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Problemfall Zweirad - Wie Städte das E-Scooter-Problem lösen

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Sind sie nervige Freizeitgefährte oder ein Beitrag zu einer nachhaltigen Verkehrswende? E-Scooter sorgen für Kontroversen. Doch mittlerweile bahnen sich Lösungen an.

E-Scooter auf einem Bürgersteig in Hamburg
E-Scooter - von den einen geliebt, von den anderen kritisiert
Quelle: dpa

Kaum ein Gefährt wurde in so kurzer Zeit so beliebt und gleichzeitig so gehasst wie die E-Tretroller. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene gehören die leichten Gefährte mittlerweile zum Alltag: Sie sind schnell, einfach zu bedienen und lassen sich per App zum taschengeldtauglichen Preis ausleihen. Egal ob für den Weg zum Fußballtraining oder zur Party mit Freunden: Der E-Scooter ist für viele die erste Wahl.

Andere Verkehrsteilnehmer sehen nicht mit so viel Sympathie auf die Zweiräder: Die Polizei beklagt hohe Unfallraten, Anwohner beschweren sich über Roller, die achtlos auf die Bürgersteige geworfen und damit zu einer Stolperfalle werden.

E-Scooter stehen mitten auf Gehwegen oder werden im nächsten Fluss versenkt. In Köln soll die Flotte reduziert werden.

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Stadtverwaltungen bremsen E-Scooter

Als der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Jahr 2019 den Weg für die neuen E-Scooter frei machte, sahen sich gerade Großstädte mit einer ungewohnten Situation konfrontiert: Finanziert von Investorengeldern, stellten immer mehr Betreiber oft Tausende Gefährte gleichzeitig auf den Straßen ab. Die Fahrer waren unerfahren und preschten oft über die Fußwege anstatt wie vorgeschrieben, die Radwege oder die Straße zu nutzen.

Inzwischen ziehen immer mehr europäische Großstädte wie Paris oder Oslo die Notbremse und schränken den Gebrauch der E-Tretroller ein: von nächtlichen Fahrverboten bis zu ferngesteuerten Tempolimits. Auch deutsche Kommunen versuchen mittlerweile die Verleihflotten auszubremsen und besser in die Verkehrsinfrastruktur zu integrieren.

Nur noch 6.500 E-Scooter in Düsseldorf zugelassen

Ein Vorreiter ist Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt hat den Betrieb der Verleihflotten zur Sondernutzung erklärt, was unter anderem dazu führt, dass die Betreiber pro Gefährt einen bestimmten Betrag zahlen müssen.

Doch die Bemühungen um einen Kompromiss zwischen den zahlreichen Betreibern und der Kommunalverwaltung scheiterten. Im Oktober kündigte die Stadt einen harten Schnitt an: Künftig sollen statt über 12.000 nur noch 6.500 E-Tretroller zugelassen sein. In der Innenstadt sollen die Gefährte nur auf gekennzeichneten Stellplätzen parken dürfen. Inzwischen haben auch Köln und Frankfurt ähnliche Schritte angekündigt.

E-Scooter - keine Konkurrenz zum Auto?

Die kritischen Stimmen bekommen Rückendeckung vom Umweltbundesamt. "Wird der E-Scooter anstatt der eigenen Füße oder des Fahrrades benutzt, ist das schlecht für Umwelt, Klima und Gesundheit", betonen die Umweltschützer. Dies sei heute in Deutschland aber noch der Regelfall.

Seit Juni 2019 sind E-Scooter in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Seitdem kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, führt die Polizei Karlsruhe regelmäßig Kontrollen durch.

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Die Betreiber der E-Scooter-Flotten sehen sich zu unrecht an den Pranger gestellt. Sie werfen dem Amt vor, veraltete Zahlen angelegt zu haben. So sei die neuste Generation der E-Scooter bedeutend haltbarer als zuvor, Wechselakkus verbessern die Umweltbilanz zusätzlich. "Keiner kritisiert Bus und Straßenbahn, weil sie eine schlechtere Ökobilanz als Fahrräder, E-Scooter oder Fußwege haben", schreibt der Betreiber Lime in einer Stellungnahme.

E-Scooter-Anbieter suchen Kooperation mit Stadtverwaltungen

Inzwischen versuchen die Betreiber das Image vom "Freizeitgefährt" abzustreifen und suchen die Kooperation mit Stadtverwaltungen: der E-Scooter-Verleiher Tier mit der Hamburger Hochbahn, um E-Scooter als Verlängerung der "letzten Meile" auf dem Weg zur Arbeit zu etablieren, so dass Arbeitnehmer schnell auch zu weiter abgelegenen Haltestellen fahren können und so kein Auto mehr für den Weg zur Arbeit benötigen.

Der Anbieter Dott will mit seinen Sensordaten aus den Daten richtige Erkenntnisse zur Straßenqualität liefern. Ob solche Friedensangebote den Stadtverwaltungen genügen, wird sich 2022 zeigen.

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