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Fast jeder dritte Homosexuelle benachteiligt

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Mobbing und Belästigung im Job - Fast jeder dritte Homosexuelle benachteiligt

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Mobbing und Diskriminierung ist für sie oft an der Tagesordnung: Homosexuelle und besonders Transpersonen haben es schwer bei der Arbeit. Das zeigt eine Studie.

Eeine Regenbogenfahne, Symbol der Lesben und Schwulen, weht am 20.07.2015 in Frankfurt am Main hinter der Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. 30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland einer Studie zufolge im Arbeitsleben diskriminiert.
Jeder dritte Homosexuelle wird in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert.
Quelle: dpa

30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert. Unter den Transmenschen sind es demnach sogar mehr als 40 Prozent. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld ergeben. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes sieht die Arbeitgeber in der Pflicht.

Die Erhebung untersuchte das Arbeitsumfeld von homo- und bisexuellen sowie trans-, queer und intersexuellen Menschen (LGBTQI). Fast ein Drittel dieser Menschen, so die Studie, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt, geht vor Kollegen nicht offen mit der eigenen Sexualität um.

Homosexuelle und Transmenschen oft höher qualifiziert

Homosexuelle und Transmenschen gehen demnach in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die heterosexuelle Bevölkerung, meistens sind sie jedoch höher qualifiziert und in anderen Branchen tätig. So hätten in der Personengruppe 60 Prozent eine (Fach-)Hochschulreife erlangt - in der restlichen Bevölkerung gleichen Alters sind es 42 Prozent.

Homosexuelle arbeiteten seltener im produzierenden Gewerbe (17,2 Prozent), aber häufiger im Gesundheits- und Sozialwesen (23,7 Prozent) sowie in der Kunst und Unterhaltung (7,1 Prozent) als Heterosexuelle. "Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen", sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Funke-Zeitungen.

Niemand darf in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden.
Bernhard Franke, Antidiskriminierungsstelle

Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig neben Mobbing auch sexuelle Belästigung erfahren und hielten deshalb ihre geschlechtliche Identität geheim. Transpersonen hätten in besonderem Maß mit Diskriminierung zu kämpfen, so Franke.

Vielschichtiges Mobbing am Arbeitsplatz

Studien zeigten, dass Namensänderungen oft nicht akzeptiert würden. Daneben gebe es häufig Mobbingerfahrungen: "Zum Beispiel ein unangemessenes, oft sexualisiertes Interesse am Privatleben, das Imitieren oder Lächerlichmachen von Stimme oder Gesten oder die Verweigerung, die Toiletten entsprechend der Geschlechtsidentität nutzen zu dürfen", so Franke.

Für Veränderungen seien vor allem Arbeitgeber gefragt, betonte Franke: "Unternehmen sollten Vielfalt herausstreichen und fördern - und nicht verstecken." Außerdem sei es wichtig, einzuschreiten, sobald Diskriminierung bekannt werde.

Eine Regenbogenfahne

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