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Deutscher Wald in Not - Feinde der Fichten: Dürre und Borkenkäfer

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Der deutsche Wald ist in keinem sonderlich guten Zustand. Die Forstwirtschaft setzt auf Bäume, die dem Klimawandel besser standhalten. Doch so ein Waldumbau braucht Zeit.

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"Im Wald kann man einfach nicht gießen." So schlicht fasst Christoph Rullmann, von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das Problem zusammen.

Dürre setzt den Wäldern zu

Den Bergahorn, der in der Straße vor seinem Mehrfamilienhaus steht, gießt Rullmann regelmäßig. "Mit dem Schlauch aus dem dritten Stock", erzählt er schmunzelnd. Für Stadtbäume kann man sorgen - für den Wald dagegen kann man nichts tun.

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Vor allem die letzten beiden Jahre haben ihm zugesetzt. Extreme Dürreperioden, von denen sich der Wald nicht wieder erholt hat. Die Zahlen, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Februar bekannt gab, sprechen für sich: 160 Millionen Kubikmeter Schadholz, 245.000 Hektar zerstörte Fläche.

Bäume brauchen Harz gegen Schädlinge

Zur Dürre hinzu kommt der Borkenkäfer, denn die Trockenheit macht die Bäume weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge. "Je mehr Wasser ein Baum zur Verfügung hat, desto mehr Harz kann er produzieren. Und je mehr Harz er produziert, umso mehr kann er sich gegen einbohrende Insekten wehren", erklärt Rullmann. "Das ist sein Verteidigungsmechanismus." Und den setzt die Trockenheit außer Gefecht.

Dabei ist der Wald nicht überall gleich stark in Mitleidenschaft gezogen. "Es ist ein heterogenes Bild. Im Bayerischen und im Nordwesten sieht es ganz gut aus, im Moment", sagt Rullmann und verweist auf den sogenannten Dürremonitor des Helmholtzzentrum für Umweltforschung. Dort sieht man, in welchen Regionen pflanzenverfügbares Wasser vorhanden ist. "Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen - das sind Bereiche, wo es sehr sehr trocken ist."

Der Wald als Zeitzeugen-Dokument

Der Wald ist wie ein Geschichtsbuch.

Den deutschen Wald, den wir jetzt vorfinden, ist ein Spiegel der Geschichte,

erklärt Rullmann. "Die Bestände, die jetzt absterben, das sind 50 bis 70 Jahre alte Fichtenbestände. Die sind alle nach dem Krieg angelegt, denn viele Waldflächen waren zerstört. Also wurden die Wälder bestückt mit Bäumen, die sich schnell züchten ließen, zum Wiederherstellen der Dachstühle der zerstörten Häuser. Das waren die Fichten." Und vor allem die sind nun betroffen.

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Warum kann man da nicht eingreifen? Oder hat es nicht schon früher getan? Schließlich wird es seit Jahren immer wärmer - der Klimawandel ist längst bekannt.

Mischwälder brauchen ihre Zeit

Der Waldumbau ist ein langwieriger Prozess.

Seit den 90er-Jahren macht man sich Gedanken über den Umbau des Waldes,

verteidigt Rullmann die Forstwirtschaft. "Immer, wenn irgendwo Freiflächen entstanden sind durch Sturm, hat man das mit anderen Arten bepflanzt.

Aber von Monokultur auf Mischwälder - das geht nicht von heute auf morgen. Ein Wald ist nicht wie eine landwirtschaftliche Fläche, wo man Mais pflanzt und wenn der nicht wächst, pflanzt man im nächsten Jahr Getreide. Ein Baum steht dann erst einmal 70 Jahre da."

Pflanzliche Exoten kein Mittel gegen Klimawandel

Die Forstwirtschaft pflanzt nun vermehrt Bäume, von denen sie weiß, dass sie mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. Allerdings keine Exoten: "Man sollte nicht rund um den Globus gucken, wo finden wir noch eine Palme oder einen Bambus, den wir hier anbauen können", warnt Rullmann. "Solche Sachen gehen meist nach hinten los."

Das Problem der Waldbesitzer allerdings: Der Holzmarkt ist komplett am Boden. Es lohnt sich nicht einmal, die trockenen Bäume aus dem Wald zu holen. Das Fällen ist teurer als das, was das Sägewerk oder die holzverarbeitende Industrie bezahlt.

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Und die Papierindustrie braucht frisches Holz. Totes eignet sich nur als Brennholz.

Also, bleiben die vertrockneten Bäume einfach im Wald liegen. Kleiner Trost: Sie bieten dann Lebensraum für Insekten, die sich im Totholz wohlfühlen. Entscheidend für den Wald: Wie viel es in diesem Jahr noch regnen wird.

Hunderttausende Bäume vertrocknen, gehen in Flammen auf oder fallen Borkenkäfern, Pilzen, Bakterien und Viren zum Opfer. Dabei ist gerade der intakte Wald einer der wichtigsten Gegenspieler des Klimawandels.

Beitragslänge:
28 min
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