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Fünf Männer angeklagt - Riesiges Drogenlabor: Prozess begonnen

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Nach einem Feuer fanden Ermittler im April 2019 ein Drogenlabor mit industriellen Ausmaßen. Jetzt müssen sich die mutmaßlichen Betreiber in Bielefeld vor Gericht verantworten.

Nordrhein-Westfalen, Preußisch Oldendorf: Feuerwehr und Ermittler untersuchen Chemikalien in einer Lagerhalle. Zuvor hatte es an dem Ort gebrannt. Archivbild
Ermittler waren vor zwei Jahren zufällig auf das Drogenlabor in Preußisch Oldendorf gestoßen (Archivbild).
Quelle: dpa

Tonnen von Chemikalien, ein Brunnen für die Kühlung, Schlafgelegenheiten für die Drogenköche: Nach einem Kabelbrand in einer Lagerhalle nördlich von Bielefeld hatten Ermittler im April 2019 zufällig genau das entdeckt: ein Drogenlabor mit industriellen Ausmaßen, das an den US-Serienhit "Breaking Bad" erinnert.

Seit heute müssen sich vor dem Bielefelder Landgericht fünf Männer verantworten, darunter zwei Deutsche (31 und 39 Jahre alt) sowie drei Niederländer (37, 41 und 59).

Sie sollen das Drogenlabor in der 660 Quadratmeter großen Halle in Preußisch Oldendorf betrieben haben. Dort sollen Grundstoffe für synthetische Drogen wie Speed hergestellt worden sein.

Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Der Verteidiger Tobias Diedrich (l) spricht mit seinem Mandanten in einem Sitzungssaal vom Landgericht Bielefeld. Angeklagt sind fünf Männer aus Rödinghausen, Preußisch Oldendorf sowie aus den Niederlanden.
Prozess-Auftakt: Angeklagt sind unter anderem zwei Männer aus Rödinghausen und Preußisch Oldendorf.
Quelle: dpa

Aufenthaltsraum und gebohrter Brunnen gefunden

Der leitende Ermittler der Bielefelder Polizei äußerte sich als erster Zeuge. Sein Team habe vor Ort 18 große Tanks mit Chemikalien gefunden, dazu acht große Edelstahlkessel, einen spärlich ausgestatteten Aufenthaltsraum mit acht Matratzen und schließlich sechs große Destillatoren. "Dort gab es die große Qualmentwicklung", schilderte der Polizist die ersten Eindrücke. 

Für uns war das Thema neu - ein solches Labor haben wir hier noch nie gesehen.
Ermittler der Bielefelder Polizei

Ein gebohrter Brunnen sollte für Kühlwasser sorgen. Die Spurensuche habe zehn Tage gedauert. "Das war sehr aufwendig", so der Polizist.

Bei der Rückverfolgung der gekauften Chemikalien führten Spuren in die Niederlande. Als Mieter der Lagerhalle stellte sich schnell ein Tischler aus einer Nachbarhalle heraus. "Seine Aussagen wirkten schnell fragwürdig. Im weiteren Verlauf gab es immer mehr Widersprüche", sagte der leitende Ermittler.

Angeklagte wollen sich nicht zu Vorwürfen äußern

Zum Prozessauftakt blieben zwei der fünf Plätze frei. Einer der drei angeklagten Niederländer sitzt nach Angaben des Gerichts noch bis Juli 2021 wegen Drogendelikten in seinem Heimatland in Haft. Der zweite Mann blieb unentschuldigt fern.

Die drei verbliebenen Männer kündigten nach der Verlesung der Anklage an, sich nicht zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Angaben zur Person und zum Lebenslauf wollen die Angeklagten zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Die beiden angeklagten Deutschen sind der Tischler und ein Landwirt. Bis Mai sind neun weitere Prozesstermine angesetzt. Das Verfahren gegen den in den Niederlanden in Haft sitzenden Mann wird abgetrennt.

Rund zehn Tonnen abgefangen - Kokainfunde auf Rekordniveau 

Die Kokainfunde sind 2020 auf einem Rekordniveau geblieben. In jüngerer Zeit sind den Ermittlern mehrere empfindliche Schläge gegen "Großhändler" gelungen.

Videolänge
43 min
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