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Masken, Quarantäne, Kontakte: Das rät Drosten

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Virologe zu Corona - Masken, Quarantäne, Kontakte: Das rät Drosten

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Virologe Christian Drosten ist aus der Sommerpause zurück. In seinem Podcast spricht er über neue Erkenntnisse - und warum er jetzt für eine kürzere Quarantänezeit ist.

Christian Drosten steht im Institut für Virologie. Archivbild
Christian Drosten steht im Institut für Virologie. Archivbild
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Steigende Infektionszahlen, Quarantäne-Dauer, Maskendebatte - in seinem ersten NDR-Podcast nach der Sommerpause hat sich der Christian Drosten vieldiskutierten Corona-Themen gewidmet. Was der Berliner Virologe zu den einzelnen Aspekten sagt - ein Überblick.

Fallzahlen und Testhäufigkeit

Drosten betont, dass die seit Ende Juli steigenden Fallzahlen in Deutschland nicht nur auf die Zunahme von Tests zurückzuführen seien. Es sei auch schon im Mai und Juni viel getestet worden, als die Infektionszahlen sehr niedrig waren, erläutert der Experte von der Berliner Charité im Podcast.

Die jetzigen Zahlen, die sind schon real.
Christian Drosten

Die wirkliche Infektionshäufigkeit in der Bevölkerung spiegelten aber auch sie nicht wider. Die sei aus unterschiedlichen Gründen unterschätzt. Zum einen könne man einfach nicht alle Menschen testen, so Drosten. Zum anderen infizierten sich zunehmend junge Menschen, die nur harmlose, milde Infektionen hätten. Die würden womöglich ihre Infektionen verheimlichen und nicht in die Statistik einfließen.

Wenn ich auf 'ner illegalen Techno-Party war, dann hab ich ja noch mehr die Tendenz, meine Symptome zu verstecken und mich nicht diagnostizieren zu lassen.
Christian Drosten
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Quarantänezeit

Um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten, sprach sich Drosten für eine Verkürzung der Quarantänezeit aus. Menschen mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich nur noch fünf statt 14 Tage isolieren müssen. Mit diesem Vorschlag gehe er "bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie", sagte er.

Das ist schon, sagen wir mal, eine steile These, dass man sagt, nach fünf Tagen ist eigentlich die Infektiosität vorbei.
Christian Drosten

Die Überlegung sei aber: "Was kann man denn in der Realität machen, damit man nicht einen de-facto-Lockdown hat?", erklärte er. "Es nützt ja nichts, wenn man alle möglichen Schulklassen, alle möglichen Arbeitsstätten unter wochenlanger Quarantäne hat."

Aufatmen bei Familien – die für dieses Wochenende geplanten Feiern können stattfinden. Für risikofreudige Reisende wird es allerdings unbequemer. Der Corona-Test wird kostenpflichtig und die Einhaltung der Quarantäne kontrolliert.

Beitragslänge:
5 min
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Immunität nach Krankheit

Wer einmal eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat, ist nach Ansicht des Virologen - zumindest für die Dauer dieser Pandemie - immun. "Da bin ich sehr zuversichtlich." In Ausnahmefällen könne es zwar bei erneutem Kontakt mit dem Virus zu einer neuerlichen, oberflächlichen Infektion kommen. Zu einer schweren Lungenentzündung würde es dann aber nicht kommen. Auch dürften aus solchen Fällen keine Infektionsketten mehr erwachsen, da die Viruskonzentration bei den Betroffenen zu gering sei.

Für Alltagsmasken

Drosten warb erneut für das Tragen von Alltagsmasken. Trotz einiger Schwächen trügen sie zum Schutz vor einer Corona-Infektion maßgeblich bei. Sie senkten zumindest zum Teil auch die Ansteckungsgefahr durch Aerosole.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Masken, Tests und neue Strafen – was nützen die Corona-Regeln?" vom 27. August 2020, um 22:15 Uhr im ZDF.

Beitragslänge:
59 min
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Für Kontakt-Tagebücher

Um die Nachverfolgung von Infektionsketten zu erleichtern, empfahl Drosten, Kontakt-Tagebücher zu führen. Nicht jeder sei bereit, die Corona-App zu nutzen. Es sei aber sinnvoll, sich jeweils abends zu notieren, wann man mit mehreren Menschen in einer Gruppe zusammen war. Auch er selbst führe solch ein Tagebuch. Um gut über den Herbst zu kommen, sei die "maximale Kooperation des Großteils der Bevölkerung nötig", sagte Drosten. 

Prognosen sehr schwer

Eine Prognose, bis zu welcher Grenze sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch kontrollieren lasse und wann eine massenhafte Ausbreitung beginne, sei kaum möglich. "Das ist ganz schwer einzuschätzen, ab wann das passiert." Klar sei aber, dass die Lage außer Kontrolle geraten könne.

Bei immer mehr unentdeckten Clustern - wenn Menschen ihre Infektion nicht bemerken oder verschweigen - könne es einen Schwelleneffekt geben. Die Zahlen stiegen dann schlagartig, ohne dass ein Grund erkennbar sei. "Ich habe das Gefühl, das ist, was wir gerade in Frankreich sehen."

Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona
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