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Update für Corona-Warn-Apps - Europa sucht den Kontakt

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Erst jetzt suchen die nationalen Corona-Warn-Apps der verschiedenen Länder den Kontakt zueinander. Wer den ersten Schritt zum Austausch macht – und wer wohl nie dabei sein wird.

Eine Frau hält ein Smartphone mit dem Hinweis der Corona-Warn-App auf ein erhöhtes Risiko.
Eine Frau hält ein Smartphone mit dem Hinweis der Corona-Warn-App auf ein erhöhtes Risiko.
Quelle: dpa

Zwei Millionen EU-Bürger passieren auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig die Grenzen ihres Mitgliedstaats. Diese sogeannte Personenverkehrsfreiheit ist eine der Grundlagen des Binnenmarkts. Man könnte also annehmen, die Europäische Union habe von Beginn der Covid-19-Pandemie an ein Auge gehabt auf die Interoperabilität – also die Anschlussfähigkeit der Handy-Apps zur digitalen Kontaktnachverfolgung. Weit gefehlt.  

Daten-Speicher: zentral oder dezentral?  

Anfang Mai sah Kommissions-Vize-Präsidentin Margarete Vestager Warn-Apps noch als Voraussetzung für den Sommerurlaub. Ein gemeinsamer Ansatz werde helfen, Grenzkontrollen zu vermeiden. Doch der zuständige Kommissar, der Franzose Thierry Breton, ließ den Mitgliedstaaten Freiheiten – vor allem in der Frage der Datenspeicherung. Frankreich und Ungarn setzten auf zentrale Speicher – Deutschland und die meisten anderen entschieden sich – nach teils langem Zögern – für die dezentrale Speicherung.

Erst Wildwuchs, dann Workaround  

Das technische Detail wird nun zum Problem. Denn die Folge ist ein Wildwuchs, den die EU-Kommission nun aufwendig umgehen will. Zwei Server in Luxemburg sollen ab heute Datenpakete zwischen den Apps austauschen. Der Workaround nennt sich im EU-Jargon nun "Datenabgleichsdienst". Nach Auskunft der EU-Kommission war die erste Testphase im Oktober erfolgreich. Diesen Montag ging der Dienst in Betrieb.

Als erste nationale Apps werden Deutschlands "Corona-Warn-App", Irlands "COVID tracker" und Italiens "Immuni" verknüpft. Alle drei seien insgesamt von rund 30 Millionen Menschen heruntergeladen worden, was etwa zwei Dritteln aller App-Downloads in der EU entspreche. Bis 26. Oktober kommen fünf, im November weitere zwölf nationale Apps dazu.

Datenschutz und technische Hürden 

Zwei Nachbarländer von Deutschland werden wohl kaum je auf der Europa-Karte der verknüpften Apps erscheinen: die Schweiz und Frankreich. Die Schweiz gehört nicht zur EU und ist – anders als etwa Norwegen – auch nicht Teil des EWR, des Europäischen Wirtschaftsraums. Es fehle eine Rechtsgrundlage, heißt es in einem Brief der EU-Kommission an den baden-württembergischen Europa-Abgeordneten Andreas Schwab (CDU).  

Die EU nutzt dafür eine Richtlinie für Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Seit langem verhandelt sie mit der Schweiz über ein "Rahmenabkommen". Zudem soll ein "Gesundheitsabkommen" abgeschlossen werden. Schwab hatte gefordert, die Schweiz müssen "von vornherein in die Verknüpfung der Corona-Warn-Apps in Europa" einbezogen werden. Dazu kommt es nun vorerst nicht.  

Auch nicht im Fall von Frankreich: Nach Auskunft eines hochrangigen EU-Beamten plane Frankreich, seine App mit zentraler Datenspeicherung einzustampfen – wegen mäßigen Erfolgs. Eine neue App soll aber wieder zentral speichern und setze trotzdem nicht auf die bewährte Schnittstelle dezentraler Apps. Nicht einmal eine Anfrage zur Nutzung des gemeinsamen Servers in Luxemburg habe Frankreich gestellt.   

Corona-Warn-App auf einem Smartphone

RKI betont Wichtigkeit -
Corona-Warn-App mit neuen Funktionen
 

Ab Montag startet die Version 1.5 der Corona-Warn-App. Wegen der steigenden Infektionszahlen, empfiehlt das RKI eindringlich, die App zu nutzen. Auch wegen zwei neuer Funktionen.

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