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EU-weites Verbot - Was bringt das Verbot von Einwegplastik?

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Schluss mit Plastik-Trinkhalmen und Styropor-Box: Viele Einwegprodukte aus Kunststoff dürfen von heute an nicht mehr produziert werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ab diesem Samstag gilt: Einwegbesteck, -teller und Co. sind verboten. Händler dürfen die alten Bestände zwar noch verkaufen, aber kein neues mehr produzieren. Stattdessen heißt es ab sofort: nach Alternativen schauen. Doch nicht alle sind gesund.

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Welche Einwegprodukte sind verboten?

Das Verbot betrifft Kunststoff-Wegwerfartikel, für die es Alternativen aus umweltfreundlicheren Materialien gibt. Verboten ist aber erstmal nur die Herstellung, nicht dessen Verwendung. Das gilt vor allem für:

  • Trinkhalme
  • Geschirr und Besteck
  • Wattestäbchen
  • Luftballonstäbe
  • To-go-Getränkebecher
  • Essensbehälter aus Styropor

Es gilt aber auch für Papp-Geschirr, weil darin oft Kunststoff enthalten ist. Auch für Artikel aus biobasierten Kunststoffen gibt es keine Ausnahme. Diese werden zwar nicht auf Basis von Erdöl hergestellt, sind aber meist ähnlich schwer abbaubar.

Welchen Hintergrund hat das Verbot?

Die Deutschen und viele andere Europäer bestellen immer mehr und lassen sich zunehmend auch ihr Essen nach Hause liefern. Das treibt den Verbrauch von Kunststoffverpackungen seit Jahren nach oben - in Deutschland zwischen 2010 und 2018 um mehr als 20 Prozent:

Während der Pandemie hat diese Entwicklung einen weiteren Schub bekommen. Auch die Lust auf den Coffee-to-go ebbt nicht ab. Laut Umweltbundesamt werden dafür jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher verbraucht. Das sind 34 pro Kopf.

Nach Schätzungen des Alfred-Wegner-Instituts landen im Jahr bis zu 23 Millionen Tonnen Plastik in Ozeanen, Flüssen und Seen und etwa die gleiche Menge an Land.

In Deutschland entstehen täglich mehrere tausend Tonnen Verpackungsmüll durch Einwegbehälter. Mit einem Pfand-System für Essensbehälter könnte das Problem gelöst werden.

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Das schadet Tieren und Pflanzen. Mikroplastikpartikel gelangen über die Nahrungskette auch in menschliche Mägen. Nach einer australischen Studie nehmen Menschen pro Woche bis zu fünf Gramm Mikroplastik zu sich. Das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.

Und: Bei der Herstellung und Verbrennung von Kunststoffen entstehen klimaschädliche Gase. Die EU hofft, diese mit dem Verbot um 3,4 Millionen Tonnen verringern zu können.     

Wie wirkungsvoll ist das Verbot?

Bei den zehn wichtigsten Einwegkunststoffartikel soll das "achtlose Wegwerfen" laut EU um etwa die Hälfte verringert werden. Umweltverbände fordern aber weitergehende Maßnahme, die immerhin zum Teil auch schon geplant sind.

Ob Strohhalm oder Styroporbecher – viele Wegwerfprodukte werden aus Plastik hergestellt. Das Problem: Kunststoffabfälle landen oft in der Natur und belasten so massiv die Umwelt.

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Mehrwegkonzepte und Recycling müssten vorangetrieben werden. Lösen kann die EU die Plastik-Probleme nicht alleine. Um etwa die Vermüllung der Meere zu stoppen, müssten auch andere Länder, etwa in Asien, mit im Boot sein.

Kunststoff gelangt außerdem nicht nur durch weggeworfenen Müll in die Umwelt. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes ist der Verkehr - vor allem durch Reifenabrieb - Hauptverursacher, gefolgt von Bau, Landwirtschaft und Gartenbau. Diese Bereiche müssten jetzt verstärkt in den Fokus rücken, fordert das Amt.    

Was passiert mit Einwegplastik, für das es noch keine ökologischeren Alternativen gibt?

Das bleibt vorerst erlaubt, allerdings müssen einige Produkte nun mit einem Piktogramm und Text als Wegwerfplastik gekennzeichnet werden. Das betrifft Hygieneprodukte wie Binden, Tampons, Feuchttücher, Zigaretten mit Kunststoff-Filtern sowie Einwegbecher aus Papier.

Sowohl EU als auch Bundesregierung planen für die kommenden Jahre weitere Maßnahmen, um die Plastikflut einzudämmen. Ab 2022 soll etwa eine Pfandpflicht für Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff gelten. Gerade in diesem Bereich ist die Entwicklung der letzten Jahre wenig umweltfreundlich:

Welche Alternativen gibt es für die verbotenen Produkte?

Viele Hersteller und Gastronomen haben sich bereits auf das Verbot eingestellt. Häufig werden Produkte aus Papier verwendet – Trinkhalme und Wattestäbchen zum Beispiel. Problematisch ist dabei der größere Holzbedarf und die manchmal schwierige Entsorgung. Einige Artikel enthalten Rückstände von Pestiziden und Chemikalien.

Umweltverbände fordern Konzepte für Mehrwegsysteme, denn dann würde Müll erst gar nicht entstehen. Eine Beispielrechnung der Bundesregierung: Ein Kasten mit zwölf 0,75-Liter-Mehrwegflaschen ersetzt 450 Ein-Liter-Einwegplastikflaschen. Ähnlich ist es wohl auch bei Bechern, Tellern oder Besteck.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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