele Existenzen. Viele können ihre Miete nicht mehr zahlen. Noch sind Mieter geschützt; doch dieser Corona-bedingte Kündigungsschutz läuft Ende des Monats aus. Was bleibt, ist der Antrag auf Wohngeld.

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