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Ecuador - Dutzende Tote bei Unruhen in Gefängnis

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Ecuador kommt nicht zur Ruhe: In Gefängnissen toben seit Monaten Bandenkämpfe. Nun kamen wieder Dutzende Menschen ums Leben. Seit Jahresbeginn starben schon mehr als 300 Insassen.

Mindestens 68 Insassen sind bei Bandenkämpfen in einem Gefängnis in Ecuador getötet worden. Die Lage sei nun wieder unter Kontrolle, so ein Behörden-Sprecher.

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Neue Bandenkämpfe in einem Gefängnis in Ecuador haben mindestens 68 Insassen das Leben gekostet. 25 weitere seien verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Laut der Polizei lieferten sich die Häftlinge am Samstag im Gefängnis Litoral in der Stadt Guayaquil rund acht Stunden lang Feuergefechte.

Schon Ende September viele Tote im gleichen Gefängnis

Am Nachmittag wurden aus einem Teil des Gefängnisse neue Gefechte gemeldet. Im Internet machten Videos die Runde, auf denen teils verkohlte Leichen am Gefängnisboden zu sehen waren. Nach Einbruch der Dunkelheit gab Präsidentensprecher Carlos Jijón bekannt, dass die Lage in der gesamten Anstalt unter Kontrolle sei. Dazu seien etwa 900 Polizisten im Einsatz gewesen.

Erst Ende September waren bei Kämpfen zwischen Mitgliedern verschiedener Verbrecherbanden in der gleichen Haftanstalt 119 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Es war damit das vermutlich opferreichste Massaker jemals in einem Gefängnis in Südamerika.

In Ecuador ist die Zahl der Toten nach den schweren Ausschreitungen in einem Gefängnis auf mehr als 100 gestiegen. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand über alle Haftanstalten.

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Häftlinge wollten Massaker verüben

Hintergrund sind Revierkämpfe international tätiger Drogenkartelle. Präsident Guillermo Lasso verhängte im Oktober den Ausnahmezustand, um der Polizei im Kampf gegen die Drogenkriminalität mehr Freiheiten zu geben.

Pablo Arosemena, Gouverneur der Provinz Guayas, in der Guayaquil liegt, sagte, einige der Häftlinge hätten versucht, sich in einen anderen Teil des Gefängnisses zu sprengen, um dort ein Massaker zu verüben. Sie hätten auch ihre Matratzen in Brand gesteckt, um ihren Gegnern Luft und Sicht zu nehmen.

Karte Ecuador
Guayaquil liegt im Südwesten des Landes

Polizeichefin Tanya Varela sagte, der Anführer der Häftlinge in dem angegriffenen Gefängnisgebäude sei vergangene Woche entlassen worden.

Soldaten dürfen nicht in Gefängnissen eingreifen

Präsident Lasso kritisierte am Samstag, dass das Militär trotz des Ausnahmezustandes nicht in den Gefängnissen für Sicherheit sorgen könne. Das hatte das Verfassungsgericht kürzlich untersagt. Soldaten sind derzeit nur außerhalb des Gefängnisses stationiert.

Genug. Wann wird das Morden aufhören? Das ist ein Gefängnis und kein Schlachthaus.
Francisca Chancay, Schwester eines Häftlings

Das sagte Francisca Chancay, deren Bruder seit acht Monaten dort inhaftiert ist. Gemeinsam mit anderen Angehörigen wartete sie am Samstag vor dem Gefängnis auf Nachricht, ob ihre Familienmitglieder unter den Toten waren.

Verzweifelte Angehörige von Gefängnisinsassen
Verzweifelte Angehörige warteten auf Nachricht über die Häftlinge.
Quelle: Reuters

Mehr als 300 tote Häftlinge in diesem Jahr

40.000 Häftlinge sitzen in Ecuadors überfüllten Gefängnissen, 8.500 davon im Litoral. Auch im Februar hatte es bei Unruhen in mehreren Gefängnissen 79 Tote gegeben. Insgesamt kamen damit in diesem Jahr schon mehr als 300 Häftlinge ums Leben.

In Ecuador ist es in einem Gefängnis erneut zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden gekommen. Laut Polizei starben dabei knapp 80 Menschen.

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Gouverneur Arosemena sagte, um der Überfüllung zu begegnen, würden Häftlinge begnadigt oder in andere Anstalten verlegt, manche ausländischen Gefangenen würden in ihre Heimat überstellt. 

Ecuador werde auch internationale Unterstützung aus Ländern wie Kolumbien, den USA, Israel und Spanien erhalten, um die Lage in den Gefängnissen zu verbessern. Allein die Installierung eines Frachtscanners im Gefängnis von Guayaquil, mit dem das Einschmuggeln von Waffen verhindert werden soll, koste vier Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro), sagte Arosemena.

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