Sie sind hier:

Neustart in der Elbphilharmonie - Weniger Zuschauer, mehr Aufführungen

Datum:

Mit Brahms und Prokofjew startet am 01. September die Elbphilharmonie in die neue Saison. Nach fünfeinhalb Monaten Schließung und der Absage Hunderter Konzerte.

Archiv, Hamburg: Besucher warten auf den Beginn des Konzertes "Come together" in der Elbphilharmonie.
Ab dem 01. September können Gäste wieder Konzerten in der Elbphilharmnie lauschen.
Quelle: dpa

Nun also der Neustart in der Elbphilharmonie, noch immer mitten in der Pandemie. Wegen der Corona-Auflagen dürfen die Säle zu maximal einem knappen Drittel gefüllt sein. In Zahlen bedeutet das: 628 statt 2.100 Zuschauer im Großen Saal, 131 statt 540 im Kleinen.

Wirtschaftlich sei das nicht, sagt Intendant Christoph Lieben-Seutter:

Aber wir wollen wieder spielen, die Künstler wollen auftreten und das Publikum fragt nach Konzerten.

Die Ticketpreise anzuheben sei keine Option, die "Elbphi" solle für alle erschwinglich bleiben. Gerade jetzt, wo viele Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. Um einigermaßen über die Runden und insgesamt zumindest auf eine Auslastung von knapp zwei Dritteln zu kommen, wird es bei den meisten Konzerten zwei Aufführungen pro Tag geben. Leicht gekürzt und ohne Pause. Das reduziere auch die Bewegungen im Haus und damit das Ansteckungsrisiko.

Vorfreude des Orchesters ist groß

Auf jeden Fall ansteckend wirkt die Vorfreude der Musiker bei den Proben. "Endlich geht es wieder los", strahlen Katrin Scheitzbach, Violinistin im Residenz-Orchester der Elbphilharmonie und Cellist Valentin Priebus.

Wir haben zwar schon virtuelle Konzerte gegeben, aber es ist ein Unterschied, ob man in einen leeren Saal hineinspielt oder Publikum hat und dessen Reaktionen erlebt.

Seit Mitte August wurden im Großen Saal ohne Zuschauer aufgezeichnete Aufführungen im Elbphilharmonie-Konzertkino gezeigt, einer Freiluft-Bühne vor dem Konzerthaus. Diesem ersten Schritt zurück in eine Normalität unter Corona-Bedingungen soll nun der zweite folgen. Mit Publikum eben. 

Abstands- und Hygieneregeln in der Elbphilharmonie

Doch wie weit Normalität noch entfernt ist, lässt schon die Aufstellung von Stühlen und Notenständern auf der Bühne erahnen. Einen Meter fünfzig sitzen die Musiker auseinander, bei den Blasinstrumenten beträgt der Abstand gar drei Meter wegen des stärkeren Aerosol-Ausstoßes. Und erst am Platz dürfen die Masken abgenommen werden.

Dass sie bei gleichem Gehalt nun zweimal am Tag spielen sollen, stört hier aber niemanden. "Uns als festen Ensemble-Mitgliedern geht es ja gut, wir haben weiter unser Geld bekommen, während viele freie Musikerinnen und Musikern kaum oder gar keine Einkünfte haben", sagt Solo-Hornistin Claudia Strenkert.

Und doch sind alle auch ein wenig nervös vor dem Neustart. Wie es wohl sein wird, nach fünfeinhalb Monaten wieder im Großen Saal zu spielen? Vor nur etwas mehr als sechshundert Gästen, wo doch ein ausverkauftes Haus vor Corona der Normalzustand war?  

Kein Pausen und gekürztes Programm

Auch für die Zuschauer ändert sich Einiges. Es gelten Maskenpflicht bis zum Sitzplatz und Abstandsregeln. Und sie müssen auf manche internationale Orchester und Künstler verzichten, aus den USA etwa.

Es gibt keine Pausen, die Programme werden entsprechend gekürzt. Und Zuschauer mit Abos finden sich wegen der reduzierten Plätze möglicherweise einige Reihen weiter oben wieder.

Aber all das wird wohl zu verschmerzen sein. Denn was zählt ist, dass es überhaupt wieder losgeht. Mit Brahms’ Zweiter Sinfonie und dem Ersten Violinkonzert von Prokofjew beginnt die neue Spielzeit. Eine unter den Vorzeichen der Pandemie.

Lange Zeit galt sie als Millionengrab - doch zum dritten Geburtstag sind alle Dissonanzen verklungen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.