Beschwerden über verspätete Post-Zustellungen nehmen zu

    Sendung verspätet oder verloren:Beschwerden über Post-Zustellungen nehmen zu

    Laura Loch
    von Laura Loch
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    Vielerorts werden unzuverlässige Post-Lieferungen beklagt. Die Bundesnetzagentur bestätigt einen Anstieg an Beschwerden. Woher kommen die Probleme und was können Betroffene tun?

    Fahrrad eines Postboten mit Briefpost
    Allein im 3. Quartal 2022 sind knapp 11.500 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur zum Postbereich eingegangen.
    Quelle: picture alliance / Sven Simon

    Wer kennt es nicht: Man wartet auf einen wichtigen Brief oder ein Paket, laut Sendungsverfolgung befindet sich die Lieferung bereits in Zustellung, aber dann passiert nichts. Was vor Jahren noch eher der Ausnahme entsprach, passiert aktuell häufiger. Der Ärger über verspätete und verlorene Sendungen wächst.

    Deutlicher Anstieg der Beschwerden über die Post

    Die Bundesnetzagentur teilt auf ZDF-Anfrage mit, bis Ende September 2022 bereits 20.475 Beschwerden zum Postbereich erhalten zu haben. Im ersten Halbjahr seien 8.921 Beschwerden eingegangen, im 3. Quartal rund 11.500. 2021 wurden laut dem Jahresbericht der Behörde insgesamt 15.118 Beschwerden verzeichnet, 2019 und 2020 jeweils rund 18.000. Im Jahr 2018 gingen lediglich 12.615 Beschwerden ein.
    Mit Blick auf die erste Jahreshälfte spricht die Behörde von einem "erheblichen Anstieg der Beschwerden" im 3. Quartal 2022. Die Beschwerden bezogen sich dabei vor allem auf Briefsendungen. Laut der Behörde ist hierbei das gesamte Bundesgebiet betroffen, sowohl städtische als auch ländliche Gebiete.
    In diesem Jahr hat die Bundesnetzagentur 44 Anlassprüfungen durchgeführt. Solche Prüfungen finden bei Beschwerden über mangelhafte oder ausgebliebene Briefzustellungen statt. 42 der 44 Prüfungen betrafen dabei den Marktführer Deutsche Post AG. Im Jahr 2021 kam es hingegen lediglich zu 16 Prüfungen.

    Personalmangel Hauptgrund für Beschwerden

    Auf eine Anfrage des ZDF reagiert die Deutsche Post nicht. Gegenüber der Bundesnetzagentur nennt sie als Grund für Probleme bei Versand und Zustellung von Briefen und Paketen vor allem Personalengpässe wegen steigender Corona-Infektionen.

    Ja, wir haben aktuell Herausforderungen in der Briefzustellung in einzelnen Gegenden.

    Thomas Schneider, Deutsche Post

    Im Schnitt könnten gerade an einem Werktag in rund 100 der bundesweit über 50.000 Zustellbezirken keine Briefe zugestellt werden, sagte Thomas Schneider, Betriebschef des Post- und Paketgeschäfts in Deutschland, der "Bild am Sonntag". Die Zustellung verzögert sich laut Schneider aber nur um einen Tag.
    Als weiterer Grund für die verspätete Auslieferung wird die sogenannte Verbundzustellung angegeben. Diese beinhaltet eine schrittweise Zusammenlegung von Brief- und Paketsendungen. Zuvor fand die Auslieferung jeweils getrennt voneinander statt. Außerdem seien Verzögerungen aufgrund hoher Paketmengen für Engpässe verantwortlich.

    Das können Verbraucherinnen und Verbraucher tun

    Im Falle von Problemen mit Post- und Paketsendungen sollten Verbraucher*innen sich zunächst an das Postunternehmen direkt wenden. Halten die Probleme an, haben Verbraucher*innen außerdem die Möglichkeit, bei der Bundesnetzagentur Beschwerde einzureichen. Häufen sich in einem Gebiet oder einer Region die Beschwerdemeldungen, so wird die Behörde aktiv.
    Sie wendet sich direkt an das betroffene Unternehmen und fordert dieses auf, vorherrschende Mängel zu beheben und sich an die gesetzlich vorgeschriebene Qualität zu halten. Jedoch sind die rechtlichen Möglichkeiten der Behörde an dieser Stelle begrenzt. Sanktionen kann diese nämlich nicht erheben, es bleibt demnach bei Ermahnungen.