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Zoo erarbeitet Notpläne für Schlachtungen

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Zwangsschließung wegen Corona - Zoo erarbeitet Notpläne für Schlachtungen

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Aufgrund des Coronavirus sind Zoos in finanzielle Schieflage geraten. In Neumünster gibt es als allerletzten Schritt nun Pläne für Notschlachtungen.

Eisbaer Vitus, aufgenommen am 14.04.2020 in Neumünster (Schleswig-Holstein)
Eisbär Vitus im Tierpark Neumünster.
Quelle: dpa

Die Zwangsschließung wegen des Coronavirus ist für den Tierpark Neumünster existenzbedrohend. Daher hat der Zoo Notpläne für das Schlachten seiner Tiere erarbeitet. Dort stehe auch, wer im Fall des Falles zuletzt auf die Schlachtbank kommt: Der 3,60 Meter große Eisbär "Vitus", sagte Zoodirektorin Verena Caspari.

Der Tierpark hat zurzeit keine Einnahmen durch Besucher und wird ausschließlich durch Spenden am Leben erhalten. "Wir sind ein Verein", erklärte Caspari.

"Wir bekommen keine städtischen Gelder, und alles, was wir bis dato an Landesgeldern beantragt haben, ist noch nicht eingetroffen bei uns. Wir überleben aktuell nur durch Spendengelder."

Wegen des Coronavirus: Notschlachtungen als allerletzter Schritt

Noch reichen die Spendengelder. "Doch wenn - und das ist wirklich der aller worst, worst case - wenn ich kein Geld mehr habe, Futter zu kaufen, oder wenn es passieren sollte, dass mein Futterlieferant aufgrund neuer Restriktionen nicht mehr liefern kann, dann würde ich Tiere schlachten, um andere Tiere zu füttern." Das wäre dann aber der allerletzte Schritt.

Verena Caspari, Direktorin des Tierparks, zeigt einen von einem Spender vor dem geschlossenen tor abgestellten Karton mit Kaninchenfutter, aufgenommen am 14.04.2020
Zoodirektorin Verena Caspari sieht Notschlachtungen als allerletzten Schritt.
Quelle: dpa

"Das ist gar nicht so spektakulär, wie es sich anhört", sagte Zoodirektorin Caspari. Denn in bestimmten Fällen ein Tier zu töten, sei sogar aus tierschutzrechtlichen Gründen vorgeschrieben. "Vorher könnte man natürlich auch versuchen, Tiere an andere Betriebe abzugeben. Das ist aber nicht mit allen Tieren so einfach."

Normalerweise ist der Tiergarten Stendal vor allem zu Ostern brechend voll, stattdessen ist seit Wochen alles verwaist. Für die Tierpfleger wird die Arbeit nicht weniger, doch manchen Tieren scheint es ohne Gäste langweilig zu sein.

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Zum Beispiel Vitus, der Eisbär. Er zählt mit seinem Gewicht von ungefähr 700 Kilogramm zu den Größten seiner Art in Deutschland.
"Wenn es hier ganz hart auf hart kommt, und der Tierpark aufgelöst werden müsste, kann ich den nicht einfach in eine Kiste stecken und woandershin transportieren."

Zoodirektorin bleibt trotz Corona zuversichtlich

So ein großes Tier kriege man nicht mal eben schnell bei einem Kollegen untergebracht. "Es ist kein Pony, das man auch mal in einen Eselstall stellen kann. Er ist ein großes Raubtier, für das man eine adäquate Anlage benötigt."

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Doch Caspari ist zuversichtlich, dass es nicht soweit kommen wird.
Andere Tierparks hätten versprochen, den Neumünsteranern Fisch und Fleisch zukommen zu lassen, "wenn hier der allerschlimmste Fall eintreten würde", sagte sie.

Andere Parks haben noch keine Pläne für Notschlachtungen

Der Haus- und Nutztierpark "Arche Warder" hat wegen der Corona-Krise ebenfalls "große finanzielle Sorgen und Engpässe, aber so etwas ziehe ich zur Zeit nicht in Erwägung", sagte Zoodirektor Kai Frölich mit Blick auf mögliche Notschlachtungen.

Er habe für seine 1.200 Tiere aus 83 Rassen einen Notfallplan erarbeitet, "sodass wir um solche Maßnahmen erst einmal herumkommen". Auch im Westküstenpark in St. Peter-Ording und im Wildpark Eekholt gibt es den Angaben zufolge aktuell keine Pläne für Notschlachtungen.

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