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Waldschäden nehmen stark zu

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"Situation ist katastrophal" - Waldschäden nehmen stark zu

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Deutschlands Wäldern geht es seit Jahren schlecht - es regnet zu wenig. 2020 hat sich die Lage nun drastisch verschlechtert.

Abgestorbene Fichten stehen in einem Wald. Archivbild
Abgestorbene Fichten stehen in einem Wald. Archivbild
Quelle: Swen Pförtner/dpa

Der Zustand der deutschen Wälder hat sich in diesem Jahr weiter verschlechtert. Die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Waldbesitzerverbände, Larissa Schulz-Trieglaff, sagt:

Die Situation in einem Großteil der Wälder in Deutschland ist nach wie vor katastrophal.

Das dritte Dürrejahr in Folge habe "zu einem weiteren Absterben ganzer Waldflächen geführt", sagt Schulz-Trieglaff. Besonders Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg seien betroffen.

Trockene Sommer schwächen Bäume

Mit Ausnahme Bayerns südlich der Donau war auch dieser Sommer in den meisten Regionen in Deutschland trockener als üblich, wie Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen. Die Trockenheit schwächt die Bäume und erhöht die Anfälligkeit für Baumkrankheiten. Sterben Bäume ab oder sind sie schwer geschädigt, zählen sie als sogenanntes Schadholz.

Waldsterben 2.0 -
Der deutsche Wald trocknet aus
 

Der Wald in Deutschland stirbt. Das ist schon seit einiger Zeit so. Nun machen ihm zusätzlich auch noch Hitze und gravierender Regenmangel zu schaffen.

von Jörg Moll
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Ganz aktuelle bundesweite Daten gibt es nicht, doch ist die Lage in den großen Flächenländern repräsentativ: So rechnet der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf in diesem Jahr mit 16,2 Millionen Festmeter Schadholz, 400.000 Festmeter mehr als 2019.

Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter. Und die "Schadfläche", die wiederaufgeforstet werden müsste, wird mit mehr als 32.000 Hektar voraussichtlich fast genau so groß sein wie 2019, wie aus den von dem Unternehmen zur Verfügung gestellten Zahlen hervorgeht.

In Summe nimmt die Fläche abgestorbener oder schwer geschädigter Wälder fast überall zu. Beispiel Niedersachsen: "Die Schadfläche von etwa 10.000 Hektar Größe, die bereits in den Jahren 2018 und 2019 entstanden ist, hat sich im Jahr 2020 um bisher schätzungsweise 3.500 Hektar vergrößert", sagt ein Sprecher der niedersächsischen Landesforsten in Braunschweig, wobei dies nur grob geschätzte Werte seien.

Temperaturrekorde, Eisschmelze und Hurrikans: Im Jahr 2020 zeigen sich die Auswirkungen der globalen Erderwärmung.

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Immer mehr Laubbäume leiden unter Dürre

Am schwersten getroffen sind deutschlandweit Nadelbäume - Fichten und Kiefern. Dürre begünstigt in doppelter Hinsicht die Ausbreitung von Borkenkäfern, die vor allem diese beiden Baumarten befallen.

Forstleute beobachten allerdings mit Besorgnis, dass zunehmend auch Laubbäume leiden. "Unerwartet ist das seit Spätsommer 2019 sichtbar werdende Ausmaß komplexer Schäden an Rotbuchen", heißt es in einem Bericht des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde in Brandenburg. "Auch Trauben- und Stieleiche sind zunehmend von deutlichen Schäden betroffen."

Ähnliches beobachten weit von Brandenburg entfernt die Landesforsten Rheinland-Pfalz: "Bereits im Frühjahr 2019 sind viele Laubbäume in der Rheinebene und am Donnersberg in Folge des Wassermangels nicht mehr ausgetrieben", sagt eine Sprecherin.

Besser ist die Lage seither nicht geworden: "Mittlerweile haben auch viele Laubbäume in höher gelegenen Regionen wie dem Westerwald oder dem Soonwald im August und September schon vorzeitig ihre Blätter abgeworfen. Ob sie überleben, wird sich im Frühling 2021 zeigen."

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