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Neue Ratsvorsitzende der EKD - Annette Kurschus folgt auf Bedford-Strohm

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Seit zehn Jahren leitet sie die Evangelische Kirche von Westfalen – jetzt wurde Annette Kurschus mit großer Mehrheit an die Spitze des Rates der EKD gewählt.

Die neue EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus kündigt an, die Aufarbeitung "sexualisierter Gewalt" zur "Chefinnen-Sache" machen zu wollen. Sie betont, die menschliche Begegnung in der Kirche werde weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

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126 von 140 Stimmen erhielt Annette Kurschus bei der Wahl am Mittwochmorgen. Stellvertreterin wurde Kirsten Fehrs, die Bischöfin von Hamburg und Lübeck. "Die Erwartungen an die Kirche sind immer noch groß", sagte Kurschus in ihrer Dankesrede.

Schwerpunkte: Klimawandel und sexueller Missbrauch

Als Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit nannte sie den Klimawandel, die Verantwortung für die Schwächsten sowie den Umgang mit Fremden. Und die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, der – in geringerem Ausmaß als in der katholischen Kirche - auch in der evangelischen Kirche stattfindet:

Die Betroffenen sagen uns: Macht das Ganze zur Chefsache. Das werde ich tun.
Annette Kurschus, EKD-Vorsitzende

Die evangelische Kirche in Deutschland kämpft mit den Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen:

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Der EKD-Rat präsentiert Vielfalt

Es war eine bedeutende Wahl: Zwar ist der Rat der EKD allein keine Kirchenregierung und die Vorsitzende nicht die Chefin aller Protestanten – aber der Rat repräsentiert die Vielfalt der Evangelischen Kirche, seine Vorsitzende verschafft als Stimme den Protestanten öffentliches Gehör.

Gemeinsam mit der EKD-Synode, die eine Art "Kirchenparlament" ist und der Kirchenkonferenz aus den Führungspersonen der Landeskirchen, leitet der Rat die Evangelische Kirche.

Heinrich mit starker Rolle im Kirchenparlament

Gehandelt für den EKD-Vorsitz wurden, neben Annette Kurschus, einige: Als Favoriten galten die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, der Berliner Bischof Christian Martin Stäblein und der hessische Kirchenpräsident Volker Jung. Dass Stäblein und damit die große Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg nun noch nicht einmal mehr im Rat vertreten ist, ist sicherlich überraschend.

Drei Frauen in den wesentlichen Führungspositionen der EKD –auch das hat es noch nicht gegeben: Denn neben Annette Kurschus als Ratsvorsitzende und Kirsten Fehrs als ihre Stellvertreterin ist seit dem Mai die 25-jährige Anna-Nicole Heinrich Präses der EKD-Synode und hat so, als Vorsitzende des Kirchenparlaments, eine sehr starke Rolle. Auch im Rat der EKD ist sie damit vertreten.

Heinrich will EKD-Vorsitzende Kurschus unterstützen

Heinrich versicherte der neuen Ratsvorsitzenden ihre Unterstützung:

Du bist im Rat nicht allein. Wir sind ein starkes Team. Und wir unterstützen Dich. Wir werden das gemeinsam wuppen!
Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode

Auch Fehrs gratulierte und sprach von großen Aufgaben.

Fehrs beschäftigt sich seit Jahren mit Missbrauch

Die Hamburger Bischöfin hatte in ihrer Bewerbungsrede die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs als Schwerpunkt genannt. Fehrs ist seit Jahren damit befasst; auch die Diskussionen auf der Synode waren davon geprägt. Man wird damit rechnen können, dass mit ihr als stellvertretenden Vorsitzenden das Thema kein Nischendasein führen wird.

Unter den 15 Mitgliedern des neugewählten Rats sind weniger leitende Geistliche. Stattdessen setzte man auch hier auf Neues: Etwa auf die 35-jährige Gemeindepastorin Josephine Teske, die sich zusätzlich zu ihren rund 30 Gottesdienstbesuchern im kleinen Büdelsdorf per Instagram unter dem Namen "seligkeitsdinge" eine 30.000-köpfige Gefolgschaft aufgebaut hat.

Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der evangelischen Kirch verlaufe zu schleppend, kritisieren Betroffene:

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Kurschus will Erneuerung der EKD vorantreiben

Dass die neue Ratsvorsitzende die Kirche erneuern will, daran hatte Annette Kurschus vor der Wahl keinen Zweifel gelassen: "In unserer Kirche steht eine Erneuerung an, deren Ausmaß und deren Radikalität wir wohl alle erst zaghaft ahnen."

Die Theologin versprach jedoch Einzelinteressen zu berücksichtigen und Gemeinsamkeiten auszuloten: "So dass Vielfalt tatsächlich als Bereicherung erlebt wird und nicht als Hemmschuh." Auch spontane Alleingänge sind von Annette Kurschus nicht zu erwarten, ließ sie erkennen:

Wo wir uns als Rat öffentlich zu Wort melden, sollte das erkennbar begründet und wohl überlegt sein. Nur selten geht das so plakativ, wie es manche gerne hätten. Die Welt ist nun mal komplex und kompliziert.
Annette Kurschus, EKD-Vorsitzende

Ihrem Vorgänger Heinrich Bedford-Strohm dankte sie: Er habe eine Spur gelegt, voller Kraft, Liebe und Hoffnung. Nun liegt es an ihr, Spuren zu hinterlassen.

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