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Unfallstatistik - 1.570 Unfälle: Helmpflicht für E-Scooter?

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Über tausend Menschen haben sich 2020 bei Unfällen mit Elektrorollern verletzt, sieben Menschen starben. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert eine Helmpflicht.

Ein Mann fährt auf einem E-Scooter. Symbolbild
Die Polizeigewerkschaft fordert neben einem Helm auch bessere Radwege für die E-Scooter.
Quelle: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Sieben Tote und Hunderte Verletzte hat die Polizei bei Unfällen mit E-Scootern nach den bisher verfügbaren Zahlen im vergangenen Jahr registriert. 269 Fahrer der mithilfe von Batterien betriebenen Roller wurden zwischen Januar und September schwer verletzt, wie das Statistische Bundesamt in einer Unfallstatistik mitteilte. 1.096 erlitten leichte Verletzungen.

Meiste Verletzte im Sommer

Insgesamt registrierte die Polizei demnach 1.570 Unfälle mit den Elektrokleinstfahrzeugen, bei denen es Tote oder Verletzte gab. Die Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, da wegen der Corona-Pandemie die Anbieter von Leihrollern ihren Betrieb zwischenzeitlich einschränkten oder ganz aussetzten.

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Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden stieg im Frühjahr und Sommer an: Zwischen Januar und März wurden 252 aufgenommen, zwischen April und Juni 417. Am höchsten war die Zahl den Angaben zufolge zwischen Juli und September mit 901 Unfällen: Vier Menschen wurden dabei getötet, 145 schwer und 627 leicht verletzt. Die E-Scooter-Unfälle werden erst seit Anfang 2020 extra erhoben.

Für den Straßenverkehr zugelassen sind die kleinen Roller in Deutschland seit Juni 2019. Ab 14 Jahren darf man sie ohne Prüfung steuern - auf dem Radweg. Fehlt dieser, müssen die maximal 20 Stundenkilometer schnellen Gefährte die Straße benutzen. Besetzt sein dürfen sie nur von einer Person.

Gefahr für Ältere

Eine große Zahl von Rollerfahrern halte sich nicht an die Vorschriften und fahre auf Bürgersteigen, zu zweit oder alkoholisiert, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt.

"Vor allem verkehrsschwächere Menschen wie Ältere, Sehschwache oder Gehbehinderte, aber auch Kinder sind beim Überqueren von Straßen unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt", beklagte Wendt. "Ältere Menschen leben gefährlich auf dem Gehweg, weil sie von hinten lautlos angerast werden."

Bessere Radwege und Fahrzeugbeleuchtung

Die Polizeigewerkschaft appellierte an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die geltende Rechtslage zu überprüfen. Neben einer Helmpflicht verlangte die Gewerkschaft eine Prüfbescheinigung als Voraussetzung für Nutzer, einen verpflichtenden Anbau von Blinkern und Bremsleuchten sowie den Ausbau von Radwegen und -spuren.

Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherungen sieht in den nun verfügbaren Zahlen Befürchtungen bestätigt. Insgesamt seien bei den E-Scooter-Unfällen 1.696 Verunglückte gezählt worden, darunter 1.372 Fahrer der Roller. Jeder Fünfte sei also beispielsweise ein Fußgänger oder Radfahrer gewesen. Dies zeige, dass E-Scooter "massiv" auf Verkehrsflächen unterwegs seien, auf denen sie gar nicht fahren dürften, auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen etwa.

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