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Raumfahrt in der Coronakrise - Weltraumforschung auf Abstand – geht das?

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Ins All hat es das Coronavirus noch nicht geschafft. Doch auch die Wissenschaftler kämpfen mit Anpassungen an die Pandemie: Über Satelliten-Missionen aus dem Homeoffice.

Crew-Mitglieder der ISS Expedition 62
Die Corona-Krise beeinträchtigt auch die Weltraumforschung: Abstand halten ist in vielen Bereichen schwer.
Quelle: Andrei Shelepin/TASS/dpa

Eigentlich ist das Leben auf der ISS ein bisschen wie Homeoffice: Wohnen und arbeiten auf engstem Raum. Und das gleich für ein halbes Jahr am Stück. Wobei die ISS noch vergleichsweise wenig unter der Pandemie leidet. Denn die Weltraumstation ist nicht für den unbemannten Flug geeignet.

Deshalb flog am 9. April auch ganz planmäßig die neue Mannschaft vom Weltraumbahnhof in Baikonur ab. Trotz vieler Schwierigkeiten. Denn das Coronavirus hat auch die Raumfahrt stark befallen. Besatzungen, Bodenteams und Wissenschaftlern fehlen Trainings und der persönliche Austausch.

Die europäische Trägerrakete Ariane 6 muss am Boden bleiben – wegen des Coronavirus. Lediglich ihren Antrieb konnten die Wissenschaftler noch vor dem Ausbruch der Pandemie testen.

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Besonders an den Startrampen ist das Virus zu spüren. Am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana sind bis auf weiteres alle Starts abgesagt. Von dort startet die europäische Trägerrakete Ariane 5. In diesem Sommer sollte Ariane 6 ihren Erstflug absolvieren. Daraus wird nun erst mal nichts.

Satelliten-Missionen aus dem Homeoffice

Viele Satelliten-Missionen laufen dagegen recht gut aus dem Homeoffice. Denn Raumsonden werden lange vor ihrer Mission am Boden programmiert und müssen allenfalls nachjustiert werden. Das Europäische Weltraum-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt konnte daher fast alle Forscher nach Hause schicken und von dort arbeiten lassen. Von 700 Mitarbeitern im Normalbetrieb kommen derzeit nur noch etwa 20 ins Kontrollzentrum.

Das Husarenstück gelang den Forschern am 10. April mit der Raumsonde BepiColombo. Die musste auf dem Weg zum Merkur ein kompliziertes Flugmanöver ausführen, das von nur einem einzigen anwesenden Wissenschaftler im Kontrollzentrum gesteuert werden konnte – die Bahnberechnungen steuerten seine Kollegen aus dem Homeoffice bei.

Ausgangssperre in Zeiten von Corona: Was tun Zuhause und wie hält man in der Isolation Kontakt zu anderen? Wir haben Alex Gerst gefragt, der 363 Tage isoliert auf der ISS lebte.

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Klare Luft aber verwaiste Sternwarten

Die Sternwarten und Observatorien weltweit sollten sich eigentlich über die verringerte Luftverschmutzung freuen. Doch weit gefehlt: Zwar ist der Himmel mangels Kondensstreifen – und dank reduziertem Verkehr und gedrosselter Industrieproduktion – sehr klar. Doch die Sternengucker sitzen zuhause und können nicht arbeiten.

Große, staatlich geförderte Projekte - wie die amerikanisch-europäische Mondmission, die für 2024 geplant ist - dürften wegen den weltweit zu erwartenden finanziellen Engpässen durch die Corona-Bekämpfung wohl zeitlich verzögert und etwas ausgedünnt werden. Doch da viele Projekte auch für das Militär oder die Klimaerforschung von Nutzen sind, werden sie nicht ganz eingestampft.

Kleine Firmen bangen um ihre Existenz

Sehr hart trifft es aber die Start-Ups, die kleinen innovativen Firmen, die auf Risikogeldgeber angewiesen sind. Denn die Investoren schrecken angesichts des bedrohlichen Geschäftsklimas zurück. Viele Projekte dürften daher auf den Prüfstand kommen – und gestrichen werden.

Eine spektakuläre Pleite gab es bereits: OneWeb. Das Unternehmen, bei dem Airbus federführend ist, wollte ein Netz von Satelliten auf die Erdumlaufbahn bringen und so schnelle Internet-Verbindungen aus dem All verfügbar machen. Doch nun, nach 74 von 650 geplanten Satellitenstarts, ist die Firma pleite – und die hochgeschossenen Satelliten drohen zum Weltraumschrott zu werden.

Wie Rückkehrer aus dem All in Zeiten von Corona auf der Erde empfangen werden, lesen Sie hier:

US-Astronaut Andrew Morgan kurz nach der Landung.

Aus dem All in die Isolation - Astronauten von der ISS wieder auf der Erde  

Nach mehreren Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS sind drei Raumfahrer wieder auf der Erde gelandet. Sie wurden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen empfangen.

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