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Frankreich: "Stop Covid" sorgt für Kritik

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Warn-App gegen das Virus - Frankreich: "Stop Covid" sorgt für Kritik

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Zwei Wochen vor der deutschen Version hat Frankreich seine Corona-Warn-App "Stop Covid" gestartet. Auch damit will Macron sein Land aus der Krise führen - doch nicht ohne Kritik.

In Frankreich läuft das soziale Leben unter strikten Hygienemaßnahmen wieder an. Dazu kommt die Corona-Warn-App "StopCovid" heraus, sie kann freiwillig aufs Handy geladen werden.

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"Wir sind im Krieg", bläute Frankreichs Präsident Macron seinen Landsleuten ein, bei einer Fernsehansprache im März. Die Corona-Krise - auch eine Schlacht der Worte und Bilder. Macron sah in der Krise eine Chance, seine Umfragewerte wieder zu steigern. Er suchte Krankenhäuser auf, versprach Hilfen. Er verstand sich als Macher, der vorangeht und führt.

Unzufrieden mit Macrons Pandemie-Management

Macron, der General. Das ist die eine Seite der Geschichte. Andererseits war da auch ein Arzt in einem Pariser Krankenhaus, der Macron wegen mangelnder Ausstattung und fehlendem Personal rügte. Der Vormarsch stockte, festgefahren in einem unvorbereiteten Gesundheitswesen.

Die Franzosen folgen ihrem Präsidenten nicht mehr. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BVA für die Zeitung "La Tribune" kommt Macron derzeit bei den Franzosen auf 32 Prozent Zustimmung. 

Corona-App als Heilsbringer?

Nun also soll eine Corona-Warn-App den Siegeszug gegen das Virus einleiten, rund zwei Wochen bevor Deutschland seine Version vorstellt. Die Idee einer solchen Tracing-App: Das eigene Handy warnt seinen Nutzer, wenn der einem Infizierten nahegekommen ist. Das Programm arbeitet mit Bluetooth-Signalen und sendet Warnmeldungen. 

Mittlerweile ist es acht Wochen her, dass Gesundheitsminister Spahn eine Tracing App im Kampf gegen die Corona-Pandemie versprochen hat. Bis Ostern sollte sie kommen. Eigentlich.

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Diskussionen um Datenschutz

Allerdings gibt es große Bedenken an der Nützlichkeit von "Stop Covid". "Die App reiht sich in die Serie der freiheitsfeindlichen Gesetze ein", kritisierte der Abgeordnete Jean-Luc Mélenchon von der Linkspartei La France Insoumise. Der Gesundheitsminister Olivier Véran verteidigte die App. Jedes Mittel müsse zum Infektionsschutz eingesetzt werden. 

Die französische Datenschutzbehörde Commission Nationale Informatique et Libertés (CNIL) zumindest hatte keine Einwände mehr. Die wichtigsten Empfehlungen seien respektiert worden, schreiben die Datenschützer in einer Stellungnahme. So verwende die Corona-Warn-App nur anonymisierte Daten. Außerdem sei die Nutzung freiwillig. 

Die Bundesregierung hat sich auf eine konkrete Variante der möglichen Corona-Apps geeinigt. Wie funktioniert sie? Ein Grafikvideo.

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"Es sät mehr Misstrauen"

Trotzdem will Adèle, Rezeptionistin aus Paris, die App nicht nutzen. "Ich finde, das schränkt die menschlichen Beziehungen noch mehr ein. Es sät mehr Misstrauen." Camille, Studentin in Paris, denkt, die App könne im öffentlichen Nahverkehr nützlich sein. Die App verwenden? Das will sie selbst nicht. So droht aber schon der nächste Misserfolg für die Regierung Macrons.

Auch in Deutschland wird der Einsatz einer sogenannten Tracing-App heftig diskutiert, es gibt viele Sicherheitsbedenken. SAP und Telekom haben jetzt den Programmcode veröffentlicht. Der Informatiker Henning Tillmann hat ihn sich angeschaut.

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